{"id":9431,"date":"2013-08-10T10:41:08","date_gmt":"2013-08-10T08:41:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=9431"},"modified":"2013-08-10T10:45:07","modified_gmt":"2013-08-10T08:45:07","slug":"grossschoenau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/grossschoenau\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfsch\u00f6nau"},"content":{"rendered":"<p>Der emotionalste Moment war nat\u00fcrlich, als wir am Montag Nachmittag endlich die Spitzkunnersdorfer Stra\u00dfe nach Gro\u00dfsch\u00f6nau hinein herunter fuhren und ich zum ersten Mal nach \u00fcber 10 Jahren das Dorf wiedersah, in dem ich Kindheit und Jugend verbracht habe. Es hatte sich kaum etwas und doch auch wieder so viel ver\u00e4ndert. Es war \u00fcberw\u00e4ltigend. Viele H\u00e4user sind neu restauriert und erstrahlen im neuen alten Umgebindeglanz. Davon wird es auch ein paar Bilder geben.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst aber direkt zu Gro\u00dfsch\u00f6nau. Den besten \u00dcberblick hat man auf das Dorf vom Hutberg aus. Und damit fange ich auch an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9459\" alt=\"Grosschoenau4\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau4.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau4.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau4-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau4-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau4-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Zu den einzelnen Geb\u00e4uden komme ich noch. Wie oft war ich als Kind auf dem Hutberg; sei es von der Schule \u00a0aus (weil wir den Wald fegen mussten und anschlie\u00dfend R\u00e4uber und Partisanen spielten), oder weil mich Vater mit zum sonnt\u00e4glichen Fr\u00fchschoppen nahm. Die Blaskapelle spielte und Vater schnitzte mir aus jungen Weidenzweigen kleine Trillerpfeifen. Und dann waren da nat\u00fcrlich noch die legend\u00e4ren Faschingsfeiern auf dem Hutberg! Der gro\u00dfe Berg im Hintergrund ist die Lausche.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9457\" alt=\"Grosschoenau1\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau1.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau1.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau1-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau1-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau1-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude mit der <strong>Nummer 1 <\/strong>ist mein eigentliches Elternhaus, in dem ich aufgewachsen bin. Davon gibt es sp\u00e4ter noch extra Bilder. Es war zu DDR-Zeiten eine HO-Gastst\u00e4tte, die meine Mutter bis zu ihrem Tod leitete.<\/p>\n<p><strong>Nummer 2<\/strong> zeigt die D\u00e4cher meiner damaligen Grundschule. 1977 stand ich mit einer gro\u00dfen Zuckert\u00fcte auf deren Stufen. Sie ist auch heute noch eine Grundschule und in ihr wurde auch Moni 1996 eingeschult.<\/p>\n<p><strong>Nummer 3<\/strong>: Ein jetzt verfallendes Fabrikgeb\u00e4ude, das damals mit zur Frottana geh\u00f6rte. Dort habe ich in der 8. Klasse ein Jahr lang jeden 2. Donnerstag 8 Stunden lang arbeiten m\u00fcssen. (Das Fach nannte sich PA = Produktive Arbeit). Ich habe in der Zeit Badem\u00e4ntel mit der Hand abgefusselt, bevor sie in die Kartons kamen und in die BRD verschickt wurden, f\u00fcr Quelle und Co. Es gab auch Badem\u00e4ntel und Handt\u00fccher, die f\u00fcr das sowjetische Brudervolk bestimmt waren; die wurden aber weniger sorgf\u00e4ltig kontrolliert. An denen f\u00fcr den Westen durfte keine Masche falsch sein und kein Fussel \u00fcbersehen werden.