{"id":4543,"date":"2011-07-29T14:42:39","date_gmt":"2011-07-29T13:42:39","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=4543"},"modified":"2011-07-29T14:42:39","modified_gmt":"2011-07-29T13:42:39","slug":"flusswassertigerkuhe-gummistiefel-und-mark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/flusswassertigerkuhe-gummistiefel-und-mark\/","title":{"rendered":"Flusswassertigerk\u00fche, Gummistiefel und Mark"},"content":{"rendered":"<p>Eine kurze Geschichte eines verr\u00fcckten Traumes<\/p>\n<p>Die Kinder standen mit ihren bunten Gummistiefel an einem seichten Fluss, Kieselsteine glitzerten in der Sonne. Eines der Kinder war ich. Wir versuchten, einen Fisch mit blo\u00dfen Fingern zu fangen, aber sie waren zu flink. Pl\u00f6tzlich sahen wir die Kuh, sie schwamm grinsend an uns vorbei und ihre schwarz-wei\u00dfen Flecken schienen st\u00e4ndig ihren Fellplatz zu wechseln. Wir sprangen, Wassertropfen aufwirbelnd, lachend der Kuh hinterher, versuchten sie einzuholen, als diese pl\u00f6tzlich untertauchte und sich in einen Tiger verwandelte, aus dem Fluss stieg, sein Fell aussch\u00fcttelte und uns auffordernd anblickte. Ich war erstaunt \u00fcber diese Ver\u00e4nderung, fasziniert und erschrocken zugleich. Der verwandelte Tiger jedoch schnurrte und verschwand \u2013 einen letzten Blick auf uns Kinder werfend \u2013 hinter einer Flussbiegung.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich jammerte meine Freundin, sie h\u00e4tte ihr Handy im Fluss verloren und sie w\u00fcrde deswegen bestimmt Stubenarrest bekommen. Wir suchten das seichte Wasser ab, konnten aber das Handy nicht finden. Daf\u00fcr wurden wir von einem Uniformierten gefunden, der uns vorwurfsvoll anschaute, aus den Wasser herauskommandierte und uns eine Strafpredigt hielt, ob wir denn nicht w\u00fcssten, dass dieser Flussabschnitt gesperrt w\u00e4re, wegen der seltenen Flusswassertigerk\u00fche. Wir wussten es nicht, versprachen aber, das nie wieder zu tun, wenn er uns jetzt laufen lassen w\u00fcrde, schlie\u00dflich m\u00fcssten wir noch zu einem Treffen. Er lie\u00df uns gehen.<\/p>\n<p>Wir rannten zu meiner alten Grundschule an der Hauptstra\u00dfe, ein aus roten Backsteinziegeln gebautes Haus mit bunten Blumenk\u00f6rben unterhalb der gro\u00dfen Fenster. Die Stra\u00dfe und der Eingangsbereich vor dem Geb\u00e4ude waren voller Menschen, alle in freudiger Aufregung, denn gleich w\u00fcrden SIE herauskommen. Ich fragte verwirrt, wer denn erwartet wurde, aber niemand nahm von mir Notiz oder gab eine Antwort. Ich wartete geduldig unter dem gro\u00dfen Eichenbaum vor dem Eingang und betrachtete meine blauen Gummistiefel, auf denen noch die Flusswassertropfen glitzerten.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich schaute die Menge zum Eingang und ein Raunen schwappte zu mir her\u00fcber. SIE waren auf dem Weg, hie\u00df es, gleich w\u00fcrden SIE da sein. Neugierig stellte ich mich auf die Zehenspitzen, konnte aber nicht viel mehr erkennen.<\/p>\n<p>Jemand rempelte mich an, so dass ich fast zu Boden fiel, und dann h\u00f6rte ich meinen Namen. Mark Sheppard stand vor mir und betrachtete meine Gummistiefel. Dann lud er mich ein, ihn zu einer Jugendherberge zu begleiten, denn ich h\u00e4tte soeben eine Reise mit ihm gewonnen. Ich m\u00fcsste nur eben schnell mitkommen. Aber ich wollte nicht, denn obwohl ich noch immer nicht wusste, wer SIE eigentlich waren, auf die alle zu warten schienen, hielt mich irgendetwas davon ab, meinen Platz zu verlassen, aus Angst, SIE zu verpassen. Also lehnte ich verlegen aber entschieden Mark\u2019s Angebot ab. Seine Augen funkelten mit den glitzernden Gummistiefeln an meinen F\u00fc\u00dfen um die Wette. Ein Nein hatte er nicht erwartet. Er fragte mich, ob ich w\u00fcsste, wer er eigentlich sei! Ich glaube, er wurde langsam w\u00fctend \u00fcber meine unverfrorene Ablehnung seines Reiseangebotes. Ich stotterte, noch immer auf die blauen glitzernden Gummistiefel blickend, dass ich genau w\u00fcsste, wer da vor mir steht, ich aber trotzdem nicht mitkommen m\u00f6chte, er solle doch Darbie fragen.<\/p>\n<p>Dann lie\u00df ich Mark einfach stehen und fl\u00fcchtete in die Schule hinein. Es roch vertraut nach Bohnerwachs und ich erkannte die Kellerumkleider\u00e4ume, wo wir als Kinder unsere Jacken und Schuhe abzulegen hatten, bevor wir, mit Pantoffeln an den F\u00fc\u00dfen, die eigentlichen Klassenr\u00e4ume ein Stockwerk h\u00f6her betreten durften. Seltsamer Weise waren nun gar keine Leute mehr vorhanden, die hatte ich drau\u00dfen gelassen. Ich mochte meine blauen Gummistiefelchen nicht ausziehen, auch wenn ich wusste, dass es strengstens untersagt war, in Stra\u00dfenschuhen die R\u00e4ume zu betreten. Das Ger\u00e4usch der Stiefel auf dem Fliesen hallte durch die leeren G\u00e4nge, die im Halbdunkel lagen. Es war ein bisschen unheimlich und k\u00fchl.<\/p>\n<p>Der Gang ver\u00e4nderte sich zu einem Tunnel, der mich verschluckte. Ich h\u00f6rte das lockende Schnurren und Mauzen der Flusswassertigerkuh und Mark Sheppards Rufen, ich solle sofort da wieder raus kommen. Ich ging weiter, denn am Ende des Tunnels, so wusste ich einfach, w\u00fcrde ich SIE finden \u2026.<\/p>\n<p>Und ich h\u00e4tte das bestimmt auch, wenn dann nicht der Nachrichtensprecher aus dem Radio abrupt den seltsamen Traum beendet h\u00e4tte. Ich bin mir sicher, mit SIE waren bestimmt J2 gemeint, die eine Convention in meiner alten Grundschule abhielten, auf die nur ich mit meinen blauen Gummistiefeln und eine Flusswassertigerkuh eingeladen war!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Geschichte eines verr\u00fcckten Traumes Die Kinder standen mit ihren bunten Gummistiefel an einem seichten Fluss, Kieselsteine glitzerten in der Sonne. Eines der Kinder war ich. 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