{"id":249,"date":"2010-01-30T17:32:58","date_gmt":"2010-01-30T16:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=249"},"modified":"2010-01-30T17:35:16","modified_gmt":"2010-01-30T16:35:16","slug":"wie-ermorde-ich-einen-frosch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wie-ermorde-ich-einen-frosch\/","title":{"rendered":"Wie ermorde ich einen Frosch?"},"content":{"rendered":"<p>Seit einigen Tagen (und leider auch &#8211; was fast noch schlimmer ist &#8211; N\u00e4chten) quakt es. Nicht irgendwo! Nein! So ziemlich genau unter meinem Schlafstubenfenster. Eigentlich war es auch nur eine Frage der Zeit, bis der Graben an unserem Haus von jenen quakenden Wesen als Heimstatt entdeckt werden w\u00fcrde. Fritz (wir m\u00fcssen dem neuen Untermieter ja einen Namen geben) zog also ein, und meine schlaflose Zeit begann.<!--more--><\/p>\n<p>Montag Abend:<\/p>\n<p>Ziemlich geschafft wollte ich mein m\u00fcdes Haupt zur n\u00e4chtlichen Ruhe betten. Der Tag war &#8211; f\u00fcr einen Montag nicht un\u00fcblich &#8211; anstrengend und stressig gewesen, was auch nicht verwundert, hatte man sich doch gerade an das dahinpl\u00e4tschernde und dadurch sehr erholsam wirkende Wochenende gew\u00f6hnt und die hetzerische Schwere der vergangenen Tage gerade fallen lassen k\u00f6nnen; da wird man an jeden dieser schon besungenen Blue Mondays erbarmungslos wieder in die Hast des Alltages gezerrt. Doch ich schweife ab.<\/p>\n<p>Ich lies mich also ziemlich ersch\u00f6pft in die Federn fallen, mein mir Angetrauter schnuffelte bereits wohlbehaglich vor sich hin. Kurz \u00fcberlegte ich noch, welches Einschlafprogramm ich diesmal w\u00e4hlen sollte &#8211; Radiogebrabbel, Leselekt\u00fcre oder das sanft dahinmurmelnde H\u00f6rbuch, welches seit Wochen im Player deponiert war, das ich aber nie so richtig zu Ende h\u00f6ren kann, weil mich Morpheus beizeiten und gewollt entf\u00fchrt. Ich entschied mich, dem H\u00f6rbuch eine erneute Chance zu geben, versorgte meine Ohren mit Kopfh\u00f6rern und war f\u00fcr weitere 10 Minuten Abenteuer in der Fantasiewelt a la Holbein bereit!<\/p>\n<p>Es fing harmlos an, ein einzelnes \u201eQuak\u201d t\u00f6nte, noch zur\u00fcckhaltend will mir heute scheinen, zu mir durch das angekippte Fenster herauf. Zun\u00e4chst glaubte ich an eine dramaturgische H\u00f6rbucheinlage &#8211; immerhin buddelte sich der Held ebenfalls gerade durch die kalifornische Botanik. Jedoch beim zweiten Quak, diesmal bereits eindeutig lauter und forscher, wurde mir klar: das kam nicht aus den Kopfh\u00f6rern, das war Leben pur! W\u00e4hrend ich bereits auf das dritte \u201eQuak\u201d des Abends wartete, pl\u00e4tscherte die Geschichte l\u00e4ngst an meinem Gehirn vorbei, ohne von selbigen aufgenommen zu werden. Holbein war gestorben, meine Ohren, ja mein ganzer K\u00f6rper waren auf das n\u00e4chste Quak fixiert. Und dieses kam &#8211; unausweichlich.