{"id":603,"date":"2010-05-03T16:36:06","date_gmt":"2010-05-03T15:36:06","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=603"},"modified":"2010-05-09T11:53:45","modified_gmt":"2010-05-09T10:53:45","slug":"werkarniggel-orientierungslos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/werkarniggel-orientierungslos\/","title":{"rendered":"Werkarniggel orientierungslos"},"content":{"rendered":"<p>Seit 8 Jahren fahre ich jeden Tag (na gut, fast jeden Tag) die gleiche Strecke: 55 km von Job 1 zu Job 2. Das ist auch normalerweise ganz einfach:<\/p>\n<p><!--more-->Links auf die Hauptstra\u00dfe, \u00fcber die Br\u00fccke, auf die B 212, dann rechts die Abk\u00fcrzung auf die B 211, dann gaaaaaaanz lange immer gerade aus bis zu dem einzigen H\u00fcgelchen hier in der Gegend und an der Feuerwehr vorbei, auf die Autobahn rauf (Vorsicht: An der Kreuzung zur Autobahn sind immer die wahnsinnigen LKW-Kamikaze-Fahrer in Horden unterwegs), dann noch 10 km Autobahn, Abfahrt 12 runter, einschl\u00e4ngeln, Gr\u00fcn abpassen, durch die Stadt, rechts rum, schnell zum B\u00e4cker oder Lidl rein, am Friedhof vorbei nach links, bei der Polizei noch mal eben anschnallen, fix dem Knuffel winken, \u00fcber die Kreuzung und dann nach rechts und voi la \u2013 schon bin ich da. Normalerweise! Nicht so heute:<\/p>\n<p>Schon von weitem sah ich am einzigen Berg der Strecke: Da stehen sich die LKWs die F\u00fc\u00dfe platt. Stop and Go, Auspuff an Auspuff, nichts ging mehr. Okay, dachte ich bei mir, das kann ja so schwer nicht sein, OL ist irgendwie in die grobe Richtung, da wo die Sonne scheint, wenn du jetzt also rechts abbiegst und dann in eben jene Richtung gurkst, musst du doch da auch ankommen. Gedacht, gebogen &#8230; also abgebogen. Und so fuhr ich munter durch idyllische Landschaften und begl\u00fcckw\u00fcnschte mich im Stillen zu meiner Genialit\u00e4t. Ein bisschen wunderte ich mich zwar, dass mir kein anderes Auto folgte, aber wenn die lieber im Stau stehen wollten \u2013 bitte \u2013 ich fahr einfach los. Da irgendwo muss ja OL sein. Hinterm Horizont geht\u2019s weiter &#8230;<\/p>\n<p>Und so fuhr ich &#8230; und fuhr &#8230; die Stra\u00dfe \u00a0wurde irgendwie immer weniger, daf\u00fcr der Wald mehr. H\u00e4user gab&#8217;s keine mehr, der Asphalt wurde zu Schotter, dann zu Kies, dann zu Holzschnipsel &#8230; und schlie\u00dflich war die Stra\u00dfe ganz weg. Vor mir hopste ein Reh durchs Gestr\u00e4uch und glotze verwirrt, zwei Enten watschelten vor mir durchs Gr\u00fcn und ein Bussard versuchte allen ernstes auf meinem AUDI-lein zu landen. Es pfiffen die V\u00f6gel und im Radio donnerte Highway to hell &#8230; Ich hatte keine \u00a0Ahnung mehr, wo ich war.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat man in solchen Situationen NIE das NAVI mit. W\u00e4re ja auch zu einfach gewesen. Was blieb mir anderes \u00fcbrig, als immer weiter in die grobe Richtung zu fahren, wo ich irgendwo OL oder zumindest eine Stra\u00dfe vermutete.<\/p>\n<p>Und dann sah ich sie: in der Ferne schnell vorbeirasende Autos! Das musste die B-Stra\u00dfe \u00a0sein! Holla, das Waldferkel, ich habs geschafft und clever wie ich bin den b\u00f6sen Stau umkurvt mit einer netten kleinen Waldtripeinlage.<\/p>\n<p>Und dann kam ich auf die B-Stra\u00dfe \u00a0&#8230; und stellte fest:<\/p>\n<p>Ich war wieder genau an der Staustelle am einzigen H\u00fcgelchen, die ich eigentlich umfahren wollte, nur war die Stauschlange mittlerweile doppelt so lang! *headdesk*<\/p>\n<p>Okay, nicht verzagen, fahre ich eben jetzt LINKS herum. Ich hab zwar keine \u00a0Ahnung, wo es da lang geht, aber da das einige vor mir auch machten, vertraute ich mich einfach deren Orientierungsk\u00fcnsten an und darauf, dass die nach OL wollten. Also betete ich die ganze Zeit den vor mir fahrenden Opelfahrer an: Bitte, fahr nach OL! Bitte, fahr nach OL! Nicht, dass der auf einer Hofeinfahrt zum stehen kommt und sich wundert, warum ich auch in seine Garage will. Aber: Er fuhr nach OL &#8230; und nach 40 Minuten Herumkurvens, Bangen, Betens und Fluchens\u00a0 kam ich in bekanntes Terrain.<\/p>\n<p>Da ich nun eh schon zu sp\u00e4t dran war, w\u00fcrden weitere 10 Minuten bestimmt nicht sonderlich auffallen und so st\u00fcrmte ich noch fix den kleinen Laden in der N\u00e4he von Firma 2, um mich mit Joghurt und so&#8217;n Kram auszustaffieren. Und was glaubt ihr fand ich dann im Handschuhfach, als ich mein Handy verstauen wollte? Ratet!<\/p>\n<p>Japp, genau &#8212;- das NAVI! *headdesk nb. 2*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 8 Jahren fahre ich jeden Tag (na gut, fast jeden Tag) die gleiche Strecke: 55 km von Job 1 zu Job 2. 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