{"id":5073,"date":"2012-01-23T17:35:01","date_gmt":"2012-01-23T16:35:01","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=5073"},"modified":"2012-01-23T17:35:01","modified_gmt":"2012-01-23T16:35:01","slug":"schlecker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/schlecker\/","title":{"rendered":"Schlecker"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachricht war letzte Woche in den Schlagzeilen: <strong>Schlecker ist Pleite<\/strong>. Ich hab\u2018s auch geh\u00f6rt und zur Kenntnis genommen und vielleicht ein stilles \u201eOch!\u201c gemurmelt, bevor ich meinen t\u00e4glichen Kram weiter erledigte. (Ach ja, ich starb gerade einen Elefantenmagenkrampftod.)<\/p>\n<p>Heute fuhr ich mittags meine gewohnte Strecke von Job 1 zu Job 2, und mein Weg f\u00fchrt mich wie fast immer durch das kleine verpennte \u00d6rtchen, an dessen kopfsteinbepflasterter Hauptstra\u00dfe sich ein B\u00e4cker, ein Fleischer, ein Brautmodenausstatter, ein Blumen- und Geschenkehaus, ein winziger Spar-Lebensmittelmarkt und eben eine Schlecker-Drogerie schmiegen. Der B\u00e4cker wird stark frequentiert, besonders morgens, wenn die Abk\u00fcrzungs-Pendler \u2013 wie ich am Mittag \u2013 sich schnell noch das Fr\u00fchst\u00fcck sichern. Auch im Spar-Markt war ich schon einige Male, wenn es die Zeit erlaubte. Brautmoden brauche ich eher selten, so war ich in meinen 10 Jahren Pendelei auch nur einmal in diesem Etablissement. Nie dagegen war ich im Blumenladen \u2013 daf\u00fcr habe ich schlicht keine Zeit. Ich nehme es mir manchmal vor, aber dann vergeht die n\u00e4chste Woche, und ich war nicht st\u00f6bern, sondern eilte zum n\u00e4chsten Job. Der Fleischer hat mittags meistens schon geschlossen, wenn ich dran vorbei fahre.<\/p>\n<p>Einzig im Schlecker war ich \u00f6fters, um Kekse zu kaufen oder Taschent\u00fccher, Zigaretten \u2013 die tausend Kleinigkeiten, die man spontan braucht, beim Mega-Wochenendeinkauf vergessen hat oder auf die man just im Vorbei-Fahren Lust versp\u00fcrt.<\/p>\n<p>Wenn ich abends die selbe Strecke nach Hause fuhr, r\u00e4umten die zwei Schlecker-Frauen die Auslagen gerade wieder in den Laden und l\u00f6schten p\u00fcnktlich 18 Uhr das Licht.<\/p>\n<p>Und heute Mittag war Schlecker geschlossen. Kein Licht, keine Auslagen, keine parkenden Autos am Stra\u00dfenrand. Ausgestorben, verrammelt, geschlossen. Das war schon seltsam f\u00fcr mich. Wie komisch muss es sich erst f\u00fcr die Dorfbewohner anf\u00fchlen, wenn ein St\u00fcckchen ihres Dorfes einfach so \u2013 von einem Tag zum anderen \u2013 dicht macht. Und f\u00fcr die Angestellten, deren Job ich nicht haben wollen m\u00f6chte, die aber jeden Tag ihre Arbeit erledigt haben und mir bei Bedarf die Zigaretten aus dem K\u00e4fig angelten und Opa Krause halfen, den richtigen Auftragszettel zum Entwickeln der Enkelkinder-Fotos auszuf\u00fcllen. Ich hatte nie gro\u00dfartig Zeit. Maximal ein kleiner Small-Talk zwischen Kasse und Auto, ein L\u00e4cheln. Husch und weg.<\/p>\n<p>Alles vorbei. Kein Schlecker mehr. Der kleine Laden an der geheimen Abk\u00fcrzungsstra\u00dfe ist wohl eine der Filialen, die sich nicht wirtschaftlich rentieren. Vielleicht, weil zu viele immer nur daran vorbei fahren und Opa Krause nicht jeden Tag in Filzpantoffeln hin\u00fcberschl\u00fcrfen kann, um Fotos entwickeln zu lassen oder Hundehaarshampoo zu kaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachricht war letzte Woche in den Schlagzeilen: Schlecker ist Pleite. Ich hab\u2018s auch geh\u00f6rt und zur Kenntnis genommen und vielleicht ein stilles \u201eOch!\u201c gemurmelt, bevor ich meinen t\u00e4glichen Kram weiter erledigte. (Ach ja, ich starb gerade einen Elefantenmagenkrampftod.) 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