<\/p>\n<p>Der dritte froschliche Ausruf von amphibischer Vitalit\u00e4t klang lang gezogen, begann eher tief (wie \u201equooooooooak\u201d) und steigerte sich in der Lautentwicklung zu einem immer h\u00f6her werdenden \u201equoooaaaaaiiiiiiiik\u201d. Kein Zweifel: da war ein Frosch, und offensichtlich hatte er nicht vor, seine frisch eroberte B\u00fchne f\u00fcr seine verbalen Attentate zu r\u00e4umen.<\/p>\n<p>Es nutzte nichts, ich musste mich aus dem Bett schwingen und versuchen, einen Blick auf den n\u00e4chtlichen Ruhest\u00f6rer zu erhaschen. Es war schon ein wenig d\u00e4mmrig, aber mit Gl\u00fcck w\u00fcrde ich diesen vermaledeiten Qu\u00e4ker lokalisieren. Nicht, dass ich danach hoffte, froschlos schlafen zu k\u00f6nnen! Machen wir uns nichts vor! Auch w\u00fcrde er sich wohl kaum durch meinen Anblick von seinen Konzertausbr\u00fcchen abbringen lassen. Allein: ich musste wenigstens versuchen, dem neuen Feind in meinem Leben ins Angesicht zu blicken, und zwar energisch!<\/p>\n<p>Sekunden sp\u00e4ter schnappte das Rollo nach oben und ich stand im Nachthemd am Fenster und sp\u00e4hte in den abendlichen Schlafzimmerabgrund hinunter.<\/p>\n<p>Nebel? Am Abend? Wie ungew\u00f6hnlich! schoss es mir durch den Kopf, bevor ich missmutig erkennen musste, dass das Fenster mal wieder einer Putzaktion bedurfte. Au\u00dferdem war auch noch das Fliegengitter zwischen mir und dem anvisierten Zielobjekt und behinderte nachhaltig meine Bem\u00fchungen um Sicht.<\/p>\n<p>Leise, um meinen nun schon unruhig grunzenden Gatten nicht noch aufzuwecken (wie kann der \u00fcberhaupt bei dem Gequake da drau\u00dfen so ignorierend pennen? M\u00c4NNER!), \u00f6ffnete ich das Fenster g\u00e4nzlich, entfernte ein St\u00fcck Insektenabwehrschutzschirm und verschaffte mir ein Bild von der Lage<\/p>\n<p>Was ich sah &#8211; besser gesagt zum ersten Mal bewusst registrierte &#8211; war, dass es sich bei dem Bereich unter meinem Fenster um ein wahres Luxuswohngebiet zumindest f\u00fcr Fr\u00f6sche handeln musste. Alles war vorhanden: ein mehr als T\u00fcmpel zu bezeichnender Graben mit Wasseranschluss, Schilf, B\u00e4ume, Gras und Frischfleischverpflegung direkt vor der Nase bzw. vor der Froschzunge, wie die wie wild zirpenden Grillen un\u00fcberh\u00f6rbar demonstrierten. W\u00e4re ich Frosch, w\u00e4re ich wahrscheinlich schon l\u00e4ngst hier eingezogen! Den Frosch sah ich nicht, er gab auch, w\u00e4hrend ich mit Argusaugen die Gegend absuchte, keinen Laut von sich.<\/p>\n<p>Ich h\u00fcpfte wieder ins Bett und kalkulierte meine M\u00f6glichkeiten: Hoffnung ist bekanntlich ein sehr intensiver Zustand. Ich k\u00f6nnte darauf hoffen, dass Fritz, der Frosch, von alleine kapitulieren und sich andere Nachbarn suchen w\u00fcrde, die sein Quaken als Wunder der Natur und Sch\u00f6pfung ansahen und gl\u00fccklich beseelt und wie bekiffet dabei l\u00e4chelnd seinen Auff\u00fchrungen lauschen w\u00fcrden. Fritz zerst\u00f6rte diese Hoffnung j\u00e4h mit einer neuerlichen Quaktirade. Der kalte Krieg zwischen uns war er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte das Fenster schlie\u00dfen, w\u00fcrde dann aber erfahrungsgem\u00e4\u00df den n\u00e4chsten Tag mit der Urgro\u00dfmutter aller Kopfschmerzen beginnen m\u00fcssen. Das kam also nicht in Frage.