{"id":19218,"date":"2020-03-22T10:41:23","date_gmt":"2020-03-22T09:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/sajec.de\/blog\/?p=19218"},"modified":"2020-03-22T10:47:24","modified_gmt":"2020-03-22T09:47:24","slug":"c-tagebuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/c-tagebuch\/","title":{"rendered":"C-Tagebuch"},"content":{"rendered":"\n<p>Vermutlich haben einige schon diese Idee in diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Virenzeiten, wo kein Tag vergeht, wo man nicht mit diesem bl\u00f6den Virus konfrontiert wird. Fangen so nicht diese End-Zeit-Movies an, dass die Menschheit einem Virus\/Alien\/dem au\u00dfer Kontrolle geratenen \u00fcbergro\u00dfen Toastern zum Opfer fiel und nur eine handvoll \u00dcberlebende durch geisterhafte, verlassene St\u00e4dte schleichen, auf der Suche nach Wertvollen &#8230; wie der letzten Rolle Klopapier?<\/p>\n\n\n\n<p>Noch mache ich mich dar\u00fcber lustig, aber das Lachen vergeht einem mit jedem Tag mehr, an dem nichts mehr normal zu sein scheint. Und ganz klar, wenn es zum Supergau kommen sollte, also der schlimmste aller F\u00e4lle eintritt und es erst noch sehr viel schlimmer alles werden wird, bevor es auch nur einen Hauch besser werden kann, dann werde ich ohne Zweifel zu den Massen geh\u00f6ren, die nie namentlich \u00fcberleben, sondern nur eine Kommastelle in der Statistik sein werden; an deren Namen man sich nicht mehr erinnert, sondern die man fast ehrf\u00fcrchtig leise einem gleicherma\u00dfen geschockten Publikum hinhaucht, um zu demonstrieren, wie schlimm die damaligen Zeiten waren und wie gro\u00df die Opferzahlen wirklich ausfielen. Vielleicht sollte einem bewusst werden, dass wir an einem solchen Beginn stehen k\u00f6nnte, als &#8222;das alles anfing&#8220;, damals, im fr\u00fchen Zwanzigzwanzig, als die Menschen noch nach Klopapier jagten und Corona-Partys feierten, die Gefahr ignorierten und nicht ahnten, wohin das alles f\u00fchren sollte. So, wie wir heute von den Dinosaurieren sprechen, die den Meteoriten kommen sahen und noch neugierig die K\u00f6pfe hoben vom Grasen, und nicht ahnten, wie schnell ihre Welt nicht mehr da sein w\u00fcrde. Oder die Neanderthaler, als sie in ihren H\u00f6hlen hockten und von dieser neuen Gruppe Menschen grunzten oder fl\u00fcsterten, die gesichtet worden sind, die so anders aussehen und anders laufen und andere Felle tragen &#8230; <\/p>\n\n\n\n<p>Ach, ich werde ganz merkw\u00fcrdig, ich merke das ja selbst. Man &#8211; ich  &#8211; will an ein bisschen Normalit\u00e4t festhalten. Normalit\u00e4t, die man vor ein paar Tagen noch abwertend Alltag genannt hat und verabscheute. Und heute ist Einkaufen schon etwas, wor\u00fcber man nachdenken muss. Wann, wer, wohin? Was ist \u00fcberhaupt noch auf? Und werden sich die Leute daran halten, Abstand zu halten, oder ist der Weg an die ALDI-Kasse derjenige, dem ich dann Tage sp\u00e4ter das Virus verdanken werde? Und was ist, wenn ich es dann habe? Werde ich dahinsiechen, wie die bedauernswerten Menschen in den Fernsehnachrichtenbildern, die auf dem Bauch liegend an Sauerstoffmasken angeschlossen trotzdem nach 4 oder 5 Tagen schlicht abkratzen? Will man so enden? Muss es soweit kommen? Wird es soweit kommen? Ist es vielleicht schon viel schlimmer, als man uns zeigt? Es ist kein Wunder, dass Verschw\u00f6rungstheorien wie Pilze wachsen und gedeihen; eine verschrobener und obskurer, als die andere. Man k\u00f6nnte schlicht durchdrehen. Und was gestern noch wie eine Theorie kopfsch\u00fcttelnd belacht wurde, entpuppt sich am n\u00e4chsten Tag als gar nicht mehr so fledermaus-abwegig. