{"id":240,"date":"2010-01-30T17:21:30","date_gmt":"2010-01-30T16:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=240"},"modified":"2010-01-30T17:36:01","modified_gmt":"2010-01-30T16:36:01","slug":"die-naht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/die-naht\/","title":{"rendered":"Die Naht"},"content":{"rendered":"<p>Sophie sa\u00df an dem klobigen Holztisch in der Mitte der K\u00fcche. Die mit Blumen bedruckte Tischdecke war neu und roch aufdringlich nach Wachs. In der K\u00fcche war es still, nur das Brummen des alten K\u00fchlschrankes f\u00fcllte den Raum. Sophie war allein zu hause an diesem sp\u00e4ten Nachmittag. Durch das K\u00fcchenfenster schimmerte die untergehende Sonne und tauchte den Himmel \u00fcber den Nachbard\u00e4chern in ein warmes Goldgelb. Von drau\u00dfen wehte Lachen zu ihr herein. Sicherlich spielte ihr Bruder Thorben mit Frank und Mario, den gleichaltrigen Nachbarskindern, gerade Verstecken. Seufzend beugte sich Sophie wieder \u00fcber ihre Hausaufgaben. Mathe. Das zierliche zw\u00f6lfj\u00e4hrige M\u00e4dchen rief sich still selbst zur Ordnung. Bald w\u00fcrde Elvira nach hause kommen, dann musste sie fertig sein mit ihren Schulaufgaben.<!--more-->Elvira war Sophies und Thorbens Stiefmutter, korpulent und meistens schlecht gelaunt, wenn sie abends nach oben in die Wohnung polterte, um kurz nach dem Rechten zu schauen, wie sie sagte. Elvira war K\u00f6chin in der Kneipe im Erdgeschoss des gro\u00dfen Mietshauses. Seit vor 5 Jahren Sophies Mutter Mamutschka ganz pl\u00f6tzlich starb, hatte es die herrische Frau nach und nach geschafft, sich in der trauernden kleinen Familie einzunisten. Sophies Vater war nach dem Tod seiner Frau dankbar f\u00fcr jede Unterst\u00fctzung. Zun\u00e4chst kochte Elvira ab und zu f\u00fcr die Familie, k\u00fcmmerte sich um die W\u00e4sche und den Haushalt. Sie beteuerte oft, wie leid ihr die armen Kinder t\u00e4ten. Irgendwann schlief sie das erste Mal in dem gro\u00dfen Ehebett. Und nur wenige Tage sp\u00e4ter brachte sie den gro\u00dfen K\u00fcchentisch mit den zwei eingebauten Schiebesp\u00fclbecken und einige wenige Habseligkeiten mit und zog in die Wohnung ein. Sie k\u00fcmmerte sich nach wie vor um die Kinder des Witwers, doch ihr Ton verlor mit der Zeit das Mitleid, wurde fordernder, k\u00e4lter und strenger. Sie beanspruchte nicht nur das Bett von Mamutschka f\u00fcr sich, sondern auch ihre Kleider und B\u00fccher. Bald erinnerte nichts mehr daran, dass Sophies Mutter je hier gelebt hatte. Das sch\u00f6ne Hochzeitsbild der Eltern, das Sophie so sehr mochte, verschwand eines Tages in einer der Schubladen von Vaters alten Sekret\u00e4r. Der Vater selbst bet\u00e4ubte sich mit Arbeit und manchmal auch mit Alkohol, war selten zu hause und \u00fcberlie\u00df es Elvira, sich um alles zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Sophie musste nach und nach immer mehr Aufgaben im Haus \u00fcbernehmen: die gro\u00dfe Treppe und den Flur kehren und wischen, sich um das schmutzige Geschirr k\u00fcmmern, die Wohnstube saugen, daf\u00fcr sorgen, dass Elvira die Katze nicht zu Gesicht bekam und dass der kranke Thorben seine Stiefmutter nicht zu sehr reizte.