{"id":16224,"date":"2017-07-14T15:20:36","date_gmt":"2017-07-14T13:20:36","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=16224"},"modified":"2017-07-14T15:24:56","modified_gmt":"2017-07-14T13:24:56","slug":"abschnitt-iii-und-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/abschnitt-iii-und-iv\/","title":{"rendered":"Abschnitt III und IV"},"content":{"rendered":"<p><strong>III<\/strong><\/p>\n<p>Der kleine Prinz kommt &#8211; so erf\u00e4hrt und erz\u00e4hlt Antoine &#8211; von einem anderen Planeten, der sehr klein ist, so dass sich sein Schaf gar nicht verlaufen k\u00f6nnte.&nbsp;<br \/>\nW\u00e4hrend ich die Zeilen lese, wandern meine Gedanken in eine v\u00f6llig andere Richtung, und nicht geradeaus.&nbsp;<\/p>\n<p>Was w\u00e4re, wenn es gar nicht um Schafe in Kisten geht? Was, wenn man etwas anderes damit meint, Liebe zum Beispiel? Soll &#8211; darf man Liebe anbinden, damit sie nicht fort- und damit sie sich nicht verlaufen kann? Darf Liebe einen Menschen &#8222;anbinden&#8220;, oder ist es dann keine Liebe? Was, wenn man einen Menschen so sehr liebt, dass man ihm alle Freiheiten l\u00e4sst, auch auf die Gefahr hin, dass man ihn dadurch verliert?&nbsp;<\/p>\n<p>Ja, ich gebe zu, ich denke gerade an #QAF; wo diese Thematik eine entscheidende Rolle spielt (jedenfalls auf die Art, wie ich es sehe).&nbsp;<\/p>\n<p>Noch etwas kam mir in den Sinn: Ein Planet, der so klein ist, dass man nicht weit geradeaus gehen kann. Heimat, die vertraut ist, die man kennt, aber die auch einengt irgendwann. Ich vermisse meine Heimat an manchen Tagen, das Dorf, die W\u00e4lder, die Berge, die Gewitter.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n<p>Der t\u00fcrkische Astronom, der den B 612 Astroiden = Heimat des Prinzen zuerst entdeckte, und dem niemand ernst nahm, weil er keine europ\u00e4ische Kleidung trug. Mit der richtigen Kleidung (Kleiderordnung von einem Diktator befohlen) waren dann alle seiner Meinung.&nbsp;<\/p>\n<p>Wann ist das Buch zum ersten Mal erschienen? Wiki wei\u00df bestimmt die Antwort: 1943 in New York. Aber die Aussage darin ist \u00e4lter und aktueller, denn je. Oder scheint es mir nur so? Sind wir heute wirklich offener, unvoreingenommener den &#8222;Nerds&#8220; gegen\u00fcber, weil es hipp ist, nerdig zu sein? Und andersherum: Wenn eine (politische) Meinung nur richtig angezogen daherkommt, getarnt als &#8222;Besorgnis f\u00fcr das Volk&#8220;; vergisst man dann, dar\u00fcber nachzudenken, was es wirklich oft ist &#8230; Hetze? Auf Twitter beispielsweise begegneten mir ab und an Tweets, die sinngem\u00e4\u00df mit den Worten begannen: Ich bin kein Nazi, aber &#8230; &nbsp;und dann kam irgendeine Aussage, warum Fl\u00fcchtlinge in Deutschland alles kaputtmachen w\u00fcrden, wie man Fl\u00fcchtlingen alles in den Rachen schieben w\u00fcrde, und sie nur fordern und verlangen k\u00f6nnten, gierig und nie zufrieden, w\u00e4hrend der deutsche Otto Kleingeist auf der Strecke bleiben w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n<p>Ich schweife scheinbar ab, doch das ist ja bei dieser Lekt\u00fcre beabsichtigt.<\/p>\n<p><em>&#8222;Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele bevorzugt er? &#8230;.&#8220;&nbsp;<\/em>Das sind die wesentlichen Fragen, die man stellen sollte, wenn man von einem neuen Freund erz\u00e4hlt. Ich mag das, ich mag das sehr. Ich muss gerade sehr l\u00e4cheln und frage mich, welche Fragen (und Antworten) man bei mir stellen\/bekommen w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Es war einmal ein kleiner Prinz, der auf einen Planeten lebte, der kaum gr\u00f6\u00dfer als er selbst war, und er brauchte einen Freund &#8230;&#8220;&nbsp;<\/em><br \/>\nDa ist sie wieder, die Freundschaft, die wir brauchen, wie klein unsere Planeten auch sein m\u00f6gen. Freund\/Freundschaft sind so m\u00e4chtige, bedeutungsvolle Worte! Ich f\u00fcrchte, ich war in letzter Zeit kein Freund; denn mir reicht mein kleiner Planet derzeit.&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Mein Freund gab mir nie Erkl\u00e4rungen. Er glaubte wohl, ich sei ihm \u00e4hnlich. Doch ich kann leider keine Schafe in Kisten erkennen. Ich bin vielleicht schon ein wenig wie die Erwachsenen, ich musste ja \u00e4lter werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ich kann auch keine Schafe in Kisten erkennen, oder \u00fcbersetzt eben: Ich kann auch nicht mehr z\u00fcgellos meine Fantasie ausleben. Zu viel Alltag mit Akten und Synopsen, keine Zeit, um in Wolken zu starren und sorglos den Tag zu verbringen.&nbsp;<\/p>\n<p>Mich l\u00e4sst das mit der Freundschaft gerade nicht los; ich denke an Mel. Ich betrachte sie als Freundin. Und doch bin ich auf meinem kleinen Planeten vor ihr weggelaufen. Ich dachte wohl, sie versteht das, mich &#8230;&nbsp;<br \/>\nOder Jutta! Vor ihr bin ich sicher auch weggelaufen (zumindest zeitweise). Und sie lief sicher auch vor mir davon. Aber wir haben uns nie verloren; auch jetzt nicht, auch wenn sie nicht mehr da ist. Waren wir uns \u00e4hnlich? In bestimmten Sachen sicher, in anderen ganz und gar nicht. Manchmal wollte sie mich anbinden. Ich lie\u00df mich nicht anbinden!&nbsp;<\/p>\n<p>Bin ich ein Freund? Wann ist man ein Freund? Wie viele Freunde braucht man? Manchmal denke ich, dass ich ohne Freunde auskommen w\u00fcrde. Der Gedanke erschreckt mich dann. Aber er ist trotzdem wahr. Wenn ich mir selbst genug bin, ist die Gefahr gr\u00f6\u00dfer, nur noch sich zu sehen (und in meinem Fall in das Universum abzugleiten, in dem ich niemanden etwas schuldig bin, keine Erkl\u00e4rungen abgeben muss, warum ich mir selbst genug bin.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>III Der kleine Prinz kommt &#8211; so erf\u00e4hrt und erz\u00e4hlt Antoine &#8211; von einem anderen Planeten, der sehr klein ist, so dass sich sein Schaf gar nicht verlaufen k\u00f6nnte.&nbsp; W\u00e4hrend ich die Zeilen lese, wandern meine Gedanken in eine v\u00f6llig &hellip; <a href=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/abschnitt-iii-und-iv\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-16224","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-der-kleine-prinz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16224"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16224\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16236,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16224\/revisions\/16236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}