{"id":14759,"date":"2015-11-11T10:19:06","date_gmt":"2015-11-11T09:19:06","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=14759"},"modified":"2015-11-11T14:56:52","modified_gmt":"2015-11-11T13:56:52","slug":"mein-neuer-daemon-kopfschmerzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/mein-neuer-daemon-kopfschmerzen\/","title":{"rendered":"Mein neuer D\u00e4mon &#8211; Kopfschmerzen"},"content":{"rendered":"<p>Kopfschmerzen waren bisher immer etwas, das ich mal tempor\u00e4r hatte, ein, zwei Stunden h\u00f6chstens. Wenn es gar nicht besser wurde, ging ich ins Bett oder warf eine Tablette ein. Letzteres eher selten, ich versuche eigentlich immer alles m\u00f6glichst ohne Pharmazie zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Bis auf letzten Sonntag Nachmittag, wie aus heiterem Himmel: ein Stich im Kopf, linke Seite, und dann pulsierte der Schmerz und nistete sich ein. Ich k\u00fchlte mit Waschlappen und nahm sp\u00e4ter eine 600er Ibu, verzichtete sogar \u00a0auf den (und das will was hei\u00dfen, denn es war immerhin ein M\u00fcnsteraner) Tatort und verkroch mich ins Bett, hoffte auf den n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n<p>Der Montag danach war jedoch grauenvoll. Geschlafen hatte ich kaum, nur bruchst\u00fcckhaft, und in den vielen Phasen, in denen ich wach lag, lauschte ich auf den pulsierenden Schmerz in meinem Kopf und fragte mich, wann es vorbei sein w\u00fcrde. Oder ob es vielleicht nie mehr vorbei gehen w\u00fcrde? Was dann? Am Montagmorgen\u00a0schleppte ich mich ins B\u00fcro in der irrigen Hoffnung, es w\u00fcrde bald besser sein. Es musste doch bald besser werden! Doch es wurde nicht. Chef sah mich sitzen und fast heulen. Mein Kopf wurde immer schwerer, der Schmerzpuls raste nach wie vor durch die linke Seite gleich hinter der Stirn.\u00a0Es hatte so keinen\u00a0Sinn. Chef schickte mich nach Hause. Ich ergatterte einen Termin bei meinem Hausarzt, an einem Montag gar nicht so einfach. 12.15 Uhr w\u00fcrde\u00a0sich Dr. B. meinen Kopf anschauen und mir etwas verschreiben, damit es aufh\u00f6rt. Bis dahin verkroch ich mich ins Bett zur\u00fcck, fand aber keinen Schlaf. Gruselige Gedanken h\u00e4mmerten auf mich ein. War es so ein Schmerz, wie ihn J. beschrieb, kurz bevor bei ihr das Aneurysma festgestellt wurde? Hatte ich schon Sehst\u00f6rungen? Nur die \u00fcblichen, doppelt sehe ich schon eine ganze Weile ohne besondere Anstrengung.<\/p>\n<p>Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Arzttermin sa\u00df ich im Wartezimmer. Dort sa\u00df ich 1,5 Stunden lang. Die Untersuchung selbst dauerte dann nur 10 Minuten. Diagnose: Vermutlich Migr\u00e4neanfall. Aber um ganz sicher zu gehen: R\u00f6ntgen und zum Neurologen. Am besten sofort. Und f\u00fcr die Schmerzbek\u00e4mpfung Tabletten.<\/p>\n<p>Also fuhr ich ins Krankenhaus. Das R\u00f6ntgen ging schnell, zu finden war nichts. &#8222;Es sieht so aus, als wenn es &#8222;nur&#8220; Kopfschmerzen sind!&#8220; Ja, ich war etwas erleichtert. Blieb noch der Neurologentermin. Der Neurologe war schwer, weil telefonisch \u00fcberhaupt nicht zu erreichen. Da ich aber eh schon unterwegs war, wollte ich das auch noch hinter mich bringen. Entweder, sie gaben mir gleich vor Ort einen Termin oder eben einen f\u00fcr bald. Denn ich ahnte: Wenn ich jetzt nach Hause fuhr, mich ins Bett legte und die Welt ausschalten w\u00fcrde, wie alles in mir schrie, dann w\u00fcrden die schlimmen Ahnungen mir s\u00e4mtliche Tumore ins Gehirn zaubern und mich nicht zur Ruhe kommen lassen, vom Kopfschmerz an sich ganz zu schweigen. Er war &#8211; fast nun schon vertraut &#8211; immer noch gleichm\u00e4\u00dfig da.