<\/p>\n<p>Sophie seufzte wieder und wedelte eine Fliege gedankenverloren zur Seite. Thorben war jetzt 10 Jahre alt und das Problemkind in der Familie. Seit einer Hirnhautentz\u00fcndung war es an manchen Tagen nicht zum Aushalten mit ihm. Nie sa\u00df er still. Die \u00c4rzte verschrieben ihm Beruhigungstropfen. Dosierte man diese aber falsch, was oft vorkam, wurde seine Zunge taub und er sabberte. St\u00e4ndig lief seine Nase und ging etwas nicht nach seinem Willen, schrie und n\u00f6rgelte er so lange, bis er auch dem Sanftm\u00fctigsten die letzten Nerven raubte. Vater verlor dann schnell die Geduld. So wie erst gestern: Er schrie und versuchte mit einem Stock, den tobenden, br\u00fcllenden Sohn zum Schweigen zu bringen. Thorben jedoch kreischte mit jedem Schlag nur heftiger, trat und boxte gegen den Vater. W\u00e4hrend die Stiefmutter in solchen Situationen keifend Verw\u00fcnschungen ausstie\u00df und den Geschwistern mit Heimunterbringung drohte, versuchte Sophie, Vater und Bruder zu trennen. Sie zerrte Thorben in die kleine Kammer hinter dem Schlafzimmer der Eltern, presste seinen Kopf an ihre Schulter und wiegte ihn sanft hin und her, w\u00e4hrend er weinte und schluchzte und ihr Shirt vollrotzte. Oft weinte Sophie leise mit, trauerte um ihre Mutter und w\u00fcnschte sich, dass sie, wenn sie die Augen das n\u00e4chste Mal \u00f6ffnen w\u00fcrde, wie aus einem b\u00f6sen, dunklen Traum erwachen und ihre Mutter sie gleich rufen w\u00fcrde, um ihr die Haare zu flechten. Aber sie wachte nicht auf, und Mamutschka w\u00fcrde ihr nie mehr die langen blonden Z\u00f6pfe flechten und dabei das Lied von der kleinen Taube ihr ins Ohr summen.<\/p>\n<p>Mit den Jahren war das lebenslustige kleine M\u00e4dchen still geworden, aber nicht zerbrochen. Was wussten die anderen schon von den Welten, die sie heimlich in ihren Tr\u00e4umen besuchte und wo alles anders war?<\/p>\n<p>Sophie erschrak, als sie auf die Wanduhr blickte. Gleich 17.30 Uhr. Vater w\u00fcrde bald hier sein. Gerade wollte sie die n\u00e4chste Aufgabe in ihrem Heft l\u00f6sen, als es an der T\u00fcr l\u00e4utete. Thorben, ihr kleiner Bruder, dr\u00e4ngte herein. Er war schmutzig im Gesicht, seine Nase lief und er hatte geweint. Wortlos hielt er Sophie seine neue Jacke hin und wischte sich mit der anderen Hand \u00fcber die Nase. In der neuen Jacke klaffte ein 15 cm langer Schlitz. Das w\u00fcrde \u00c4rger geben, gewaltigen \u00c4rger.<\/p>\n<p>\u201eKannst du das n\u00e4hen?\u201d schniefte Thorben, und dann sprudelte es nur so aus ihm heraus: \u201eIch konnte gar nichts daf\u00fcr, ich bin an irgendwas h\u00e4ngen geblieben und dann hat mich Mario geschubst. Elvira wird ausrasten, wenn sie den Riss sieht!\u201d<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde sie allerdings, dachte Sophie. Die Jacke war neu, keine 2 Monate alt. Elvira w\u00fcrde lamentieren, schreien und schimpfen. Schon wieder.<\/p>\n<p>Wortlos nahm Sophie die Jacke und betrachtete den Riss n\u00e4her.<\/p>\n<p>\u201eDu kannst das doch n\u00e4hen, Sophie? Du hattest doch Handarbeit in der Schule\u201d quengelte Thorben.