<\/p>\n<p>Die Decke \u00fcber den Kopf zu ziehen stellte auch keine Option dar, denn ich geh\u00f6re zu den Kopf-und-F\u00fc\u00dfe-kalt-Schl\u00e4fern.<\/p>\n<p>Bliebe der Versuch, das n\u00e4chtliche Quaken durch andere, wohlgef\u00e4lligere T\u00f6ne zu \u00fcbert\u00f6nen, z.B. mit Nachrichten oder Essays aus dem Radio. Wieder bewaffnete ich meine Ohren entsprechend, suchte im Ultrakurzwellenbereich nach passendem Gebrabbel, wurde f\u00fcndig und lauschte nun einer Diskussionsrunde mit H\u00f6rerbeteiligung \u00fcber Sinn und Nutzen von mehr Krippenpl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>\u201e\u2026 und man muss ja auch einmal die globalen Zusammenh\u00e4nge im Blick behalten!\u201d ereiferte sich gerade einer der im Studio anwesenden Experten! \u201eDie Deutschen haben eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa, und die Tendenz ist weiter absteigend. Wenn wir dem nicht entgegensteuern, werden wir sp\u00e4testens in 10 oder 12 Jahren \u2026. \u201e QUAK QUAK QUAK QUAAAAAK! \u201e\u2026..<\/p>\n<p>Ich erfuhr nicht mehr, welches Schicksal nach Expertenmeinung den zeugungsfaulen Deutschen drohte, Fritz hatte sich lautstark wieder in Erinnerung gequakt und sofort den f\u00fcrchterlichen Gedanken in mir frei gesetzt, dass Fr\u00f6sche wohl weniger zimperlich in Bezug auf ihren Fortpflanzungswillen waren. Vermutlich w\u00fcrde ich bald nicht nur einem Frosch, sondern einer ganzen Armada ausgesetzt sein, wenn Fritz erst mal seinen Freunden, Bekannten, Nichten, Neffen, Cousinen und Tanten usw. von dem idyllischen Ort berichtet h\u00e4tte und diese dann ebenfalls sich hier niederlassen w\u00fcrden. Es w\u00e4re dann nur noch eine Frage der biologischen Froschvermehrungsgrenzen, bis man vor lauter Gequake selbst aus dem Fenster springen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Unterdessen wetterte im Radio ein \u00e4ltlich klingender Mann am Telefon &#8211; offensichtlich ein H\u00f6rer also &#8211; gegen die Regierungen im Allgemeinen, die hiesige im Speziellen und das der Bush im Irak gar nichts ausgerichtet h\u00e4tte. H\u00e4? Ging es nicht gerade eben noch um globale Kinderbetreuung? Ich war verwirrt, und Fritz quakte immer noch und scherte sich einen Dreck darum, dass ein paar einsame n\u00e4chtliche Radiowellenempf\u00e4nger gerade versuchten, die globalen Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ich schaltete das Radio ab.<\/p>\n<p>Kurzzeitig war ich versucht, den neben mir noch immer unbek\u00fcmmert schnarchenden Ehegatten wachzur\u00fctteln, ihm einen Kn\u00fcppel in die Hand zu dr\u00fccken (in diesem Falle h\u00e4tte der Kn\u00fcppel sehr gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit dem Schrubber und w\u00e4re bei genauerer Betrachtung auch als selbiger erkannt worden) und ihn auf seine Rolle als M\u00e4nnchen, Revierverteidiger, Spinnenentsorger und Besch\u00fctzer hinzuweisen. Auch diesen Gedanken verwarf ich, geh\u00f6rte n\u00e4chtliches Fr\u00f6schejagen eher nicht zu den Lieblingssportarten meines Mannes, abgesehen von dem nicht unerheblichen Risiko, dadurch nicht nur die quakende Kr\u00f6te nicht los zu werden, sondern auch noch einen gepfefferten Ehekrach zu entfachen.