{"id":13765,"date":"2015-06-15T08:25:31","date_gmt":"2015-06-15T06:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=13765"},"modified":"2015-06-15T09:41:22","modified_gmt":"2015-06-15T07:41:22","slug":"spagetti-apokalypse-in-der-schwimmhalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/spagetti-apokalypse-in-der-schwimmhalle\/","title":{"rendered":"Spagetti-Apokalypse in der Schwimmhalle"},"content":{"rendered":"<p><em>Tr\u00e4ume sind etwas wunderbares, und manchmal sind meine seltsam. In letzter Zeit tr\u00e4um(t)e ich wenig, zumindest blieben sie nicht in Erinnerung, hinterlie\u00dfen keine Spuren und Echos. Nicht so letzte Nacht. Der Traum von letzter Nacht war &#8230;. besonders, aber verwirrend. Verwirrend besonders. Ich versuche ihn zusammenzukratzen:<\/em><\/p>\n<p>Der <em>H\u00f6rsaal<\/em> war brechend vollgestopft mit Menschen, die miteinander tuschelten und hin und wieder erwartungsvoll auf die noch leere B\u00fchne schauten, wo gleich der Dozent auftauchen sollte. Ich war unter der Menschenmenge, doch f\u00fcr mich. Es war v\u00f6llig normal, dass ich in diesem H\u00f6rsaal war; ich geh\u00f6rte hier hin. Etwas in mir war nerv\u00f6s, als wenn ich die Hausaufgaben vergessen habe.<\/p>\n<p>Der <em>Dozent<\/em> erschien und schlagartig wurde es still im Saal. Er stellte sich hinter sein Rednerbult und schlug ein gro\u00dfes, verstaubt und alt wirkendes Buch auf. Die Stille im H\u00f6rsaal knisterte. Der Dozent war ein ca. 45 Jahre alter Mann, gutaussehend, 3-Tage-Bart, dunkle volle Haare, gekleidet in Jeans und mit dunklem Cord-Jacket. Die Studentinnen neben mir hingen mit ihren Augen an seinen Lippen. Ich kannte den Dozenten nicht, &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; und ich verstand auch kein Wort von dem, wor\u00fcber er dozierte. Doch in mir war ein Gef\u00fchl, als wenn ich unbedingt verstehen m\u00fcsste, undbedingt! Dass es lebensnotwendig war, zu verstehen. Doch so sehr ich mich auch anstrengte, seine Worte ergaben f\u00fcr mich keinen Sinn, verblassten und verschwanden wie Staubwolken. Der Dozent hatte mittlerweile die B\u00fchne mit dem Rednerbult verlassen und spazierte durch die Zuschauerreihen. Er kam genau auf mich zu! Es war zu sp\u00e4t f\u00fcr mich, um jetzt noch unbemerkt den Saal verlassen zu k\u00f6nnen. Die Scham, die Hausaufgaben vergessen zu haben, kribbelte in meinem ganzen K\u00f6rper und ich versuchte unsichtbar zu werden. Und noch immer verstand ich kein Wort von dem, was der Dozent pausenlos mit eindringlicher Stimme sprach &#8211; und nun zu mir sprach.<\/p>\n<p>Dann wachte ich auf &#8230; schlagartig, keuchend. In einem Zimmer wie aus einer <em>Game of Thrones<\/em>-Kulisse. Hohe S\u00e4ulen, hohe offene Fenster, durch die eine goldene Morgensonne schien, der Wind lie\u00df die wei\u00dfen Vorh\u00e4nge vor den Fenstern sanft wehen. Das Bett, in dem ich lag, war riesig und ebenfalls von zart durchsichtig schimmernden Vorh\u00e4ngen umgeben. Gro\u00dfe, mit Brokatsamt bezogene Kissen lagen um mich herum. Ich war allein in diesem Zimmer, in dieser Zeit. Wo war der Dozent? Und wieso dachte ich zuerst an den Dozenten? Gegen\u00fcber dem Bett \u00f6ffnete sich die \u00fcberdimensionierte schwere Holzt\u00fcr und ein <em>Zwerg<\/em> schl\u00fcpfte herein. Seine