{"id":10944,"date":"2014-07-17T09:46:07","date_gmt":"2014-07-17T07:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=10944"},"modified":"2014-07-17T09:49:49","modified_gmt":"2014-07-17T07:49:49","slug":"balkongedanken-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/balkongedanken-ii\/","title":{"rendered":"Balkongedanken II"},"content":{"rendered":"<p>Der besseren \u00dcbersicht geschuldet habe ich den Beitrag aufgeteilt. Immer noch sitze ich auf dem Balkon, das Radio dudelt, die Nachbarn unter mir quasseln mit Passanten \u00fcber so wichtige Dinge wie Tischdecken von KIK. Habe meinen 2. Kaffee und die Blogrunde beendet und kam ins \u00dcberlegen.<\/p>\n<p>Da ist ein bestimmter Blog (dessen Web-Adresse ich aber nicht Preis geben werde, auch nicht, um wen genau es sich handelt), den ich immer mit etwas gemischten Gef\u00fchlen und gewissen Bauchweh verfolge. Einerseits interessiert es mich brennend, wie es Ihm\/Ihr so ergeht, weil Sein\/Ihr Leben so v\u00f6llig anders verl\u00e4uft, als das meinige. Aber das ABER ist: habe auch jedes Mal ein bisschen Angst, von dem endg\u00fcltigen gezogenen Schlussstrich unter diesem Leben zu lesen. Ich selbst jammer ja manchmal, wie spie\u00dfig und langweilig mein eigenes Leben zwischen B\u00fcro, Sport, Haushalt und Serie ist; dass das Geld mal wieder nicht wirklich reicht, weil f\u00fcr den anstehenden Auszug der Tochter in ihre eigene Wohnung und f\u00fcr #supernatural JIB 2015 so viel gerade gespart werden muss, dass wir eben nicht &#8211; wie ich eigentlich wollte &#8211; die \u00d6sterreichischen Alpen endlich mal sehen, oder Schottland, Irland, London &#8230; Venedig &#8230; es g\u00e4be so viele Ziele. Doch ich wei\u00df, das ist nur aufgeschoben, nicht f\u00fcr alle Zeiten auf Eis gelegt. Eines Tages werde ich diese Orte und St\u00e4dte sehen.<\/p>\n<p>Jedenfalls: Es gibt da einen Blog eben, dessen Inhaber\/in \u00fcber sein\/ihr Leben schreibt; und das mich erschreckt, weil es ist das Leben, das ich vor so unendlich langen Zeiten bereits hinter mich gelassen habe.\u00a0Ein Leben am Existenzminimum, mit Schulden, die \u00fcber den Kopf wachsen, mit Verzicht, weil man sich dieses und jenes (was f\u00fcr mich dann doch selbstverst\u00e4ndlich ist) schlicht nicht leisten kann. Mit Depressionen und Zweifeln, Vorw\u00fcrfen und Selbstvorw\u00fcrfen. Ich lese es fasziniert und schockiert zugleich; denn es kommt mir einerseits so vertraut vor, und andererseits so unendlich weit weg, wie eine dieser &#8222;real-Social-Hartz-IV-Stories&#8220; im deutschen TV-Vormittags\/Nachmittagsprogramm. Ich versuche, den t\u00e4glichen Kampf nachzuvollziehen, den Kampf mit sich selbst, \u00fcberhaupt zu k\u00e4mpfen, und nicht alles einfach untergehen\u00a0zu lassen und noch das letzte bisschen Alltag zu verlieren. Nat\u00fcrlich \u00fcberlege ich, wie ich helfen k\u00f6nnte, ob ich &#8222;spenden&#8220; sollte &#8230; und ob Er\/Sie dieses Geld \u00fcberhaupt annehmen w\u00fcrde, ohne vollends das Gef\u00fchl zu haben, v\u00f6llig versagt zu haben. Er\/Sie bat darum, keine Mails zu schreiben mit aufbauenden Worten a la &#8222;Du schaffst das! Du hast das immer geschafft! Es wird sich schon ein Weg finden!&#8220; Das verstehe ich! Er\/Sie verzichtet nun auf einige Konzerte, die das einzige waren, die Hoffnung gaben, Ausflucht &#8230; schlicht Leben! Sofort habe ich das auf mich \u00fcbertragen: Was, wenn ich ab sofort auf alles, was mit #supernatural zusammenh\u00e4ngt, komplett verzichten m\u00fcsste? Keine T-Shirts mehr, vor allem keine CON. Ich w\u00fcrde weinen, mein Leben w\u00e4re ein ganzes St\u00fcck leerer und seelenloser; aber es w\u00e4re nicht zu Ende! Doch bin ich froh, dass ich nicht zu dem\u00a0Verzicht gezwungen bin.<\/p>\n<p>Ich werde weiter seinen\/ihren Blog lesen, so lange wie er\/sie mir das erlaubt, denn aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden sind diese hoch privaten Einblicke in ein fremdes Leben nur immer eine kurze Zeit &#8222;\u00f6ffentlich&#8220;. Und wann immer ich mein Leben mit seinem\/ihrem vergleiche, bin ich dankbar f\u00fcr mein eigenes gew\u00f6hnliches, etwas spie\u00dfiges und manchmal auch langweiliges, aber doch nicht v\u00f6llig unluxuri\u00f6sem Alltagsleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der besseren \u00dcbersicht geschuldet habe ich den Beitrag aufgeteilt. Immer noch sitze ich auf dem Balkon, das Radio dudelt, die Nachbarn unter mir quasseln mit Passanten \u00fcber so wichtige Dinge wie Tischdecken von KIK. Habe meinen 2. 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