<\/p>\n<p>Aber wir hatten doch eine Kampfkatze! Diese hei\u00dft Klecks, ist ein \u00be-j\u00e4hriger getigerter Kater, am Wischmopp kampferprobt und todesmutig \u2026 und ein Stubentier! Er pennte friedlich im Bad und k\u00fcmmerte sich nicht um Fritz. In Sekundenbruchteilen stellte ich mir vor, wie ich Klecks am Schlafzimmerfenster abseile, er sich auf Fritz st\u00fcrzen und wahrscheinlich mit einem tollpatschigen Plumpsen im Graben landen w\u00fcrde (ohne Fritz), dann nat\u00fcrlich von mir Rettung erwartet, anschlie\u00dfend missgelaunt, nass und stinkend als Entsch\u00e4digung f\u00fcr seine Plackerei Aufnahme in mein Bett verlangen und die Froschjagd damit endg\u00fcltig und f\u00fcr immer als nicht katzenw\u00fcrdig an den Nagel h\u00e4ngen wird. Die Kampfkatze schied also auch aus.<\/p>\n<p>Ich kam zu keiner zufrieden stellenden L\u00f6sung. Fritz hingegen quakte noch immer im Minutentakt und wie mir jetzt scheinen wollte geradezu triumphierend. H\u00f6ren Fr\u00f6sche irgendwann, vielleicht wenn die Sonne g\u00e4nzlich untergegangen ist, auf zu quaken oder quaken sie mit Vorliebe und besonders laut und lange nachts? Ist das nur eine Phase und dient zur Anlockung von Froschfrauen, oder muss ich mich jetzt auf monatelange Ruhest\u00f6rung einstellen? Wie bezeichnet man eigentlich wissenschaftlich korrekt Frau Frosch? K\u00f6nnen Fr\u00f6sche hei\u00dfer werden oder Schluckauf bekommen? Stimmbruch? Kehlkopfentz\u00fcndung? Kann man Fr\u00f6sche mit etwas bewerfen, wenn man ihrer dann mal ansichtig wird, und w\u00fcrde sie das bewegen, fortzuh\u00fcpfen &#8211; idealerweise leise und f\u00fcr immer? Was eignet sich am besten als Wurfgeschoss und wird nach M\u00f6glichkeit nicht am n\u00e4chsten Tag als M\u00fcllattacke auf das Nachbargrundst\u00fcck gewertet? Alte Brotkanten? Fressen Fr\u00f6sche Brot? Verdanken Froschschenkel ihre Bezeichnung als Delikatesse einem tiefen, urinstinktlichen Rachegef\u00fchl?<\/p>\n<p>Fragen \u00fcber Fragen und ich stellte fest, dass mein Wissen \u00fcber Fr\u00f6sche mit gro\u00dfen L\u00fccken behaftet war.<\/p>\n<p>Einen Freund versteht man auch mit dem Herzen. Aber einem Gegner kann man nur begegnen, wenn man seine Sprache beherrscht. \u00a9 Erhard Blanck, (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler<\/p>\n<p>Ich beschloss, mein Wissen \u00fcber diesen unwillkommenen Mitbewohner aufzufrischen und gegen ihn zu verwenden. Mit diesem Vorsatz schlief ich dann doch irgendwann ein.<\/p>\n<p>Dienstag fr\u00fch:<\/p>\n<p>Noch vor dem Wecker quakte mich Fritz wach, woraufhin der blecherne Wachmacher beleidigt gleich gar nicht mehr piepte und den Dienst verweigerte. Auch das sonst gern praktizierte morgendliche \u201eNur-noch-5-Minuten-Schlummern\u201d wollte mit dem qu\u00e4kenden Drillinspektor nicht recht gelingen &#8211; ich ging freiwillig als Erste und noch vor den 6-Uhr-Nachrichten duschen und plante meine n\u00e4chsten Schritte. Erkenntnisgewinnung!