{"id":9463,"date":"2013-08-10T13:13:33","date_gmt":"2013-08-10T11:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=9463"},"modified":"2013-08-10T13:52:44","modified_gmt":"2013-08-10T11:52:44","slug":"wo-ich-aufwuchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/wo-ich-aufwuchs\/","title":{"rendered":"Wo ich aufwuchs"},"content":{"rendered":"<p>Die n\u00e4chsten Bilder zeigen das Haus, in dem ich aufwuchs. Zu DDR-Zeiten war das eine HO-Gastst\u00e4tte. Ich habe nat\u00fcrlich viele Erinnerungen an das Haus: die k\u00fchlen Steinstufen im Hausflur, auf denen wir Kinder eigentlich nicht spielen sollten; an den Blitzableiter, dem ein paar Meter fehlten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9464\" alt=\"Haus1\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus1.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus1.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus1-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus1-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus1-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Ich war positiv \u00fcberrascht, dass das Haus wieder hergerichtet wird. Das letzte Mal, als ich es gesehen hatte, war es in einem bedauernswertem Zustand, verwachsen und unzug\u00e4nglich, der Putz br\u00f6ckelte und die Fensterscheiben waren alle mehr oder weniger zerschlagen. Offensichtlich k\u00fcmmert sich aber jetzt jemand darum, auch wenn noch nicht alles wieder richtig ist.<\/p>\n<p>Wir haben in der 1. Etage gewohnt: <strong>Nr. 1<\/strong> war das Schlafzimmer meiner Eltern, <strong>Nr. 2<\/strong> das K\u00fcchenfenster und <strong>Nr. 3<\/strong> das Wohnzimmerfenster. \u00dcber den Eingang der Gastst\u00e4tte (Nr. 4) war das erste Kinderzimmer von meinem Bruder und mir. Dort schliefen wir auch; und so kam es, dass ich bereits als 4-J\u00e4hrige s\u00e4mtliche Trinklieder des Dorfes auswendig mittr\u00e4llern konnte. Nachts huschten durch das Fenster die Lichter der vorbeifahrenden Autos und warfen groteske Schatten an die W\u00e4nde. Heute hat sch dort ein t\u00fcrkischer Imbiss angesiedelt. Wir waren aber nicht drin.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9465\" alt=\"Haus2\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus2.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus2.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus2-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus2-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus2-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>An das Kohlenfenster, in das ich regelm\u00e4\u00dfig die Kohlen schippte, zuerst mit meinem Vater zusammen, sp\u00e4ter allein (das war ein von der Gastst\u00e4tte gut bezahlter Job, denn die Kohlenlieferung kam im Winter alle 14 Tage und versperrte die Zufahrt; musste also schleunigst weggeschippt werden.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9474\" alt=\"Kohlenfenster\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Kohlenfenster.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Kohlenfenster.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Kohlenfenster-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Kohlenfenster-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Kohlenfenster-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Die Hausr\u00fcckseite. Auf diesem Hof verbrachte ich meine Kindheit, warf den Ball gegen die Mauer und bekam deswegen oft Schelte vom Gastst\u00e4ttenleiter. Eines der damaligen K\u00fcchenfenster seht ihr ganz unten links. Daraus wurde uns oft Eis im Sommer gereicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9466\" alt=\"Haus3\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus3.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus3.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus3-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus3-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus3-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p><strong>Nummer 5<\/strong> ist die R\u00fcckseite unserer ehemaligen Wohnstube. Eigentlich war dort ein h\u00f6lzerner bauf\u00e4lliger, selbstkonstruierter brauner Balkon. Auf ihm beobachteten Vater und ich oft die Gewitter und die Sommerregenschauer. Vater hatte dort auch eine Vielzahl von Kakteen stehen; und im Sommer &#8211; wenn ab dem Mittag die Sonne durch die Fenster schien &#8211; musste Vater einen gro\u00dfen Vorhang vor die Scheiben ziehen, damit mein Bruder und ich drinnen am Sonnabend die Flimmerstunde schauen konnte. Ohne den Vorhang hat man n\u00e4mlich gar nichts gesehen.