{"id":20768,"date":"2024-01-25T20:44:50","date_gmt":"2024-01-25T19:44:50","guid":{"rendered":"https:\/\/sajec.de\/blog\/?p=20768"},"modified":"2024-01-25T20:50:14","modified_gmt":"2024-01-25T19:50:14","slug":"25-01-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/25-01-2024\/","title":{"rendered":"25.01.2024"},"content":{"rendered":"\n<p>Bin mir noch nicht sicher, ob ich diesen Beitrag \u00f6ffentlich mache oder in den privaten Archiven verstecke. Hm, ich werde sehen, wie es am Ende sich anf\u00fchlt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Gestern war ich bei J. Eltern, G. und E. Viel zu lange versprochen, viel zu lange aufgeschoben und mich &#8211; sagen wir es, wie es ist &#8211; davor gedr\u00fcckt; auch aus &#8222;Angst&#8220;, dass es wieder von vorn anf\u00e4ngt, die Trauer, das Nicht-Verstehen-K\u00f6nnen, dass J. tot ist. Ihr Todestag j\u00e4hrt sich im Dezember d. J. schon zum 1o. Mal. Es f\u00fchlt sich nicht so an! Noch immer begegnen mir im B\u00fcro Zettel, Vermerke oder von ihr angelegte Akten. Es vergeht eben auch kein Tag, an dem ich nicht kurz zumindest an sie denke. Oder was sie wohl jetzt sagen w\u00fcrde, wenn ich ihr &#8211; wie dem Rest der Welt &#8211; strahlend erz\u00e4hlte, dass ich Oma werde! Oder ob wir \u00fcberhaupt noch miteinander sprechen w\u00fcrden; denn in den letzten Jahren, als sie so sehr abgenommen hatte und (so empfand ich es damals) ohne R\u00fccksicht auf andere verpasste Jugend nachholen wollte, rasselten wir schon ab und an aneinander. Am Ende sa\u00df ich dann mitten in der Nacht mit einer schluchzenden J. bei ihr zu Hause und versuchte, sie aufzubauen. Sie erinnerte sich eben immer dann an mich, wenn sie Zuspruch oder auch nur eine Schulter brauchte; wenn sie dann wieder auf Piste ging, war ich vergessen.  Sie konnte sich ja auch darauf verlassen, dass ich am n\u00e4chsten Morgen mir irgendeine Ausrede einfallen lassen w\u00fcrde, warum sie &#8211; schon wieder &#8211; sp\u00e4ter im B\u00fcro sein w\u00fcrde, wenn \u00fcberhaupt. <br>Aber all das z\u00e4hlt nun nicht mehr, sie ist tot, und \u00fcber Tote soll man nicht schlecht reden, und ich will auch nicht schlecht reden. J. war nicht nur meine Kollegin, sondern eben auch eine Freundin, die mich hier aufgenommen hatte vor 23 Jahren, als wir in NHam ankamen und ich niemanden kannte und wir keine Kontakte hatten. Und das ist das, was z\u00e4hlt, was auch J. Eltern aufrecht erh\u00e4lt, dass J. eine, <strong>meine <\/strong>Freundin war. Das tr\u00f6stet sie, das tr\u00f6stet auch mich. <\/p>\n\n\n\n<p>So sa\u00df ich bei G. und E. gestern auf dessen Sofa und erz\u00e4hlte von mir, wie es mir im Jahr 2023 ergangen ist, vom Tod meiner Br\u00fcder, nat\u00fcrlich auch, dass ich nun Oma werde; und G. stellte mir die Frage, ob ich denn jetzt gl\u00fccklich w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich bin es. Trotz allem, ich bin zufrieden. Es ist nicht alles perfekt, ich habe noch viel vor und muss nat\u00fcrlich auch an der Verbesserung meiner Gesundheit (also sprich: Abnehmen) arbeiten; und ich werde sehr froh sein, wenn ich die Nachlassgeschichten endlich abschlie\u00dfen kann, wann auch immer das sein wird. Aber ich bin zufrieden, ich fahre gern ins B\u00fcro, aber noch lieber komme ich in unser heimeliges Zuhause. Ja, ich k\u00f6nnte fast gl\u00fccklich sein, und mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, am Leben zu sein, ziemlich gut zu leben, jedenfalls meistens sorgenfrei. Ich habe meine Familie, einen Job, der mich ausf\u00fcllt, auch wenn er manchmal anstrengend ist, ich habe meine Geschichten auf dem Kindle; ja, im Moment geht es mir gut. <\/p>\n\n\n\n<p>Morgen besuchen M. und ich den Bodo Wartke (das ist der, der so schnell Sprichsingt, zB vom Dachdecker mit dem Black &amp; Decker) in Bremen.  Das wird sicher lustig. Das bisschen B\u00fcro am Vormittag ist da schnell geschafft. \u00dcberhaupt bin ich diese Woche jeden Tag superp\u00fcnktlich aus dem B\u00fcro gekommen und habe trotzdem das Gef\u00fchl gehabt, viel geschafft zu haben. Das ist ein gutes Gef\u00fchl. Ich mag das. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Wochenendeinkauf habe ich auf Samstag vertagt, und auch der Samstag Nachmittag ist bereits verplant, denn in Zeiten wie diesen m\u00fcssen die leisen, die Anst\u00e4ndigen laut werden und auf die Stra\u00dfe gehen, gegen rechten Faschismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen Nazis, gegen die AFD. Denn<strong> Nie wieder ist JETZT!<\/strong> Wir sind schlicht mehr!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bin mir noch nicht sicher, ob ich diesen Beitrag \u00f6ffentlich mache oder in den privaten Archiven verstecke. 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