{"id":16091,"date":"2017-05-06T12:51:25","date_gmt":"2017-05-06T10:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=16091"},"modified":"2017-05-06T12:58:07","modified_gmt":"2017-05-06T10:58:07","slug":"einkaufssamstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/einkaufssamstag\/","title":{"rendered":"Einkaufssamstag"},"content":{"rendered":"<p>Man kommt ja nicht wirklich drum herum, auch wenn wir es versuchen. Aber der Kaffee war fast alle, und die Milch komplett aus, und ohne das ist ein Wochenende nicht denkbar. Also ab in den Supermarkt mit vorherigem Fr\u00fchst\u00fcksabstecher zur B\u00e4ckerei mit Cafe, wo wir sowieso Sonderrechte haben. &#8222;Ach, ihr seid Moni&#8217;s Eltern?&#8220; &#8230; &#8222;Sie sieht wirklich aus wie ihr Papa!&#8220; &#8230; &#8222;Auch so unrasiert?&#8220;<\/p>\n<p>Kaum sa\u00dfen wir mit unseren Milchkaffees und den frisch geschmierten Br\u00f6tchen unserer Wahl, als eine junge Frau mit Tablett suchend herum stand und offenbar unschl\u00fcssig war, wo sie nun sitzen k\u00f6nnte. Ich zog den Stuhl &nbsp;neben mir heraus und sagte ihr, dass wir nur an Dienstagen bei\u00dfen. Sie schaute verwirrt, was aber daran lag, dass sie Engl\u00e4nderin ist und kein Wort verstanden hatte. &#8222;We bite only on Tuesdays!&#8220; \u00fcbersetzte ich hilfsbereit, worauf sie lachte und erz\u00e4hlte, dass sie und ihr Ehemann (der aber nicht auftauchte) wegen business in Deutschland w\u00e4ren, das Wetter aber hier ja aber \u00fcberraschend schlechter ist als in England selbst. Dann halfen wir ihr noch mit dem WiFi-Passwort, das man nur auf den B\u00e4ckerrechnungen findet, wenn man es wei\u00df.&nbsp;<\/p>\n<p>In den Schluchten des Supermarktes angekommen verschwand dann mein Knuffel, gerade, als ich fragen wollte, ob er damit einverstanden ist, dass wir nicht die Granny Smith \u00c4pfel nehmen, sondern die anderen. Die Frau, die neben mir stehend ich irrt\u00fcmlich f\u00fcr Knuffel hielt, meinte aber, dass ich mit den anderen \u00c4pfeln auch nicht falsch liegen w\u00fcrde. \u00c4pfel sind immer gut.&nbsp;<\/p>\n<p>Am gigantischen Marmeladenregal gab es keine Diskussion; Hagebuttenmarmelade ist seit Monaten mein Favorit. Allerdings sah eine&nbsp;Mutti ziemlich \u00fcberfordert aus mit der Wahl, bis ich ihr einfach auch eine Hagebuttenmarmelade in den Einkaufswagen legte mit dem Hinweis, dass sie diese Sorte nicht bereuen wird, denn sie ist sowohl s\u00fc\u00df aber nicht zu s\u00fc\u00df. Ihre Familie wird sie lieben. Sie verlie\u00df erleichtert das Marmeladenregal.<\/p>\n<p>Am K\u00e4seregal stand ein Ehepaar, der Mann schaute auf die vielen K\u00e4sesorten w\u00e4hrend seine Frau verzweifelt auf ihrem Handy herumtippte. Ich griff den Gr\u00fcnl\u00e4nder-K\u00e4se mit Paprika und Chilli und erkl\u00e4rte, dass der absolut empfehlenswert ist. Der Mann bekam einen sehns\u00fcchtigen Blick, aber sein Frauchen erkl\u00e4rte, dass sie keinerlei K\u00e4se essen kann, es sei denn, er ist geschmolzen auf der Pizza. &#8222;Und ihr Mann darf deswegen keinen K\u00e4se essen?