<\/p>\n<p><strong>Nummer 6 und die halbe 7<\/strong> geh\u00f6rten zu dem kleinen Dachzimmer, das ich dann endlich als Jugendliche beziehen und mich damit ein bisschen von der vor allem stiefm\u00fctterlichen Aufsicht entziehen konnte. Diese 16 m\u00b2 unter dem Dach waren urspr\u00fcnglich einmal Zimmerchen f\u00fcr das Personal. Dort wuchs Moni das erste Jahr ihres Lebens auf. Es war ziemlich klein, Dachschr\u00e4gen und im Sommer hielt man es kaum aus vor Hitze. Im Winter dagegen fielen oft die Heizung aus und das Wasser tropfte bei Regen durch das Dach. Und trotzdem war es eine sch\u00f6ne Zeit.<br \/>\nNach rechts unten &#8211; hier jetzt nicht zu sehen &#8211; ging es in die alte Waschk\u00fcche. Ich kann mich noch ziemlich verschwommen daran erinnern, dass diese noch bis in die 1980iger Jahre wirklich verwendet wurde. Dort war ein gro\u00dfer Kessel eingebaut, in dem Wasser gelassen wurde und das dann mit Feuerholz erw\u00e4rmt wurde. Dann wurden \u00fcberwiegend gro\u00dfe Bettlaken darin gekocht und ger\u00fchrt, bevor sie zum Trocknen und Bleichen auf die Wiese hinter dem Haus gelegt und gehangen wurden. Aber irgendwann war das mit Waschmaschinen dann doch einfacher; und die Waschk\u00fcche wurde zum Abenteuerspielplatz f\u00fcr uns Kinder.<\/p>\n<p>Ebenso wie der Schuppen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9467\" alt=\"Haus4\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus4.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus4.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus4-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus4-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus4-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Einmal habe ich sogar nach einer Disco-Nacht auf dem oberen Heuboden geschlafen. Wie ich im angeduselten Zustand dort hinauf gekommen bin? Keine Ahnung mehr. Eigentlich war es sp\u00e4ter der Katzenboden; denn Muckelchen hatte dort ihr eigenes Reich, da sie ja nicht mehr in die Wohnung durfte, als die Stiefmutter dort das Zepter f\u00fchrte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9468\" alt=\"Haus5\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus5.jpg\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus5.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus5-300x200.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus5-150x100.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Haus5-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich noch der Blick in den Garten. Das ist nur die H\u00e4lfte, fr\u00fcher war der Garten doppelt so gro\u00df &#8211; quasi hinter dem Bauzaun noch weiter. Im Sommer m\u00e4hte mein Vater dort das Gras und legte es zum Trocknen auf Holzger\u00fcste, die wie kleine Zelte zusammengestellt waren. Nat\u00fcrlich krochen wir Kinder mit Vorliebe im Heu herum, auch ich mit meiner Heuschnupfenallergie. Im Winter lag oft meterhoch der Schnee und wir bauten Iglos. Im Garten standen verschiedene Apfelb\u00e4umchen. Mein liebster war der August\u00e4pfelbaum, der dann selbstverst\u00e4ndlich auch regelm\u00e4\u00dfig gepl\u00fcndert wurde. Nat\u00fcrlich kletterten wir auf jeden Baum, keiner war vor uns sicher. Und noch eine Erinnerung bahnt sich an das Licht: die an das alte Ehepaar, die noch lange in dem Haus mit uns wohnten. Er hatte zittrige H\u00e4nde. Sie spielten im Sommer im Garten immer Romm\u00e9 und ich durfte oft mitspielen.<\/p>\n<p>Wir haben \u00fcberhaupt die meiste Zeit bei Wind und Wetter drau\u00dfen herumgetobt. Legend\u00e4r (zumindest in meinen Erinnerungen) sind die Versteckspiele. Oft waren wir mehr als 20 Leute im Alter zwischen 5 und 18 Jahren, die stundenlang durch die Gegend tobten und abenteuerliche Verstecke erklommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die n\u00e4chsten Bilder zeigen das Haus, in dem ich aufwuchs. Zu DDR-Zeiten war das eine HO-Gastst\u00e4tte. 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