{"id":4027,"date":"2011-03-30T13:41:42","date_gmt":"2011-03-30T12:41:42","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=4027"},"modified":"2011-03-30T13:46:16","modified_gmt":"2011-03-30T12:46:16","slug":"wie-63-cent-meine-mittagspause-killten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wie-63-cent-meine-mittagspause-killten\/","title":{"rendered":"Wie 63 Cent meine Mittagspause killten"},"content":{"rendered":"<p>Es begann damit, dass ich die B\u00fcromilch get\u00f6tet hatte. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im B\u00fcro, dass immer Milch da sein muss f\u00fcr den Kaffee, da weder Chef noch ich unseren Kaffee ohne Milch genie\u00dfen k\u00f6nnen. Und eben jene Milch war alle, ich hatte den letzten Rest in meinen Becher gekippt und Chef war daraufhin maulig. Da es aber sowieso mein Job ist, die B\u00fcroeink\u00e4ufe zu t\u00e4tigen, wollte ich das heute sofort in meiner begrenzten Mittagspause erledigen. Eben fix zu Netto rein \u2013 liegt ja auf dem Weg \u2013 Milch eingesackt, gleich noch Cappuccino-Gro\u00dfpackung auf Chefkosten mit in den Einkaufswagen, Abmarsch zur Kasse. Vor mir stapelte ein Ehepaar ihre Eink\u00e4ufe auf das Laufband: Chips, Bier, Wein, Unmengen an Pizzen, S\u00fc\u00dfkram. Die Kassiererin piepste alles einzeln \u00fcber den Scanner. Noch war alles gut, ich lag perfekt im geplanten Mittagspausen-Einkaufs-Timing. 49,63 \u20ac verlangte sie. Dann begann das Drama.<\/p>\n<p><!--more-->W\u00e4hrend der Mann sofort das Bier verstaute, kippte Frau den Inhalt ihrer Geldb\u00f6rse auf den Tresen. Ettliche M\u00fcnzen klimperten und kullerten \u00fcber das Laufband. Ich zog gedanklich 10\u00a0Minuten von meiner Mittagspause ab, das k\u00f6nnte etwas dauern. Die Kassiererin seufzte wohl auch innerlich, aber nun sind M\u00fcnzen ja auch Geld \u2013 und fing an zu z\u00e4hlen. Dann z\u00e4hlte sie noch einmal, schaute auf&#8217;s Display, wo immer noch die 49,63\u00a0\u20ac blinkten, und fing wieder an zu z\u00e4hlen. Aber auch diesmal stimmte es nicht. Es fehlte etwas. Nun z\u00e4hlte die Kundin das Geld ab, aber auch bei ihr gab es kein anderes Resultat. Die Frau sah ihren Mann fragend an, aber der sch\u00fcttelte nur den Kopf, packte die Chips ein und meinte, er habe kein Geld mit. Frau kramte \u2013 die Ruhe selbst \u2013 in den Hosentaschen und f\u00f6rderte noch ein paar M\u00fcnzen zu Tage. Die Kassiererin begann zum 4. Mal zu z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Meine Mittagspause schwand dahin. Das Ergebnis ihrer erneuten M\u00fcnzz\u00e4hlerei: Es fehlten noch immer 63 Cent. Frau und Mann diskutierten, was von den Sachen sie nun zur\u00fcckgeben m\u00fcssten, Frau pl\u00e4dierte auf 1 B\u00fcchse Bier, Mann verweigerte jedoch deren Herausgabe und schlug seinerseits die Chips vor, von der sich aber Frau nicht trennen wollte. Ich bef\u00fcrchtete einen ausgewachsenen Ehestreit im Kassenbereich. Nach weiteren 3 Minuten Diskussion und leisen Murren der mittlerweile anh\u00e4ngigen Kassenwarteschlange hinter mir entschieden sie sich, die N\u00fcsse zur\u00fcckzugeben, die aber im Einkaufswagen ganz unten verstaut waren. Nach endlosen weiteren 2 Minuten hatten sie die N\u00fcsse gefunden und verlangten deren Stornierung. Nun kann Kassiererin nicht einfach auf Storno dr\u00fccken, nein, das muss eine 2. Kassenfachfrau erledigen. Sie dr\u00fcckte die Bimmel, ich cancelte weitere 5 Minuten meiner Mittagspause, von Timing war schon gar keine Rede mehr. Die 2. Kassiererin trabte an, stornierte die N\u00fcsse, und z\u00e4hlte dann ihrerseits das verbleibende Geld nunmehr zum 5. Mal. Der Kassenwarteschlangenmitgefangene hinter mir seufzte h\u00f6rbar und murmelte: So viel zu meiner Mittagspause. Amen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es begann damit, dass ich die B\u00fcromilch get\u00f6tet hatte. 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