<\/p>\n<p>Dienstag Abend, kurz vor dem Zu-Bett-Gehen:<\/p>\n<p>Endlich w\u00fcrde sich die jahrelang m\u00fchsam abbezahlte Lexikothek n\u00fctzlich machen!<\/p>\n<p>Frosch, Zoologie: i. w. S. als Gestaltsbezeichnung: jeder glatth\u00e4utige, langbeinige, springende Froschlurch; i. e. S. `Fr\u00f6sche.<\/p>\n<p>Ah ja, \u201eglatth\u00e4utig, langbeinig\u201d? Das traf auch auf einige der mir bekannten Mitglieder des \u00f6rtlichen Ladys Circle zu, jene Damen der gehobeneren Gesellschaft, die beim w\u00f6chentlichen Benefiz-Tee-Trinken grunds\u00e4tzlich den kleinen Finger abspreizen und den neulich erst so g\u00fcnstig ergatterten Brilli unauff\u00e4llig auff\u00e4llig glitzern lassen.<\/p>\n<p>Froschbi\u00df als n\u00e4chstes Stichwort. Ich hatte nicht vor, mich Fritz auch noch als willf\u00e4hrige Beute zu pr\u00e4sentieren und mich bei\u00dfen zu lassen, was gleich die n\u00e4chste Frage auf den Plan ruft: Haben Fr\u00f6sche Z\u00e4hne?! Obwohl: meinen Enkelkindern k\u00f6nnte ich die Narbe eventuell dann eines Tages als schwere Kriegsverletzung verkaufen, als sich ihre Gro\u00dfmutter (respektive also ich) wagemutig in den Kampf st\u00fcrzte \u2026 Der Froschk\u00f6nig einmal anders, n\u00e4mlich der Wahrheit entsprechend berichtet, ohne Happy End und Knutscherei zum Schluss! Bestimmt entstand das M\u00e4rchen vom Frosch, der, nachdem er von der Prinzessin an die Wand geklatscht wurde, wieder zum Prinzen wird, in einer schlaflosen Nacht, als ein anderer Fritz-Frosch jenem unbekannt geblieben Autor in den Wahnsinn trieb und er dann keinen anderen Ausweg mehr sah, als jene Tat zu begehen und nur sp\u00e4ter die Verwandlung zum K\u00f6nigssohn dazudichtete, nachdem renitente vorchristliche Greenpeace-Kr\u00f6tenretter ihrerseits mit Pr\u00fcgel drohten, als sie von dem Frosch-Klatschen erfuhren!<\/p>\n<p>Fr\u00f6sche, Fr\u00f6sche i. e. S., Raninae, die Unterfamilie der Echten Fr\u00f6sche, zu der die bekanntesten mitteleurop. Fr\u00f6sche geh\u00f6ren: Gras-, Moor-, Spring-, Wasser- u. Seefrosch, ferner die au\u00dfereurop. Ochsenfr\u00f6sche u. der gr\u00f6\u00dfte lebende Froschlurch, der Goliathfrosch. Nach der F\u00e4rbung u. der Lebensweise unterscheidet man in Mitteleuropa zwischen den landbewohnenden Braun-F.n u. den wasserbewohnenden Gr\u00fcn-F.n.<\/p>\n<p>Ist Ochsenfrosch nicht ein Schauspieler? Und wenn es \u201eEchte\u201d Fr\u00f6sche gibt, dann auch unechte? Und sind die Fr\u00f6sche \u00fcberhaupt Mitglied der EU? D\u00fcrfen die hier so ohne weiteres Einh\u00fcpfen wie sie wollen? Was f\u00fcr ein Frosch hockte da wohl bei mir im Geb\u00fcsch?