{"id":9708,"date":"2013-10-12T13:04:30","date_gmt":"2013-10-12T11:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/sajec.de\/blog\/?p=9708"},"modified":"2013-10-12T13:12:31","modified_gmt":"2013-10-12T11:12:31","slug":"der-traum-von-jared-als-messias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sajec.de\/blog\/der-traum-von-jared-als-messias\/","title":{"rendered":"Der Traum von Jared als Messias"},"content":{"rendered":"<p>Vorweg: Ich wei\u00df nicht, was es bedeuten soll, dieser Traum der letzten Nacht. Ich habe Jensen vermisst. Trotzdem war es kein supernatural-Traum, so sehr ich mir das auch gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Er ging tiefer, als wenn da eine Sehnsucht w\u00e4re, die aufbricht, sich frei bricht, eine Sehnsucht nach mehr als nur blo\u00dfes Existieren.<\/p>\n<p>Am besten, ich poste erst einmal nur, was ich gesehen und gef\u00fchlt habe in diesem Traumuniversum:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Abendsonne leuchtete durch hohe, gr\u00fcnlich schimmernde B\u00e4ume, tauchte alles in traumhaftes Licht, verzauberte den Wald und die Wesen in ihm. Ich schlenderte hindurch, mich neugierig umschauend. Vereinzelt standen Menschen jeden Alters und Geschlechts an kleinen Holzbuden, an denen Spielzeuge und S\u00fc\u00dfigkeiten verkauft wurden. Gelassene Stimmung str\u00f6mte durch das Bild, niemand schien in Eile oder ver\u00e4rgert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Neben mir erschien ein Mann, ein gro\u00dfer Mann, mit l\u00e4ngeren braunen Haaren. Ich kannte diesen Mann. Jared? Ja, es war Jared, nicht etwa Sam. Wie selbstverst\u00e4ndlich nahm mich Jared an die Hand und schlenderte mit mir zum n\u00e4chsten Verkaufsstand. Ich wunderte mich kurz, warum er gerade mich an die Hand nahm, aber ich ging ohne zu z\u00f6gern mit. Jared redete die ganze Zeit und ich genoss es, seine Stimme zu h\u00f6ren, auch wenn ich kein Wort zu verstehen schien. Nur manchmal pulsierten Wortzusammenh\u00e4nge in mein Verst\u00e4ndnis. Jared sprach von seiner Frau, dass er f\u00fcr sie Ohrringe kaufen m\u00f6chte. Ich sollte ihm dabei helfen, die richtigen auszusuchen. Verwundert schaute ich auf den hochgewachsenen Kerl, der mich noch immer an der Hand f\u00fchrte und sich nicht um die Menschen k\u00fcmmerte, die mittlerweile auf uns aufmerksam geworden waren. Sie tuschelten, zeigten auf Jared und auf mich und folgten uns in einem gewissen scheuen Abstand. Ich f\u00fchlte Stolz: Jared hatte mich ausgesucht, ihn zu begleiten. Aber wo war Jensen? Suchend schaute ich mich um, fand Jensen aber nicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Mittlerweile hatten Jared und ich einen Verkaufsstand im Wald erreicht. Die Verk\u00e4uferin schaute verlegen auf Jared, in einer Mischung aus Stolz und Scheu. Ich sagte ihr, dass Jared Ohrringe sucht. Sie legte nerv\u00f6s ein paar vor uns hin und Jared nahm jedes einzelne glitzernde Paar und zeigte es mir. Er schaute mir dabei l\u00e4chelnd ins Gesicht, und seine Augen glitzerten aufmunternd. Ich w\u00e4hlte z\u00f6gernd ein paar Ohrringe aus, die er seiner Frau schenken k\u00f6nne. Jared war mit der Wahl zufrieden und steckte die Ohrringe ein.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hinter uns hatte sich nun eine Menschentraube gebildet, die tuschelnd zusammenstand, aber noch einen gewissen Abstand zu uns einhielt, als wagten sie nicht, sich zu n\u00e4hern, wollten sich jedoch auch nicht zu weit entfernen. Ich wusste, es ging um Jared, mich duldeten sie nur an seiner Seite, weil er es offensichtlich so wollte. Jared drehte sich zu den Menschen um und winkte ihnen zu, bevor er mich wieder an die Hand nahm und mit sich zog. Ich wollte weglaufen, nicht mit ihm im Mittelpunkt stehen, aber er sch\u00fcttelte nur sanft den Kopf und l\u00e4chelte \u00fcber meine Fluchtgedanken. \u201eDu kommst mit mir. Das ist schon richtig!\u201c sagte er; und ich wehrte mich nicht weiter.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wir liefen langsam durch den immer noch wie verzaubert scheinenden Wald mit dem goldenen Licht zwischen den hohen B\u00e4umen. Je weiter wir gingen, umso n\u00e4her r\u00fcckten die B\u00e4ume zusammen, ohne das Licht jedoch auszusperren. Es blieb golden und sanft, w\u00e4hrend sich der Wald langsam in eine Art nat\u00fcrliche Kathedrale verwandelte. Jared schritt auf den Altar zu, der am anderen Ende der Kapelle aus einer besonders gro\u00dfen und knorrigen, mit Moos bewachsenen Wurzel gebildet wurde. Die Wurzel schien zu schimmern und zu gl\u00e4nzen. Ich lie\u00df seine Hand los, lie\u00df ihn gehen. Ein Teil von mir wollte nicht, dass er geht. Ein Teil von mir ahnte, f\u00fchlte!, dass