Schritte tappsten \u00fcber den Fliesenboden zu mir. Er trug ein Tablett, auf dem das Buch lag, aus dem der Dozent vorgelesen hatte. Die Augen des Zwerges blickten eindringlich und blau und flehend. Ich musste unbedingt verstehen! Ich ber\u00fchrte das Buch und schloss die Augen &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; und ich verstand pl\u00f6tzlich! Mit dem Verstehen wechselte ich wieder den Ort. Von einem Augenblick zum anderen befand ich mich in einer Art <em>Schwimmhalle<\/em>. Es waren mehrere Becken, die alle durch Kan\u00e4le verbunden waren. Und \u00fcberall &#8211; wirklich \u00fcberall &#8211; waren Menschen; M\u00e4nner, Frauen und Kinder. Die Kinder spielten ausgelassen im Wasser, sprangen von den Beckenr\u00e4ndern aus hinein, plantschten vergn\u00fcgt. Die Erwachsenen aber schauten besorgt und orientierungslos, und sie schauten Mich! an, als m\u00fcsste ich wissen, was als n\u00e4chstes passieren w\u00fcrde. Und ich wusste es! Seltsamer Weise wusste ich es! Denn ich war bereits an diesem Ort gewesen, in einem anderen Leben.<\/p>\n<p>Panik stieg in mir auf und ich schaute mich hektisch um. Die Menschen mussten aus dem hinteren Becken, bevor es zu sp\u00e4t sein w\u00fcrde. Ich schwamm um mein Leben an das andere Ende der Schleuse, scheuchte alle Menschen in das am anderen Ende liegende Becken. Wir hatten keine Zeit mehr! Viel zu langsam bewegte sich die Menschenmenge durch die Wasserkan\u00e4le aus dem hinteren Becken in das vordere. Viel zu langsam! Dann sah ich das erste Opfer. Ein kleiner h\u00fcbscher Junge, dessen Haut vor meinen Augen zerschrumpelte und aussah, als wenn sie aus <em>Spagetti<\/em> bestehen w\u00fcrde, die sich wie W\u00fcrmer auf seinem Hals und R\u00fccken wanden. Die Augen des Jungen wurden glasig, w\u00e4ssrig und ausdruckslos. Die Menschen um uns herum schrien entsetzt auf und es drohte eine Panik auszubrechen. Ich schwang ein goldenes <em>Schwert<\/em>, br\u00fcllte Befehle und scheuchte mehr Menschen in das hintere Becken! Dort w\u00e4ren sie in Sicherheit. So viele Menschen jedoch, wie sich in das hintere sichere Becken retten konnten &#8230; es waren nicht genug! Immer mehr Spagetti-Haut-Menschen wurden herangesp\u00fclt. Es war ein aussichtsloser Kampf f\u00fcr mich allein. Ich schubste und sortierte Menschen, hielt mir die Spagetti-Monster mit dem Schwert von Leib. Bei jedem Spagetti-Opfer empfand ich Trauer und Verantwortung, denn vor wenigen Minuten war das noch ein Sohn, eine Tochter, Vater, Mutter, Bruder oder Schwester &#8230; und nun: ein Spagetti-Zombie, zum Tode verurteilt, wenn es meinem tanzenden Schwert zu nahe kam! Ich weinte und k\u00e4mpfte verbissen und weinte und k\u00e4mpfte und schrie. Wenn ich nur mehr Zeit h\u00e4tte! Das Wasser f\u00e4rbte sich rot, \u00fcberall war Geschrei und Panik; doch hatte ich es irgendwie geschafft, Menschen und Spagettizombies voneinander zu trennen. Ich war die Grenze, ich verteidigte allein den einzigen Zugang, den die Spagettizombies hatten, um an die Menschen in dem anderen Becken zu kommen. Hinter mir stand nur der Zwerg, feuerte mich an, machte mir Mut, erinnerte mich an das Buch und den Schwur und das Siegel, dass ich durchhalten m\u00fcsste, bis die Menschen gerettet w\u00e4ren. Ich k\u00e4mpfte immer aufs Neue die Spagettizombies zur\u00fcck, mein Arm mit dem Schwert wurde immer schwerer, meine Tr\u00e4nen versperrten mir die Sicht.