<\/p>\n<p>\u201eIch war nie gut in Handarbeit, meine Stiche werden immer schief. Elvira wird sofort merken, dass die Jacke kaputt ist!\u201d antwortete Sophie, und das stimmte. So sehr sie sich auch M\u00fche gab, in Sticken und N\u00e4hen war sie einfach schlecht.<\/p>\n<p>\u201eBitte, Sophie, versuch es wenigstens! Du wei\u00dft doch, wie Elvira ausrasten kann!\u201d jammerte Thorben.<\/p>\n<p>Sophie seufzte. Ja, das wusste sie gut. Schon wegen Kleinigkeiten geriet Elvira in Wut. Elvira war eine j\u00e4hzornige Frau, der man am besten aus dem Weg ging. Sophie dachte traurig an die zerst\u00f6rte Kette aus Muscheln und Federn, ein Geschenk ihrer besten Freundin. Sie hatte die Kette am Morgen im Bad vergessen. Als sie nachmittags von der Schule nach hause kam, wartete Elvira mit dem erst halbvollen M\u00fclleimer auf sie und befahl ihr sofort, diesen nach unten zu bringen. Sophie fand die Kette zerrissen in dem Schmutzeimer. Die Stiefmutter stand mit verschr\u00e4nkten Armen vor ihr und beobachtete mit kaltem Blick jede Regung des M\u00e4dchens. Sophie unterdr\u00fcckte die Tr\u00e4nen und ballte die F\u00e4uste. Sie wollte nicht weinen vor dieser Frau! Sie klaubte die Kette aus dem Dreck und steckte sie in ihre Hosentasche. Elvira \u00e4chzte ver\u00e4chtlich und schrie so laut, dass alle Nachbarn es h\u00f6ren konnten: \u201aWenn du deinen Dreck nicht aufr\u00e4umen kannst, Fr\u00e4ulein, dann zeige ich dir eben, wo der hingeh\u00f6rt!\u2019 Sophie hatte nicht vor Elvira geweint, erst sp\u00e4ter, als sie allein in ihrem Zimmer war und versuchte, die Federn zu s\u00e4ubern und die Kette zu reparieren, rannen ihr unaufh\u00f6rlich die Tr\u00e4nen \u00fcber das Gesicht.<\/p>\n<p>\u201eGeh, und wasch dir erst einmal dein Gesicht und die H\u00e4nde. Wenn Vater dich so sieht, gibt\u2019s nur wieder \u00c4rger!\u201d befahl sie ihrem Bruder. \u201eIch versuche es zu n\u00e4hen, aber ich sag\u2019s dir gleich, sie wird es ja doch merken!\u201d<\/p>\n<p>Thorben strahlte Sophie dankbar an und verschwand im Badezimmer. Sophie r\u00e4umte ihre Schulsachen weg und holte das kleine N\u00e4hk\u00e4stchen aus dem Wohnzimmer. Sie suchte das passende Garn heraus, f\u00e4delte es in die Nadel und betrachtete noch einmal den Riss in der Jacke ihres Bruders. Elvira w\u00fcrde das auf jeden Fall merken, unm\u00f6glich, dass sie diesen Schaden \u00fcbersehen k\u00f6nnte. Sophie setzte vorsichtig den ersten Stich.<\/p>\n<p>Mittlerweile war Thorben wieder zur\u00fcck, mit gewaschenem Gesicht und halbwegs sauberen H\u00e4nden. Er setzte sich seiner Schwester gegen\u00fcber an den K\u00fcchentisch, sah ihr beim N\u00e4hen zu, zappelte auf dem Stuhl herum und plapperte drauf los: Wie sie bis vorhin Verstecken gespielt haben, drau\u00dfen, auf dem Grundst\u00fcck der Nachbarn, da, wo das alte zerfallene Haus steht. Alle waren dabei, sogar die \u00c4lteren, die schon in die Oberstufe gingen. Auch Sven, der schon eine Lehrstelle hatte. \u201eWarum warst du nicht mit drau\u00dfen, Sophie? Das war richtig lustig!\u201d<\/p>\n<p>Sophie hatte ihrem Bruder halb abwesend zugeh\u00f6rt. Sie w\u00e4re gern dabei gewesen. Sie liebte die Versteckspiele.