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich will mich nicht anstecken lassen an der Hysterie und Panikmache, am Schwarz-Sehen und Zombie-Beschw\u00f6rungen. F\u00fcr mich wird sich in den n\u00e4chsten Tagen noch nicht viel \u00e4ndern: Ich darf noch ins B\u00fcro, dort ist noch einiges zu tun. Aber zum Gericht darf ich nicht mehr; die Gerichtspost wird auf den normalen Postweg zugestellt. Ansonsten bleibt man eben zu Hause, nur mit dem Unterschied, das man vor C. eben noch die Wahl hatte, ob man da hin oder dorthin wollte, bevor man sich dann eben doch wieder f\u00fcr C wie Couch entschied. Jetzt, wo man diese Wahl nicht mehr hat, ertappt man sich dabei, gern woanders sein zu wollen, als auf dem heimischen Sofa. Man verlangt eben wirklich immer gerade das in dem Moment, was man nicht haben kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie es weiter geht, wei\u00df keiner so genau. Wie lange es noch dauern wird auch nicht. Dass es das ganze Jahr oder m\u00f6glicherweise JahrE andauern k\u00f6nnte, erschreckt auch mich. Ein paar Tage oder Wochen eingeschr\u00e4nkt zu werden, damit kann man noch irgendwie umgehen; aber wenn das jetzt der Alltag der Zukunft sein sollte &#8230; nur noch pendeln zwischen B\u00fcro und Couch und vielleicht dem n\u00e4chsten Supermarkt; aber kein Kino, keine Konzerte, keine Eisdiele, keine Fotosafaries mit Freunden, keine Sail 2020 in Bremerhaven, keine Flugreise wohin auch immer, kein Sommerspass im Wasser, keine Schiffstouren, kein B\u00fclent, kein Torsten Str\u00e4ter, kein vielleicht Stefan J\u00fcrgens live, wenn sich Gelegenheit ergibt, denn f\u00fcr all das wird es keine Gelegenheiten geben &#8230;.nichts von den kleinen Ausrei\u00dfern aus dem Alltag! Da k\u00f6nnte man wirklich schon nur an den Gedanken daran fast zerbrechen. <\/p>\n\n\n\n<p>Schnell! Neue Gedanken, Sunshine in my mind, bevor es zerbr\u00f6selt. Ich habe mein KINDLE und noch immer die besten Lovestories des #QAF Universums. Ich habe Twitter und die Sonntagabende mit dem gemeinsamen Tatort schauen. Ich habe meinen Musikstreamingdienst, der mich neue Musik entdecken l\u00e4sst (derzeit gerade HAEVN). Und ich habe meine Minifamilie, die (noch) gesund ist. Ich habe noch keine Existenzangst, auch die Miete ist bei uns vorerst nicht gef\u00e4hrdet. Wir sind &#8211; im Gegensatz zu einigen anderen &#8211; noch in einer komfortablen Situation. Und in dem Sinne konzentriere ich mich jeden Tag auf das, was ich noch habe und genie\u00dfen kann, und betrauere nicht allzu sehr die Dinge und Gelegenheiten, die ich derzeit eben nicht haben kann. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HAEVN.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19219\" width=\"394\" height=\"454\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HAEVN.jpg 556w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HAEVN-260x300.jpg 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich haben einige schon diese Idee in diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Virenzeiten, wo kein Tag vergeht, wo man nicht mit diesem bl\u00f6den Virus konfrontiert wird. 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