{"id":21770,"date":"2025-03-02T15:48:06","date_gmt":"2025-03-02T14:48:06","guid":{"rendered":"https:\/\/sajec.de\/blog\/?p=21770"},"modified":"2025-03-02T16:21:16","modified_gmt":"2025-03-02T15:21:16","slug":"mein-kleines-zimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/mein-kleines-zimmer\/","title":{"rendered":"Mein kleines Zimmer"},"content":{"rendered":"\n<p>Das hier wird ein sehr pers\u00f6nlicher Beitrag, der schon eine ganze Weile meine Gedanken besch\u00e4ftigt und bei dem ich nicht sicher war und bin, ob ich ihn ungesch\u00fctzt auf die Welt lassen soll. Andererseits &#8211; es ist ja nicht so, dass ich in der \u00d6ffentlichkeit stehe und jemand schlecht \u00fcber mich denken k\u00f6nnte. Pah, vermutlich denkt so gar keiner \u00fcber mich auch nur eine Nanosekunde nach. Das ist okay, dieser Blog &#8211; also ich &#8211; erhebt ja wie bekanntgegeben keinen Anspruch auf Beachtung. Und doch ist jeder Mensch, und auch ich, ein wenig eitel und will mit seinen besten Seiten wahrgenommen werden. Und wer geht dann schon mit den schlimmen hofieren? Aber dieser Beitrag wollte geschrieben bzw. erz\u00e4hlt werden, und wenn es nur f\u00fcr mich ist, und auch, wenn mein fr\u00fcheres Ich dabei nicht so gut wegkommt. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist das Jahr 2021. Ich wiege sicherlich &#8211; wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt auf die Waage gestellt h\u00e4tte &#8211; mehr als 130 kg. Aber ich habe mich nicht (mehr) auf die Waage gestellt. Wozu auch? Alles war anstrengend. Alles. Die 3 x 2 Treppen in das 2. OG  in unsere Wohnung wurde Tag f\u00fcr Tag schwieriger. M\u00fcll rausbringen? Eine Mammutaufgabe. Nicht nur, dass der M\u00fcll zu den eigenen Kilos an Gewicht ja noch dazu kam, die Knieprobleme machten es erforderlich, dass ich immer mit einer Hand am Gel\u00e4nder die Treppen hoch und vor allem runter musste. Da ist jeder Gang vorher abzuw\u00e4gen, ob er notwendig ist. Meistens kamen wir zu dem Schluss, dass er dann doch nicht so dringend war. Das Gewicht und der Bewegungsmangel hatten dann nat\u00fcrlich auch Auswirkungen auf die Wohnsituation. Seit Jahren war eigentlich eine Renovierung der Wohnung f\u00e4llig. Die letzte Renovierung lag mehr als 10 Jahre zur\u00fcck, die K\u00fcche hatten wir 2012 neu gemacht. Aber in der Zwischenzeit hatte sich viel Ger\u00fcmpel angesammelt und der stapelte sich. Die Wohnung bestehend aus Wohnzimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, K\u00fcche und Bad war l\u00e4ngst zu klein f\u00fcr die ganzen Sachen, die sich \u00fcber 20 Jahre lang angesammelt hatten. Selbst einige Sachen der ausgezogenen Tochter, wie die Kiste mit den ausgetretenen Schuhen, die l\u00e4ngst in den M\u00fcll sollten, stapelte sich noch im Flur, denn: die Treppen, das Knie-Problem, das Gewicht und die Scham. Sp\u00e4ter mal! <br>Und so zogen Jahre ins Land, zu der einen Kiste kamen andere dazu. \u00dcberall stand was herum. Sp\u00e4ter mal! Wenn wir renovieren, oder ausziehen! Immer dieses Sp\u00e4ter. Aber wann sollte Sp\u00e4ter sein? <br><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir die Energie aufbringen k\u00f6nnten, anzufangen, M\u00fcll wegzubringen, nicht mehr nur in der Dunkelheit, wenn die Nachbarn es nicht sehen. Also eigentlich nie. Wir wussten, es lag an uns, dass wir anfangen mussten, aber es war schlicht zu anstrengend, und mit jedem Jahr wurde es mehr, womit man h\u00e4tte anfangen m\u00fcssen. Wir waren vielleicht noch keine Messis, aber in die Wohnung reingelassen haben wir schon lange niemanden mehr. Zu schambehaftet. Die Couch, einst neu und unser ganzer Stolz, war in die Jahre gekommen, die Polster zerschlissen und von Katzenkrallen zerkratzt, besprenkelt mit Kaffee und Kakaoflecken, auch Katzenpisse, die F\u00fc\u00dfe waren abgebrochen, das ausziehbare Schlafgestellt l\u00e4ngst in den Latten gebrochen und nicht mehr nutzbar. Jede Ecke des Wohnzimmers war vollgestellt. \u00c4hnlich in der