{"id":5551,"date":"2012-03-17T17:10:44","date_gmt":"2012-03-17T16:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=5551"},"modified":"2012-03-17T17:14:27","modified_gmt":"2012-03-17T16:14:27","slug":"begegnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/begegnung\/","title":{"rendered":"Begegnung"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal liege ich nachts im Bett \u2013 also gew\u00f6hnlich liege ich ja immer nachts im Bett *lol* &#8211; aber manchmal schleichen sich dann die Anf\u00e4nge von Geschichten in meinen Kopf und ich formuliere S\u00e4tze und Wortgruppen, die wie Puzzelteile vor mir liegen und zusammengesetzt werden wollen, die perfekt zueinander passen und sich immer mehr erweitern.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht mehr, in welchem Zusammenhang ich einmal jenen Ratschlag las oder h\u00f6rte: <em>\u201eWenn du nachts aufwachst und schreiben musst, dann schreibe! Denn dann bist du vermutlich ein Schriftsteller und dein Talent will sich ausdr\u00fccken. Also gib ihm Papier!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nun, ich will jetzt nicht behaupten, dass ich eine Schriftstellerin bin. Bestimmt nicht! Daf\u00fcr fehlt mir die Ausdauer und die vielen Baustellen hier (<em>Lennie, Die Nacht der W\u00f6lfe<\/em>) sprechen in der Beziehung eine beredte Sprache.<\/p>\n<p>Aber letzte Nacht war es wieder so, dass sich Wortgruppenbilder in meinem Kopf tummelten, niedergeschrieben werden wollten. Nur war ich zu faul, aufzustehen. Aber auch jetzt \u2013 ca. 12 Stunden danach -, lassen sie sich nicht einfach so verdr\u00e4ngen, sondern sind noch immer da. Etwas verschwommen und zerbr\u00f6ckelt vielleicht, aber ich werde versuchen, sie zu restaurieren und zu skizzieren, ohne zu wissen, auf welche Stra\u00dfe sie mich f\u00fchren werden &#8230;<\/p>\n<p align=\"center\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die Nacht schickte ihre Schatten in die Stadt, streifte die blinkenden Reklameschilder an der ruhelosen Hauptstra\u00dfe und trug deren Ger\u00e4usche in die abseits gelegenen Gassen, wo die Dunkelheit gegen den tr\u00fcben Schein vereinzelter Laternen k\u00e4mpfte. In den Pf\u00fctzen schimmerte bunt Benzin. Die Musikfetzen und das Motorengebr\u00fcll der schlaflosen Stadt verbleichten wie Nebelfetzen, vermischten sich mit dem blechernen Klappern eines M\u00fcllcontainerdeckels und dem steten Nieselregen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Das Tapsen von Absatzschuhen auf nassen Asphalt brach sich an den verschlissenen Fassadenw\u00e4nden. Die Schritte wurden z\u00f6gerlicher und schlie\u00dflich verstummten sie ganz. Zwei Tauben flatterten aufgeschreckt davon, dann wurde es wieder ruhig. Das Klicken eines Feuerzeugs zerriss die erneut einsetzende Stille und f\u00fcr einen Augenblick erhellte die kleine Flamme die Gasse. Kurz danach stie\u00df jemand ger\u00e4uschvoll den Rauch der Zigarette aus und wartete an der dunkelsten Stelle der Gasse, versteckt vor neugierigen Blicken. Nur das gelegentliche Aufglimmen der Zigarette verriet die Anwesenheit einer Person in ihrem gew\u00e4hlten Versteck.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">In der Ferne kl\u00e4ffte ein Hund und aus einer Diskothek drang Gel\u00e4chter, das sich in die entgegengesetzte Richtung entfernte, fort von dem wartenden, rauchenden Wesen im Schatten, deren Zigarette inzwischen aufgeraucht war.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Am anderen Ende der Gasse schienen sich Nieselregen und Dunst pl\u00f6tzlich zu verdichten. Eine Gestalt sch\u00e4lte sich silhouettengleich aus dem Nebel und kam lautlos n\u00e4her. Mit jedem Schritt wurde der Umriss sch\u00e4rfer, gebar einen Mann, dessen Gesicht jedoch verborgen blieb. Zu Nebel, Dunkelheit und Nieselregen gesellte sich eine gef\u00e4hrliche Spannung, fast k\u00f6rperlich sp\u00fcrbar; und die Nackenhaare des Wartenden stellten sich auf. Doch ER ignorierte das ungute Gef\u00fchl, wich nicht zur\u00fcck, sondern stellte sich der unausweichlichen Konfrontation mit dem Mann aus dem Nichts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal liege ich nachts im Bett \u2013 also gew\u00f6hnlich liege ich ja immer nachts im Bett *lol* &#8211; aber manchmal schleichen sich dann die Anf\u00e4nge von Geschichten in meinen Kopf und ich formuliere S\u00e4tze und Wortgruppen, die wie Puzzelteile vor &hellip; <a href=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/begegnung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,3],"tags":[],"class_list":["post-5551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tagebuch","category-geschichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5551"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5551\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5553,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5551\/revisions\/5553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}