&#8220; &#8222;Doch, na klar Schatz, wenn du den Chilli-K\u00e4se probieren willst, dann nimm halt einen mit!&#8220; Ehem\u00e4nnchen schaute sehr dankbar, als ich zum Eierstand weitertrottete.&nbsp;<\/p>\n<p>Eier-Einkauf ist eine Sache des richtigen Eies, nat\u00fcrlich Bio und Frei und von gl\u00fccklichen H\u00fchnern. Wir schauten uns die Eier an. Eines war verschrumpelt in der Packung. Von da an war es wie ein Memory-Spiel: In welcher Packung war das verschrumpelte Ei noch mal? Als ein Miteieink\u00e4ufer genau DIE Packung mit dem verschrumpelten Ei griff und NICHT hineinschaute, hielt ich es f\u00fcr meine Pflicht ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er im Begriff ist, ein verschrumpeltes Ei zu kaufen, w\u00e4hrend Knuffel mich lachend anmauzte, dass ich doch nicht fremde M\u00e4nner auf verschrumpelte Eier hinweisen k\u00f6nnte. Der Miteink\u00e4ufer nahm dann eine andere Eierpackung.&nbsp;<\/p>\n<p>Am Schrubber-Stand war ich dann mal wieder auf der Suche nach dem passenden Stiel f\u00fcr meinen kaputten Vileda-Schrubber, aber der Supermarkt unseres Vertrauens hat nur die gr\u00fcne Gegenmarke. Ein Opa stand auch vor den Putz-Utensilien, w\u00e4hrend ich noch vor mich hinmurmelte, dass ich mal wieder nicht nachgeschaut habe, ob eventuell die Chance besteht, dass der Fremdfirmen-Schrubber-Stiel eventuell doch passen k\u00f6nnte. Opi f\u00fchlte sich angesprochen (ich konnte diesmal nichts daf\u00fcr!). &#8222;Sprechen Sie mit mir?&#8220; fragte er, worauf ich ihm mein Dilemma mit dem Vileda-Schrubber-System erkl\u00e4rte. &#8222;K\u00f6nnen Sie nicht analog wischen? Also wie fr\u00fcher, schlicht mit einem Lappen?&#8220;, warf er ein. Was ich k\u00f6nnte, aber es ist anstrengend. Die neuen Systeme haben ihre Vorteile &#8211; so lange wie sie nicht kaputt gehen. &#8222;Glauben Sie mir, es ist einfacher mit so einem Wisch-System zu wischen, ihre Frau und deren R\u00fccken werden Ihnen dankbar sein.&#8220; Wir beschauten noch zusammen diverse Schrubber-Systeme und er gab mir schmunzelnd den&nbsp;Ratschlag, doch meinen Mann auf altmodisch wischen zu lassen, bis ich meinen Stiel gefunden haben w\u00fcrde. &#8222;Aber der muss schon kochen!&#8220; &#8222;Ach so, na dann &#8230;!&#8220; Opi schlurfte dann mit seinem eigenen Schrubbersystem in Richtung Kasse.&nbsp;<\/p>\n<p>An der Kasse gab es nicht gen\u00fcgend Kundenabtrennst\u00e4be, so dass ich die Gurke des Kunden vor mir schlicht zur Grenze erkl\u00e4rte. &#8222;Sie haben doch nichts dagegen, dass wir Ihr Gem\u00fcse als Abtrenngurke missbrauchen?&#8220; Er hatte nicht. Knuffel st\u00f6hnte.&nbsp;<\/p>\n<p>Endlich hatten wir unseren Einkaufsamstag hinter uns. So schlimm war es gar nicht. Man kann interessante Menschen treffen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kommt ja nicht wirklich drum herum, auch wenn wir es versuchen. Aber der Kaffee war fast alle, und die Milch komplett aus, und ohne das ist ein Wochenende nicht denkbar. 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