K\u00fcche. Alles war irgendwie vollgestopft mit Zeug. Richtig kochen konnte man nicht mehr, weil man keinen Platz hatte. Der Geschirrsp\u00fcler war seit Jahren kaputt, aber einen neuen zu bestellen h\u00e4tte bedeutet, dass jemand kommen und den alten abbauen und mitnehmen m\u00fcsste. Keine Chance! Nat\u00fcrlich f\u00fchlte man sich da nicht mehr wohl. Nat\u00fcrlich wussten wir, dass etwas passieren musste. Aber wo anfangen? <\/p>\n\n\n\n<p>Knuffel und ich hatten seit Jahren bereits getrennte Schlafzimmer, weil wir einfach nicht mehr schlafkompatibel sind. Er mag es warm, ich muss es kalt haben. Ich lese noch stundenlang im Bett; ihn st\u00f6rt das kleineste Licht und leiseste Rascheln. Geschnarcht haben wir wohl beide, und es war nicht mehr sexy. Getrennte Schlafzimmer ist da nur die nat\u00fcrliche Folge und auch gut so. Ich &#8222;bekam&#8220; das gro\u00dfe Schlafzimmer, er das ehemalige Kinderzimmer. Und in dem gro\u00dfen Schlafzimmer lag ich oft und schaute auf das Chaos um mich herum. Auf der leeren Betth\u00e4lfte stapelten sich Klamotten, vor dem Bett stapelten sich Kartons und Flaschenk\u00e4sten, die man mal wegbringen will, irgendwann sp\u00e4ter. Im gro\u00dfen Kleiderschrank war nur Ger\u00fcmpel, den man seit Jahren nicht mehr angezogen hatte. Der h\u00e4tte ausgemistet werden m\u00fcssen, aber da stand dann wieder das bekannte Problem im Weg. Wer bringts runter? Die Matratzen h\u00e4tten schon vor Jahren ausgewechselt werden m\u00fcssen. Es war kein Zustand. Es war nicht sch\u00f6n. Es war, wie es nun einmal war. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich verkroch mich in meine Welt. Mit dem Kindle konnte ich die Realit\u00e4t ausschalten. Meistens. Manchmal aber schaute ich mich um und stellte mir vor, wie ich mir mein Zimmer einrichten w\u00fcrde, wenn ich irgendwann einmal die Kraft und Energie aufbringen k\u00f6nnte, anzufangen auszumisten. Teil f\u00fcr Teil, auch wenn es Wochen und Monate dauern w\u00fcrde. Ich sah eine Kommode vor dem Fenster, meinem Bett gegen\u00fcber. Ein einzelnes Bett nur f\u00fcr mich und Bilder an den W\u00e4nden, vielleicht vom Meer. Gardinen vor dem weit ge\u00f6ffneten Fenster, vielleicht noch ein kleiner gem\u00fctlicher Sessel davor; alle Klamotten einger\u00e4umt im Schrank, ordentlich und sauber und \u00fcbersichtlich. Das ganze Zimmer gem\u00fctlich eben. Ein Raum, in dem man gern ist. Tr\u00e4umen konnte ich gut; aber die Energie, die Tr\u00e4ume auch umzusetzen, fehlten dann doch. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann zogen wir aus und um. In unsere neue EG-Wohnung mit dem Waldwohnzimmer. Wir leben nun seit fast 2 1\/2 Jahren in der neuen Wohnung, und sie ist nicht vollgestellt, sondern alles hat seinen Platz. Sie wird regelm\u00e4\u00dfig aufger\u00e4umt und geputzt und es k\u00f6nnte jederzeit Besuch kommen. Und ich habe mein Zimmer, so, wie ich es mir oft vorgestellt habe, wie es sein k\u00f6nnte. Ich liebe es! <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"767\" src=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1-1024x767.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21772\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1-768x575.jpg 768w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer-1.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"771\" src=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2-1024x771.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21779\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2-300x226.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2-768x578.jpg 768w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02032025_Zimmer2.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hier wird ein sehr pers\u00f6nlicher Beitrag, der schon eine ganze Weile meine Gedanken besch\u00e4ftigt und bei dem ich nicht sicher war und bin, ob ich ihn ungesch\u00fctzt auf die Welt lassen soll. 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