<\/p>\n<p>\u201eDu wei\u00dft doch, dass ich Stubenarrest habe, Thorben.\u201d erinnerte sie ihn. Stubenarrest wegen Muckel. Elvira hatte die Katze letzte Woche in der Wohnung erwischt und einen Tobsuchtsanfall bekommen.<\/p>\n<p>Sophie hatte Muckel vor 8 Jahren geschenkt bekommen. Sie liebte die pechschwarze Katzendame. Auch Mamutschka hatte die Katze geliebt. Als Elvira sich eingenistet hatte, schmiss sie die Katze mit einem Fu\u00dftritt aus dem Haus. \u201aSolche Plagen w\u00fcrden ihr nicht mehr Schmutz und Dreck machen!\u2019, schimpfte sie und achtete nicht auf das weinende kleine M\u00e4dchen, das nicht verstand, warum die Katze nun nicht mehr mit ins Haus durfte. Sophie nahm Muckel jedoch nach wie vor heimlich mit in die Wohnung, wenn Elvira nicht da war. Letzte Woche aber \u00fcberraschte Elvira sie dabei. Die Stiefmutter pr\u00fcgelte mit dem Teppichklopfer auf die Katze ein, die in eine Ecke gedr\u00e4ngt kauerte, die Krallen ausfuhr und fauchte. Sophie sah keine andere M\u00f6glichkeit, als Elvira in den Arm zu fallen und zu versuchen, sie von dem Tier wegzuschieben. Schlie\u00dflich gelang es der Katze, mit einem Satz an der kreischenden Elvira vorbeizuspringen, allerdings verpasste sie dabei der hysterischen Frau noch einen fetten Kratzer am Bein. Elvira war au\u00dfer sich vor Zorn und schrie und pr\u00fcgelte nun mit dem Teppichklopfer auf Sophie ein, bis auch Sophie das Weite suchen konnte.<\/p>\n<p>Sophie hing weiter ihren Gedanken nach, w\u00e4hrend sie Stich f\u00fcr Stich setzte und ihr Bruder unaufh\u00f6rlich plappernd von den Erlebnissen des Nachmittags berichtete. Das M\u00e4dchen dachte in letzter Zeit viel an seine Mutter, und wie es wohl jetzt w\u00e4re, wenn Mamutschka nicht einfach gestorben w\u00e4re.<\/p>\n<p>Und dann setzte sie den letzten Stich. Fertig.<\/p>\n<p>Erstaunt betrachtete sie die Naht. Sie war gleichm\u00e4\u00dfig, jeder Stich war exakt gesetzt. Sophie war selbst verbl\u00fcfft, wie gut ihr die Reparatur gelungen war.<\/p>\n<p>\u201eMensch, Sophie, klasse. Das f\u00e4llt ja gar nicht mehr auf, dass da ein Riss war!\u201d staunte Thorben und tastete \u00fcber die Naht. \u201eDanke, Schwester!\u201d und er gab ihr versch\u00e4mt einen feuchten Schmatz auf die Wange.<\/p>\n<p>\u201eElvira wird es trotzdem merken\u201d warf Sophie ein.<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p>Der Riss blieb nat\u00fcrlich nicht unbemerkt. Schon am n\u00e4chsten Morgen fiel die Jacke Elvira in die H\u00e4nde. Thorben hielt fast den Atem an. Sophie putzte sich l\u00e4nger als n\u00f6tig die Z\u00e4hne und lauschte dabei angespannt in den Flur, wo sich Elvira vor Thorben aufbaute.<\/p>\n<p>\u201eWas ist damit passiert?!\u201d bellte Elviras Stimme durch die Wohnung und sie hielt dem Jungen die Jacke unter die Nase.<\/p>\n<p>\u201eSie ist zerrissen, aber Sophie hat sie doch gut gen\u00e4ht, Elvira, du hast gar keine Arbeit damit!\u201d versuchte Thorben die Stiefmutter gleich zu beschwichtigen.<\/p>\n<p>\u201eDarum geht es nicht!