<\/p>\n<p><strong>Nummer 4<\/strong> schlie\u00dflich sind die D\u00e4cher der Neubausiedlung, in der wir auch eine Wohnung (unsere erste eigene) beziehen konnten, nachdem Moni bereits 1 Jahr alt war und in dem alten 16 m\u00b2-Kinderzimmer (unter dem Dach bei Bild Nummer 1) definitiv kein Platz mehr war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9456\" alt=\"Grosschoenau2\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau21.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau21.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau21-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau21-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau21-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p><strong>Nummer 5<\/strong>: Die &#8222;Gelbe Schule&#8220;, damals f\u00fcr die Klassen 5 bis 10 bestimmt; ist auch heute noch eine Mittelschule. Mein Klassenzimmer befand sich 5 Jahre lang in der rechten obersten Etage (direkt unter der 5 also). Unser Klassenlehrer war Herr Quaiser, &#8222;Pfeffi&#8220; genannt, weil er immer auf einem Pfefferminzbonbon herumkaute, w\u00e4hrend er Deutsch und Geografie in unsere sturen Gehirne pflanzte.<\/p>\n<p><strong>Nummer 6<\/strong>: Der &#8222;Schie\u00dfwiesn&#8220;-H\u00fcgel. Im Winter sind wir hier oft Schlitten gefahren, stundenlang, ausdauernd und ungeachtet nasser Schuhe und kalter Finger.<\/p>\n<p>Die <strong>Nummer 7<\/strong> schlie\u00dflich war auch eine Schule, &#8222;Webschule&#8220; genannt. Sie war schon damals bauf\u00e4llig; aber ab und zu hatten wir ersatzweise auch dort Unterricht und Werkstunde. Es roch dort immer sehr stark nach Bohnerwachs.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9458\" alt=\"Grosschoenau3\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau3.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau3.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau3-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau3-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Grosschoenau3-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Das ist die Aussicht vom Hutberg auf den <strong>Finkenh\u00fcbel<\/strong>. Mit meinem Vater bin ich dort Spazieren gewesen, im Winter, als der Schnee seit Tagen scharf\u00a0wie eine Betondecke auf den Wiesen und Feldern lag. Einmal &#8211; ich muss so 10 Jahre alt gewesen sein &#8211; bin ich alleine losgezogen, um auf den Finkenh\u00fcbel zu gehen. Es war wieder Winter, bitterkalt und schneidender Wind fegte \u00fcber das Land. Ich war stundenlang unterwegs, der eiskalte Wind hatte meine Lippen aufspringen lassen. Mir war bitterkalt, aber der Weg schien kein Ende zu nehmen. Doch was blieb mir auch anderes \u00fcbrig als weiterzugehen? Einmal unterwegs, gab es kein Zur\u00fcck mehr. Es nutzte mir nichts, mich hinzusetzen und zu verzweifeln, weil ich nicht mehr laufen wollte und alles in mir weh tat. Ich musste weiter laufen, wenn ich nach Hause wollte. Das ist mir damals klar geworden, dass es nur auf mich ankommt, dass Weinen nichts nutzt, oder darauf zu warten, dass jemand kommt und dich rettet. Also lief ich und lief und weinte und der Wind schmerzte im eiskalten Gesicht und die Tr\u00e4nen froren zu Kristallen &#8211; aber ich lief weiter.\u00a0V\u00f6llig zerfroren und mit steifen Fingern schaffte ich es schlie\u00dflich nach Hause, wo Vater mir die steifen H\u00e4nde unter kaltes Wasser hielt, und mich dann ins Bett steckte, mir noch einen hei\u00dfen Kakao brachte, aber heimlich wohl stolz auf mich war, dass ich die Wanderung durchgehalten hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der emotionalste Moment war nat\u00fcrlich, als wir am Montag Nachmittag endlich die Spitzkunnersdorfer Stra\u00dfe nach Gro\u00dfsch\u00f6nau hinein herunter fuhren und ich zum ersten Mal nach \u00fcber 10 Jahren das Dorf wiedersah, in dem ich Kindheit und Jugend verbracht habe. 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