<\/p>\n<p>Beim Neurologen wurde ich dazwischen geschoben, als Schmerzpatient sozusagen. Was allerdings nicht bedeutete, dass ich nicht warten musste. Nat\u00fcrlich musste ich warten. Ich d\u00e4mmerte im dortigen Wartezimmer vor mich hin, den schmerzenden Kopf in meinen Schal vergraben. Dass ich so wieder 1,5 Stunden verbrachte, merkte ich gar nicht. Zeit war pl\u00f6tzlich nicht mehr existent. Vermutlich war ich auch ein wenig wegged\u00f6st.<br \/>\nDer Neurologe untersuchte mich, fragte alles M\u00f6gliche ab, Vorgeschichte, Sehst\u00f6rungen, die m\u00f6glicherweise vorher schon aufgetreten waren, er klopfte an mir herum, beleuchtete\u00a0meine Augen &#8211; und kam schlie\u00dflich zu dem Schluss: Ja, Migr\u00e4neanfall. Alles spricht daf\u00fcr. &#8222;Aber wieso denn? Ich hatte noch nie Migr\u00e4ne, ja nicht mal richtige Kopfschmerzen, jedenfalls keine solchen!&#8220; protestierte ich. Tja, nun haben sie die aber! So was passiert.<br \/>\nZur Sicherheit sollte ich dann doch noch einen MRT-Termin vereinbaren. Aber erst morgen. Mittlerweile war es bereits 17.30 Uhr, ich war den ganzen Nachmittag auf den Beinen, hatte nichts gegessen und wollte nur noch ins Bett.<\/p>\n<p>Zu Hause a\u00df ich dann doch noch etwas; \u00dcbelkeit geh\u00f6rte zum Gl\u00fcck nicht zum\u00a0Repertoire meines pers\u00f6nlichen Migr\u00e4ne-D\u00e4mons. Dann warf ich das erste Migr\u00e4nemittel ein, eine Tablette, die scheu\u00dflich schmeckte. Und die nicht half. Ich lag endlich im Bett, doch der Schmerzpuls h\u00e4mmerte unaufh\u00f6rlich in meinem Kopf, stetig, unerbittlich.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen &#8211; Dienstag &#8211; noch immer dasselbe Theater. Kopfschmerzen. N\u00e4chste Tablette, viel Kaffee. Ansonsten: Nichts lesen, kein Fernsehen, kein Licht, NICHTS! Warten, dass die Tablette endlich wirkt. Hoffen, dass die Tablette endlich wirkt. Dazwischen: MRT-Termin telefonisch vereinbaren. Varel (bei denen ich Anfang des Jahres schon wegen dem Knie war) hatte vor Mitte Dezember \u00fcberhaupt keine Termine mehr frei. Auf den R\u00fcckruf von Brake wartete ich 2 Stunden, traute mich nicht, einzuschlafen &#8211; als wenn ich das gekonnt h\u00e4tte. Endlich kam der R\u00fcckruf, Termin Mittwoch in einer Woche. Fr\u00fcher geht nicht. Super! Angenommen, es ist nicht nur ein Migr\u00e4ned\u00e4mon, der sich in meinen Kopf eingenistet hat? Och, m\u00f6glicherweise ist in ihrem Kopf ein Gef\u00e4\u00df\u00a0geplatzt, das sehen wir dann ja in 1,5 Wochen, oder sp\u00e4testens bei ihrer Obduktion! Noch Fragen an das deutsche Krankensystem?<\/p>\n<p>Reg dich nicht auf! Bleib ruhig. Kopfschmerzen hast du schon genug; und nun ununterbrochen seit 40 Stunden. Das muss doch endlich mal aufh\u00f6ren! Ich warf eine weitere (vom Neurologen verschriebene) Migr\u00e4netablette ein und betete, dass die endlich wirken w\u00fcrde. Und endlich! Endlich, endlich, endlich &#8230; Ruhe im Kopf, zumindest zeitweise. Was f\u00fcr eine Wohltat.<\/p>\n<p>Den 3. Tag meiner Migr\u00e4ne-AU verbringe ich nun auf dem heimischen Sofa, lausche angespannt in mich hinein. Sobald auch nur ein Schmerzd\u00e4monchen\u00a0aufzucken will, werde ich Gegenma\u00dfnahmen ergreifen. Bisher ist alles okay, mehr oder weniger. Der Kopf tut normal weh. Dar\u00fcber bin ich schon fast dankbar. Morgen werden mich die B\u00fcros wiedersehen. Mit den Migr\u00e4netabletten von nun an immer im Handgep\u00e4ck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kopfschmerzen waren bisher immer etwas, das ich mal tempor\u00e4r hatte, ein, zwei Stunden h\u00f6chstens. Wenn es gar nicht besser wurde, ging ich ins Bett oder warf eine Tablette ein. 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