<\/p>\n<p>Endlich: ein Eintrag \u00fcber Froschlurche \u2026<\/p>\n<p>Ach du dicker Frosch! Moment, langsam! Der erste Teil ist ja noch klar und auch so \u00e4hnlich jedenfalls in meiner Erinnerung. Aber dass die Zunge entweder vorn angewachsen und vorschnellbar ist (wie jetzt genau???) oder aber auch ganz fehlen kann \u2026 und will ich so detailliert \u00fcber die Sexualpraktiken von Fritz informiert sein? Doch, schon! beschlie\u00dfe ich, denn es ist ja nicht ganz unwichtig zu wissen, dass Fritz w\u00e4hrend der Paarungszeit blindlings alles umklammert und begattet, also auch eventuell hingehaltene Schrubber\/Besen &#8211; und diese dann in einen schock\u00e4hnlichen Zustand verfallen und nicht mehr zu gebrauchen sind. Ich machte mir eine geistige Notiz!<\/p>\n<p>Und was gab es alles f\u00fcr Arten: Urfr\u00f6sche, Zungenlose Fr\u00f6sche, Scheibenz\u00fcngler, Nasenkr\u00f6ten, Kr\u00f6tenfr\u00f6sche, Echte Fr\u00f6sche, Ruderfr\u00f6sche, Engmaulfr\u00f6sche, Wendehalsfr\u00f6sche, Harlekinfr\u00f6sche, Kr\u00f6ten, Stummelfu\u00dffr\u00f6sche, Laubfr\u00f6sche, S\u00fcdfr\u00f6sche u. Glasfr\u00f6sche.<\/p>\n<p>Allerhand! Aber kein Wort davon, was man mit einem Frosch anstellt, der einem die Nachtruhe vermiest!<\/p>\n<p>Aber ich lebe ja &#8211; zum Gl\u00fcck &#8211; im Zeitalter des universalen, nie versiegenden \u00dcntern\u00e4tzes! Googlen wir doch einfach mal im deutschsprachigen Raum nach<\/p>\n<p>\u201eWie ermorde ich einen Frosch?\u201d<\/p>\n<p>107 Seiten! Immerhin! Das Thema scheint nicht v\u00f6llig gesellschaftsunf\u00e4hig zu sein! Doch die Frage nach dem WIE blieb bis auf den Hinweis, dass jedes Jahr Tausende Fritzchen auf unbeschrankten Autobahnen, kalten Seziertischen in Schulen oder im Kochtopf vorzugsweise franz\u00f6sischer Gourmets ihr Leben beenden, unbeantwortet.<\/p>\n<p>Des Suchens war ich m\u00fcde! In meinen Kopf schwirrten mittlerweile hunderte Informationen, gewollte und ungewollte, aber nicht eine brauchbare, herum. Ich hab Lexiken gew\u00e4lzt, das Internet durchsucht, Berechnungen angestellt (Fallgeschwindigkeit und Wurfwinkelberechnungen f\u00fcr ein eventuelles Brotgeschoss, Populationsgeschwindigkeit, \u00dcberlebenschancen meinerseits MIT und OHNE Frosch) \u2026 Ich hatte genug.<\/p>\n<p>Falls Fritz auch diese Nacht wieder seine Klappe aufreisen sollte, werde ich ihn bewerfen! Mit Brot. Es mag sein, dass ich ihn gar nicht treffe, oder statt seiner eine Ente, oder den rasenm\u00e4henden Nachbarn (dann w\u00e4re es auch ein guter Treffer!), mag sein, dass ich auch gar nichts erreiche au\u00dfer dass ich ein paar Spatzen aufscheuche. Egal.<\/p>\n<p>Ich schlich mich in die Schlafstube.<\/p>\n<p>Stille!<\/p>\n<p>Ich krabbelte ins Bett.<\/p>\n<p>Niemand quakte!<\/p>\n<p>Ich schloss die Augen.<\/p>\n<p>Mein Feind schwieg.<\/p>\n<p>Ich lauschte weitere 10 Minuten angestrengt in die Nacht!<\/p>\n<p>Kein Zweifel &#8211; Fritz war fort!<\/p>\n<p>Ich begann mir Sorgen um ihn zu machen \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einigen Tagen (und leider auch &#8211; was fast noch schlimmer ist &#8211; N\u00e4chten) quakt es. Nicht irgendwo! Nein! So ziemlich genau unter meinem Schlafstubenfenster. 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