<\/p>\n<p>Lichter blitzten in dem Menschenbecken hinter mir auf. Wie Blitze, und die Menschen wurden in den Himmel gehoben, einer nach dem anderen in Sicherheit gebracht; w\u00e4hrend ich die immer w\u00fctender werdenden Zombies zur\u00fcckdr\u00e4ngte, so gut ich es vermochte. Ich sp\u00fcrte, dass mich meine Kraft verlie\u00df, dass ich nicht mehr lange durchhalten w\u00fcrde, aber durchhalten musste. Die Zeit schien sich endlos zu dehnen. Das Geschrei der Menschen wurde weniger; ich wagte einen Blick zur\u00fcck &#8230; nur noch wenige Menschen warteten auf das Licht, das sie in Sicherheit bringen w\u00fcrde, das Menschenbecken war fast leer. Die Spagettizombies schrieen w\u00fctend.<\/p>\n<p>Als der letzte Mensch in einem Lichtblitz verschwand, waren nur noch ich und der Zwerg \u00fcbrig. Er schrie mir etwas zu, gestikulierte wild, ich m\u00fcsste nun in das Lichtblitzbecken, meine Aufgabe war erf\u00fcllt. Ich lie\u00df das Schwert sinken und fiel ersch\u00f6pft in das Wasser &#8230; \u00fcber mir brach eine Welle aus Spagetti-Monstern zusammen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<ul>\n<li><em>H\u00f6rsaal<\/em> = Nun gut, dass ich in meine Studentzeit zur\u00fcckversetzt wurde, erkl\u00e4rt sich eventuell dadurch, dass das am Wochenende Thema auf der Party war<\/li>\n<li><em>Dozent<\/em> = So sehr ich es mir auch im Nachhinein w\u00fcnschen w\u00fcrde, dass der Dozent Dean gewesen w\u00e4re, er war es nicht. Ich kannte diesen Dozenten, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich ihn gekannt h\u00e4tte<\/li>\n<li><em>Game of Thrones<\/em> = wie mein Unterbwusstsein dazu kommt? Ich habe bisher maximal 4 Folgen GoT gesehen, und auch die nur aus dem Zusammenhang gerissen. Es ist nicht so, dass ich GoT-verr\u00fcckt w\u00e4re, m\u00f6glicherweise schaue ich es eines Tages tats\u00e4chlich komplett<br \/>\nWie es nun in meinen Traum kam? Vermutlich, weil einer der letzten Tweets, den ich aufschnappte bevor ich ins Bett verschwand von GoT handelte<\/li>\n<li><em>Zwerg<\/em> <em>= <\/em>Okay, das ist einfach zu erkl\u00e4ren, denn der Tyron aus GoT, ist der einzige, an den ich mich wirklich erinneren kann aus den 3 oder 4 Episoden, die ich gesehen habe<em><br \/>\n<\/em><\/li>\n<li><em>Schwimmhalle<\/em> = war die letzten tage gedanklich immer ein Thema, denn eigentlich wollte \/ m\u00fcsste ich endlich mal wieder Schwimmen gehen, habe es aber auch an diesem Wochenende nicht geschafft, mich aufzuraffen<\/li>\n<li><em>Spagetti <\/em>= nun ja &#8230; Spagetti passen irgendwie gar nicht in mein Unterbewusstsein, m\u00f6glicherweise sollte ich mal wieder welche essen.<\/li>\n<li><em>Schwert <\/em>= wo das her kam? Keine Ahnung, ich hatte es einfach.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und was wollte der Traum mir sagen? Ich denke dar\u00fcber nach &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tr\u00e4ume sind etwas wunderbares, und manchmal sind meine seltsam. In letzter Zeit tr\u00e4um(t)e ich wenig, zumindest blieben sie nicht in Erinnerung, hinterlie\u00dfen keine Spuren und Echos. Nicht so letzte Nacht. 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