{"id":18879,"date":"2019-03-23T13:27:48","date_gmt":"2019-03-23T12:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/sajec.de\/blog\/?p=18879"},"modified":"2019-03-23T13:28:03","modified_gmt":"2019-03-23T12:28:03","slug":"das-geschriebene-wort-zu-ruegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/das-geschriebene-wort-zu-ruegen\/","title":{"rendered":"Das geschriebene Wort zu R\u00fcgen"},"content":{"rendered":"\n<p>R\u00fcgen ist immer toll, auch au\u00dferhalb der Saison und bei eher m\u00e4\u00dfigem Wetter, wobei wir noch Gl\u00fcck hatten. Es war halbwegs zwischendurch trocken, jedenfalls so weit, dass man Fotografieren konnte. Am ersten Abend hatten wir Sturm, und I LOVED IT! Wie der Wind die Wellen peitschte und durch die noch kahlen B\u00e4ume im nahen Wald rauschte; es gibt f\u00fcr mich nichts Beruhigendes. Schon auf der Hinfahrt durchfuhren wir eine Sturmwolke, die beides war, Angst einfl\u00f6\u00dfend und faszinierend zu gleichen Teilen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Hotel, das wir uns ausgesucht haben, war toll, wenn auch der Flur zum Zimmer etwas weit. \u00dcberhaupt war Laufen f\u00fcr mich doch ein wenig schwieriger, als vermutet. Abgesehen davon, dass ich total au\u00dfer jeglicher Kondition bin, ohne die Kr\u00fccken w\u00e4re ich an dem Wochenende doch nicht weit gekommen. So schlich ich eher mit Jo \u00fcber die Insel. Wir besuchten Binz und Sa\u00dfnitz, fuhren &#8211; unverschuldet umsonst &#8211; mit dem Schiff \u00fcber st\u00fcrmische Wellen an den ber\u00fchmten Kreidefelsen vorbei. Wieso umsonst? Weil ich st\u00e4ndig ohne Bargeld unterwegs bin, was im 21. Jahrhundert eigentlich kein Problem mehr sein sollte. War es im Prinzip auch nicht, nur dass die Schiffticketverk\u00e4uferin ihr EC-Ger\u00e4t nicht verstand. Ich hab ja versucht, sie darauf hinzuweisen, dass da offenbar etwas nicht geklappt hat, wenn auf der ausgedruckten EC-Quittung in fetten Buchstaben steht: Vorgang abgebrochen! Ihre Antwort war darauf nur: Das ist normal, das macht der \u00f6fters. Das ist so schon richtig! <br>Na dann?! Es war nat\u00fcrlich wie vermutet, die pro Nase 15 Euro Schiffssold wurden nie abgebucht, und wir haben trotzdem die Kreidefelsen vom Meer aus gesehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und dann fuhren wir quer durch R\u00fcgen, Alleenstra\u00dfen entlang, und je sp\u00e4ter es wurde, umso gr\u00f6\u00dfer das Verlangen nach Schnitzel. Hach, was w\u00fcrden wir nicht geben f\u00fcr ein gutes Schnitzel. Das Handy-Navy, das uns bis dahin gute Dienste leistete, zeigte auch einige Restaurants an, die angeblich auch Schnitzel und Co. auf der Speisekarte f\u00fchren w\u00fcrden. Allein &#8230; der Weg dahin f\u00fchrte \u00fcber einspurige Feldwege, und zwar mitten \u00fcber selbige, also Feldstra\u00dfen. Immer mit dem stillen Gebet, es m\u00f6ge kein Auto entgegenkommen. Wir hatten diesbez\u00fcglich Gl\u00fcck &#8211; mit dem Verlangen nach Schnitzel eher weniger, denn nachdem wir nach ein paar Kilometer Feldstra\u00dfe wieder in Zivilisation zur\u00fcckfanden und das anvisierte Schnitzelrestaurant nah vermuteten, f\u00fchrte uns das Navy straight den selben Feldweg wieder zur\u00fcck. Mittlerweile war es dunkel und es regnete und ich hatte Hunger und war m\u00fcde und meine Knie taten weh &#8230; und VERDAMMT NOCH MAL ICH WILL JETZT MEIN SCHNITZEL!