{"id":15014,"date":"2016-07-26T17:01:00","date_gmt":"2016-07-26T15:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=15014"},"modified":"2016-07-26T17:14:54","modified_gmt":"2016-07-26T15:14:54","slug":"die-zigarette-die-eventuell-ueber-das-leben-entschied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/die-zigarette-die-eventuell-ueber-das-leben-entschied\/","title":{"rendered":"Die Zigarette, die eventuell \u00fcber das Leben entschied"},"content":{"rendered":"<p>Wenn die Theorie der unendlichen Universen wahr ist (und ich glaube, sie ist wahr), dann habe ich in diesem Universum wohl am letzten Sonntag die richtige Entscheidung getroffen.<\/p>\n<p>Nachdem ich mich auf der Heimfahrt von einem <strong>Star-Trek-supernatural-Pokemon-Wanderwochenende mit Freunden in Essen<\/strong> durch einen der vielen Baustrellensyrupfaststaus gek\u00e4mpft hatte, fuhr ich kurzerhand die n\u00e4chste Rastst\u00e4tte an, tankte brav das Mazda ein wenig voller, kaufte ein Wasser und schmokte eine Zigarette. Der Sonntag war hei\u00df, 35 \u00b0C wedelte das Thermometer, die Klimaanlage rummelte auf Hochtouren. Ich wollte nach Hause, denn eine Geschichte wollte in Ruhe zu Ende gelesen werden. Der kleine Rastst\u00e4ttenstop kann nicht l\u00e4nger als 12 Minuten gedauert haben (wenn \u00fcberhaupt), danach f\u00e4delte ich mich wieder in den Verkehr ein und gab Gas, um den Zeitverlust des vorherigen Baustellensyrupfaststau ein wenig aufzuholen. Doch nach nicht einmal 10 Minuten freie Fahrt war Schluss. Nichts ging mehr, Warnblinker, Rettungsgasse\u00a0 &#8211; und wieso will die Hulla hinter mir mich jetzt \u00fcberholen, wenn ich mich StVO-gem\u00e4\u00df als Mittelstreifenbenutzer f\u00fcr die Rettungsgasse an meinen rechten Nachbarn quetschte?! Spinnt die? Ich steh hier nicht zum Spa\u00df!<br \/>\nJedenfalls standen wir, steh &#8211; steh &#8211; steh. Das k\u00f6nnte dauern. 400 Meter weiter, hinter einer Querungsbr\u00fccke, schien die Ursache des Schlamassels zu liegen. Rettungsfahrzeuge quetschten sich vorbei, und sie sind laut mit ihren Sirenen! Zwei &#8211; drei &#8230;. schlie\u00dflich z\u00e4hlte ich sechs oder sieben, auch ein Rettungshubschrauber kam angerauscht. Die Mitstausteher verlie\u00dfen ihre Autos, f\u00fchrten Hunde aus, rauchten (das tat ich dann auch), vertraten sich die F\u00fc\u00dfe, quatschten und versuchten \u00fcber Internet herauszufinden, was denn passiert sein k\u00f6nnte. Ich \u00fcberlegte kurz, ob es sich lohnen w\u00fcrde, das KINDLE auszupacken; aber im Auto war es zu hei\u00df (ich wollte die Klimaanlage nicht die ganze Zeit dr\u00f6hnen lassen) und au\u00dferhalb des Autos war es zu sonnig. Und au\u00dferdem quasselte mich prompt mein linker Mitstaukamerad an, der sich dar\u00fcber aufregte, warum man jetzt hier stehen m\u00fcsste, man k\u00f6nnte doch wenigstens eine Spur schon frei machen und &#8211; wenn auch langsam &#8211; den Verkehr wieder flie\u00dfen lassen. Er m\u00fcsse um 17 Uhr auf der Arbeit sein.<br \/>\nIch blieb gelassen; in meinem Kopf der Satz: &#8218;Wenigstens bist du hier, und gesund, und wirst nicht mit dem Rettungshubschrauber weggeflogen!&#8216;<\/p>\n<p>Und noch ein Gedanke machte sich breit:<br \/>\nH\u00e4tte ich keinen Zigaretten-Stop eingelegt 12 Minuten vorher, w\u00e4re ich dann noch an dem Stau vorbei gefahren? Oder mitten drin gewesen? Vermutlich Letzteres. Es w\u00e4re gut m\u00f6glich gewesen, dass es dann mein Mazda gewesen sein k\u00f6nnte, der von der Fahrbahn abgedr\u00e4ngt wurde, weil der 73 Jahre alte Unfallfahrer einen Schw\u00e4cheanfall erlitt, seinen\u00a0 Nachbarn rammte (der ebenfalls 73 Jahre alt ist), und sie beide dann den gesamten Verkehr lahm legten. [Diese Infos sammelte ich dann am n\u00e4chsten Tag aus dem Internet zusammen.] So war ich zwar zwei Stunden sp\u00e4ter als geplant zu Hause, aber ich kam wohlbehalten auf dem Sofa an, und konnte mich dem restlichen Sonntag dem KINDLE-Vergn\u00fcgen widmen.<\/p>\n<p>In den anderen Universen ist nun eine Version von mir<\/p>\n<ul>\n<li>tot<\/li>\n<li>schwer verletzt<\/li>\n<li>hat ihr KINDLE verloren<\/li>\n<li>betrauert einen Schrott-Mazda<\/li>\n<li>sitzt noch immer in psychiatrischer Behandlung wegen des Verlust des KINDLEs<\/li>\n<li>steht noch immer im Stau<\/li>\n<li>wurde von dem Staunachbarn entf\u00fchrt<\/li>\n<li>was wei\u00df denn ich &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8230; aber nichts von dem geschah, weil ich einen Rastst\u00e4ttenstop einlegte, bevor die Schicksalsbitch dieses Universums fies werden konnte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-15017\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Waechter.jpg\" alt=\"Waechter\" width=\"478\" height=\"850\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Waechter.jpg 478w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Waechter-169x300.jpg 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Theorie der unendlichen Universen wahr ist (und ich glaube, sie ist wahr), dann habe ich in diesem Universum wohl am letzten Sonntag die richtige Entscheidung getroffen. 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