{"id":4907,"date":"2011-12-14T08:01:19","date_gmt":"2011-12-14T07:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=4907"},"modified":"2011-12-15T07:32:45","modified_gmt":"2011-12-15T06:32:45","slug":"yeti-zehen-gewackel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/yeti-zehen-gewackel\/","title":{"rendered":"Yeti-Zehen-Gewackel"},"content":{"rendered":"<p>Mein Sandmann ist drogens\u00fcchtig! Jedenfalls total abgedreht. Das hat er letzte Nacht wieder bewiesen, als er mir eine v\u00f6llig obskure Geschichte als Traum servierte:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Ich war in einem Waldcamp, eine Art Ferienlager mit Blockh\u00fcttenzuteilung. Ich hatte keine Lust, wollte lieber wieder nach hause und murrte entsprechend herum. Au\u00dferdem war irgendetwas seltsam an dem Camp, ich konnte es nur nicht beschreiben oder erkl\u00e4ren. So, als wenn ich schon einmal da gewesen w\u00e4re, mich aber nicht erinnern k\u00f6nnte. Was blieb war ein ungutes Gef\u00fchl, besser nicht hier zu sein.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Der Campf\u00fchrer kam zu uns und teilte uns in die H\u00fctten auf. Wir sollten p\u00fcnktlich zum Abendessen in der gro\u00dfen Blockh\u00fctte sein. Wenig sp\u00e4ter sa\u00df ich dort an einem gro\u00dfen runden groben Holztisch. An den Holzw\u00e4nden hing ein einziges Bild. Es zeigte zwei M\u00e4nner, wobei einer der M\u00e4nner ziemlich gro\u00df war, aber keinen Kopf mehr hatte. Beiden trugen karierte Holzf\u00e4llerhemden auf dem Foto. Es musste bereits ziemlich alt sein, denn die Farben waren verblichen. Ich starrte auf das Foto und gr\u00fcbelte dar\u00fcber nach, wer der kopflose Mann war. Ich wusste, ich kannte ihn, mir fiel aber nicht ein, woher oder wie auch nur sein Name ist. Mein Tischnachbar \u2013 ein pickeliger Junge mit Hornbrille \u2013 brabbelte die ganze Zeit auf mich ein. Ich h\u00f6rte kaum zu.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Der Camp-Golom erschien erneut, baute sich vor uns auf und sofort waren alle still. Mit donnernder Stimme erkl\u00e4rte er, dass das hier kein Spasslager w\u00e4re, sondern wir alle aus einem bestimmten Grund hier w\u00e4ren. Dann schaute er mich an und ich versuchte, unsichtbar zu werden und unter den Tisch zu huschen, was mir nicht gelang und ich den Versuch als albern auch gleich einstellte und mich meinem Schicksal ergab. &#8222;Du!&#8220; rief der Camp-Thrill-Sergeant und ich trottete auf ihn zu, verfolgt von den Augen der anderen. Der pickelige Hornbrillenjunge warf mir einen bedauernden Blick zu, in dem aber auch die Erleichterung zu lesen war, dass es mich und nicht ihn getroffen hatte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Der F\u00fchrer verlie\u00df mit mir das Camp. Wir liefen schweigend aus dem Wald heraus zu einem rotem Felsen. Es war klirrend hei\u00df und die Hitze flimmerte \u00fcber der sich pl\u00f6tzlich vor uns auftauchenden Felsenebene. Der Sand und das Gestein schimmerten rot. Der Campf\u00fchrer suchte sich einen hohen steilen roten Felsen heraus, vor dem wir uns stellten. Er gab mir einen Kn\u00fcppel und die Aufgabe, sobald ich etwas sehen w\u00fcrde, sollte ich drauf schlagen. Ich verstand nicht: Was sehen?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Da begann er bereits, die roten Felsengesteinsschichten eine nach der anderen wie Schubladen herauszuziehen, als w\u00fcrde er etwas suchen. Dabei fluchte er leise vor sich hin, dass er jeden einzelnen dieser Viecher finden und abknallen w\u00fcrde, wie er es schon immer getan habe. Wovon zum Kuckuck redete er? Stundenlang zog er Felsgesteinsschichten aus dem Felsen und schob sie wieder zur\u00fcck. Ich getraute mich nicht wegzulaufen. Er stank nach Schwei\u00df.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Pl\u00f6tzlich:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Sah ich einen behaarten Fu\u00df in einem der Schlitze, die er freigelegt hatte. Und ebenso pl\u00f6tzlich wusste ich, dass wir auf Felsen-Yeti-Jagd waren. Noch hatte der F\u00fchrer den Fu\u00df nicht gesehen und ich hoffte, dass der dumme Yeti seinen Fu\u00df sofort wieder verstecken w\u00fcrde, aber er tat es nicht. Im Gegenteil: er wackelte sogar noch freundlich mit dem gro\u00dfen Zeh.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Der Yeti-J\u00e4ger schrie triumphierend auf und zerrte den Fu\u00df mitsamt wackelnden Zeh und dranh\u00e4ngenden Fellmonstermann aus dem Felsen heraus. Ich sollte dem Yeti auf den Kopf schlagen, aber ich weigerte mich und wurde als unn\u00fctz zur Seite geschubst. Er fesselte den verdutzten Yeti, der immer noch mit dem Zeh wackelte, und wir gingen zum Camp zur\u00fcck. Der Yeti machte glucksende Ger\u00e4usche, die ich enldich als Lachen identifizierte. Dabei wackelte er immer noch mit seinem Yeti-Zeh; scheinbar begriff er gar nicht den Ernst der Lage. Ich daf\u00fcr um so mehr. Der Yeti w\u00fcrde sterben, wenn ich nicht eingriff. Aber was sollte ich tun?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Im Lager gab es Tomatensuppe zur Feier des Yeti-Fanges. Ich mochte keine Tomatensuppe und verzichtete darauf. In meinem Kopf kreisten tausende Gedanken und Ideen, wie ich dem Yeti, der an der Wand genagelt noch immer mit seinem verdammten Zeh wackelte und kicherte, retten k\u00f6nnte. Der F\u00fchrer br\u00fcllte \u2013 von Tomatensuppe abgef\u00fcllt und davon besoffen \u2013 Siegeslieder. Der Hornbrillenpickel-Junge nervte mich schon wieder und steckte mir eine Visitenkarte zu, ich sollte mich einfach dort wieder melden. Ich blickte auf das abgegriffene, selbst gezimmerte K\u00e4rtchen und pl\u00f6tzlich fiel mir ein, woher ich den kopflosen Mann auf dem Foto kannte. Der Yeti lachte und wackelte nun mit beiden gro\u00dfen Zehen, grinste mich an &#8230;<\/p>\n<p>\u00a0&#8211; und dann sangen Dire Straits &#8222;Brothers In Arms&#8220; und ich wachte auf, verdammt! Jetzt muss der arme Yeti immer noch an der Wand genagelt mit seinen Zehen wackeln und ich werde nie erfahren, wer der kopflose Mann auf dem Foto war und woher ich ihn kannte und ob ich es geschafft h\u00e4tte, den sturen dummen Yeti zu befreien &#8230; und wo waren eigentlich die Winchesters bei der ganzen Geschichte?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Sandmann ist drogens\u00fcchtig! Jedenfalls total abgedreht. Das hat er letzte Nacht wieder bewiesen, als er mir eine v\u00f6llig obskure Geschichte als Traum servierte: \u00a0Ich war in einem Waldcamp, eine Art Ferienlager mit Blockh\u00fcttenzuteilung. 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