\u201d erwiderte Elvira und ihr Kopf lief bereits puterrot an. \u201eIch hatte dir verboten, mit der Jacke drau\u00dfen zu spielen! Die Jacke war schlie\u00dflich teuer!\u201d<\/p>\n<p>Noch einmal blickte sie auf die Naht und dann zu Sophie. \u201eDu sollst das gen\u00e4ht haben?\u201d fragte sie ungl\u00e4ubig.<\/p>\n<p>Statt Sophie antwortete wieder Thorben: \u201eJa, Sophie hat das gen\u00e4ht. Es ist kaum noch was zu sehen von dem Riss! Gut, nicht?\u201d<\/p>\n<p>\u201eL\u00fcg nicht so frech!\u201d kreischte Elvira los, \u201eNie im Leben hat das Sophie gen\u00e4ht! Los, sag sofort, wer dir das geflickt hat, Thorben!\u201d<\/p>\n<p>Thorben sah verst\u00e4ndnislos zu Sophie und setzte eine trotzige Mine auf: \u201eIch sage die Wahrheit, Sophie hat das gen\u00e4ht! Stimmt\u2019s Sophie?\u201d<\/p>\n<p>Sophie nickte nur.<\/p>\n<p>\u201eDu willst das gen\u00e4ht haben? Du? Du kannst doch sonst nichts richtig machen! Ihr l\u00fcgt alle beide! Na wartet, das werde ich eurem Vater sagen, was f\u00fcr verlogene B\u00e4lger ihr seid!\u201d Elvira\u2019s Stimme wurde mit jedem Wort lauter. \u201eIch wei\u00df schon, wer das gen\u00e4ht hat, bestimmt die alte Frau Laschke von nebenan! Gib es ruhig zu, ich bekomme es sowieso heraus!\u201d<\/p>\n<p>Bevor Thorben noch mehr sagen &#8211; und damit die Lage nur noch verschlimmern konnte &#8211; nahm Sophie ihren Bruder bei der Hand und beide rannten mit ihren Schultaschen und Jacken aus dem Haus. Die pl\u00e4rrende Stimme der Stiefmutter wurde leiser und verstummte schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>\u201eWarum hast du nichts gesagt, Sophie?\u201d verlangte Thorben von seiner Schwester zu wissen, als sie endlich langsamer wurden und das Haus mit der schimpfenden Stiefmutter hinter der Stra\u00dfenbiegung verschwunden war.<\/p>\n<p>\u201eWeil es keinen Sinn macht, Thorben. Sie wird es sowieso nicht glauben. Aber ist ja auch egal.\u201d antwortete Sophie. Und das war es auch, es war ihr egal. Sophie stellte erstaunt fest, dass es ihr tats\u00e4chlich nicht darauf ankam, von Elvira f\u00fcr etwas gelobt zu werden. Sie wusste, dass ihr die Naht gut gelungen war. W\u00e4re es eine Handarbeitshausaufgabe gewesen, h\u00e4tte sie sicherlich eine glatte Eins darauf bekommen.<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p>Am Abend stand Sophies Vater schweigend auf dem kleinen Balkon und starrte in den Himmel. Sophie stellte sich still neben den hageren Mann und blickte ebenfalls in die D\u00e4mmerung.<\/p>\n<p>\u201eHast du Thorbens Jacke gen\u00e4ht?\u201d fragte er unerwartet. Sophie nickte nur.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich nahm er Sophies Hand in die seinige und dr\u00fcckte sie sanft. \u201eDas war eine gute Arbeit, Sophie!\u201d \u00dcber Sophies Gesicht huschte ein L\u00e4cheln. Sie schmiegte sich noch enger an ihren Vater und w\u00fcnschte, dass dieser Augenblick ewig sein m\u00f6ge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sophie sa\u00df an dem klobigen Holztisch in der Mitte der K\u00fcche. Die mit Blumen bedruckte Tischdecke war neu und roch aufdringlich nach Wachs. 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