<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck gibt es auch auf R\u00fcgen, genauer gesagt in Bergen auf R\u00fcgen, ein Shoppingcenter, mit einer Hei\u00dfen Theke; die explizit und f\u00fcr uns als letzte und einzige Kunden noch Schnitzel anpries. Obwohl: Ich musste mir das Schnitzel erst argumentativ verdienen, wollte mir doch die Schnitzelsachbearbeiterin erz\u00e4hlen, es st\u00e4nde nur auf der Mittagskarte. Stand es nicht! Es stand da als TAGESMEN\u00dc. Gebt mir mein Schnitzel! Ich bekam es dann irgendwann auch, nachdem ich daf\u00fcr doch noch den um die Ecke stehenden ATM pl\u00fcndern musste. Es war nicht das beste Schnitzel, das ich jemals gegessen habe, es war verdaubar und erinnerte nur ganz leise an Pappe. Und als wir dann endlich im Hotelzimmer zur\u00fcck und im Bett waren, konnte ich selig einschlummern. Kaputt, aber dann doch zufrieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Sonntag haben wir relaxter begonnen, genossen erneut das reiche Fr\u00fchst\u00fccks-B\u00fcffet, danach ein Spaziergang (mit Kr\u00fccken und gaaaaanz langsam) am Meer entlang und ein bisschen durch den Wald und anschlie\u00dfend durch den Schlosspark, genau in das ehemalige f\u00fcrstliche Affenrundhaus, das jetzt ein Spielzeugmuseum inklusive Cafe ist. Dort kehrten wir ein und h\u00f6rten Helene Fischer und Hanne Haller und wurden ansonsten mit unseren Getr\u00e4nken mehr oder weniger in Ruhe gelassen. Im Schlosspark bl\u00fchte bereits der B\u00e4rlauch und zumindest ich konnte ihn riechen. Die Statue des F\u00fcrsten Malte, zu dem wir anschlie\u00dfend pilgerten, war noch verh\u00fcllt. Hmpf. Das Haus, das auf dem Kopf steht in Putbus, betwitterten wir am\u00fcsiert, waren jedoch zu m\u00fcde, um alles verquer zu erlaufen. Mich zog es zur\u00fcck ins Bett, ich war fix und alle von dem Samstag davor. \ud83d\ude00 Nix mehr gewohnt die Alte. <\/p>\n\n\n\n<p>Sonntag Abend dann das kleine Restaurant gefunden, das eigentlich nur 10 Gehminuten entfernt sein sollte, von dem uns Google aber sagte, die Stra\u00dfe dahin w\u00e4re f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger gesperrt, weshalb wir dann doch mit dem Mazda hinfuhren LOL. Die Stra\u00dfe war NICHT gesperrt, Google Maps war einfach noch nicht auf dem neuesten Stand, aber wir dann drin, in dem kleinen Restaurant, auf St\u00fchlen, die einfach nicht f\u00fcr mein ausladendes Hinterteil gebaut waren &#8230; ich passte kaum rein. Das Essen aber war k\u00f6stlich, die Strohhalme aus Glas, die Schorlen aus dem eigenen Fr\u00fcchteanbau. Dank der unbequemen St\u00fchle waren wir dann auch p\u00fcnktlich zum M\u00fcnsteraner Tatort wieder im Bett. <\/p>\n\n\n\n<p>Und dann war das Wochenende schon wieder vorbei, der Montag war da, und die R\u00fcckfahrt stand an. Bis, dass der Mazda dringend tanken sollte und stundenlang keine einzige Tankstelle unseren Weg kreuzte, war es nicht besonders erw\u00e4hnenswert. Der normale Wahnsinn auf deutschen Stra\u00dfen an einem Montag. Aber wir kamen gut durch und waren viel zu fr\u00fch in Bremen, um Jo in den Zug zu setzen. Adios R\u00fcgen. Gerne wieder. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcgen ist immer toll, auch au\u00dferhalb der Saison und bei eher m\u00e4\u00dfigem Wetter, wobei wir noch Gl\u00fcck hatten. Es war halbwegs zwischendurch trocken, jedenfalls so weit, dass man Fotografieren konnte. 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