ich ihn verlieren w\u00fcrde, wenn er an dem Wurzelaltar gelangt. Doch ein ebenso starker Teil in mir wusste auch, dass ich kein Recht hatte, ihn aufzuhalten. Tr\u00e4nen rannen \u00fcber mein Gesicht und ich kniete mich in das weiche Moos und schickte Gebete zu allen Wesen und Geistern des Waldes, sie m\u00f6gen ihn besch\u00fctzen. Die anderen Menschen, die Jared und mir scheu gefolgt waren, hatten sich ebenfalls in der Waldkapelle versammelt. Sie knieten und summten leise, und die gesummte Melodie floss durch die Baumkathedrale, verband sich mit dem Licht, ber\u00fchrte alle Seelen. \u201eMessias\u201c hauchte der Wind. \u201eMessias\u201c streichelte das goldene Licht. \u00dcberall h\u00f6rte meine Seele dieses eine Wort und ich verstand, wer der Messias war. Noch immer tropften gro\u00dfe Tr\u00e4nen \u00fcber meine Wangen in das Moos, w\u00e4hrend ich wie die anderen nur mit meiner Seele dieses eine gro\u00dfe sanfte Wort der Hoffnung fl\u00fcsterte: Messias.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Jared war an der Altarwurzel angekommen. Der mit Holzschnipseln und Tannennadeln bedeckte Boden unter ihm begann sich zu bewegen. Schwarze, gro\u00dfe Skorpione tauchten auf, hoben bedrohlich ihre Schwanzspitzen mit dem Tod bringenden Stachel. Jared l\u00e4chelte noch immer, w\u00e4hrend er gelassen und wissend auf die Skorpione blickte. Ich weinte, w\u00e4hrend meine Seele noch immer Messias sang, sich daran festklammerte, an den Klang der Hoffnung. In meiner Tasche sp\u00fcrte ich pl\u00f6tzlich die Ohrringe, die ich Jareds Frau geben sollte. Wie waren sie da hinein gekommen?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Gleich musste es soweit sein, nur noch wenige Augenblicke, und die Skorpione w\u00fcrden ihre Stachel in Jareds Haut versenken und ihn damit t\u00f6ten. Ich w\u00fcrde ihn verlieren. Wir alle w\u00fcrden ihn verlieren. Wir alle mussten ihn verlieren. Noch immer sangen die Menschen lautlos, nur mit den Seelen, und die intensive Melodie h\u00fcllte die Kathedrale, den Wald, alle Menschen sanft und tr\u00f6stend ein. Noch immer still weinend sah ich zu, wie Jared zusammenbrach und auf den Waldboden sank. Zarte Bl\u00e4tter rieselten von oben auf ihn herab, bedeckten ihn ganz und entzogen ihn meinen Blicken.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Als ich aufwachte, waren die Waldkapelle, die Skorpione, die Menschen und das Licht \u2013 alles war verschwunden. Auch Jared konnte ich nirgends mehr entdecken. Hatte ich getr\u00e4umt? Aber das Gef\u00fchl des Verlustes, der Trauer war noch da. Ich tastete in meiner Tasche nach den Ohrringen. Richtig, ich konnte sie f\u00fchlen. Ich hatte nicht getr\u00e4umt? Aber wohin war dann alles Andere verschwunden?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die Welt um mich herum zerbrach, zersplitterte, ver\u00e4nderte ihr Aussehen. Pl\u00f6tzlich<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">&#8230;<\/p>\n<p>war ich verdammt noch mal wach, wirklich wach! Verwirrt und ein bisschen verzweifelt, aber auf merkw\u00fcrdige Weise auch getr\u00f6stet und wissend, dass alles gut werden w\u00fcrde. Auch wenn ich keine Ahnung habe, was das alles zu bedeuten hat, warum mein Unterbewusstsein mir solche Szenen schickt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9709\" alt=\"KathedralenJaredTraum\" src=\"http:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/KathedralenJaredTraum.jpg\" width=\"850\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/KathedralenJaredTraum.jpg 850w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/KathedralenJaredTraum-300x225.jpg 300w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/KathedralenJaredTraum-150x112.jpg 150w, https:\/\/sajec.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/KathedralenJaredTraum-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass da noch viel viel mehr war; gr\u00f6\u00dfere Bilder, andere Geschehnisse, die ich kurz nach dem Aufwachen noch im Ged\u00e4chtnis hatte. Aber sie verloren sich im Alltag des sonnabendlichen Morgens, mit seinen Gesch\u00e4ftigkeiten. Ich habe bereits Altpapier entsorgt und noch ein paar kleinere Besorgungen in der Stadt erledigt. Die ganze Zeit \u00fcber hatte ich dieses Waldkathedralenbild vor Augen und r\u00e4tselte, warum es gerade Jared war, der mir als eine Art Messias erschienen war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorweg: Ich wei\u00df nicht, was es bedeuten soll, dieser Traum der letzten Nacht. Ich habe Jensen vermisst. Trotzdem war es kein supernatural-Traum, so sehr ich mir das auch gew\u00fcnscht h\u00e4tte. 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