Da hat mich der 2. Pieks umgehauen

Da hat mich doch der kurzerhand wahrgenommene 2. Piekstermin dermaßen aus den Socken gehauen, dass ich ganze 2 Tage danach fiebernd im Bett lag und nicht im Büro saß. Dabei hatte ich endlich mal ausgesprochenes Glück gehabt mit der 2. Impfung!

Denn in den Radionachrichten hörte ich ja – wie etliche andere auch -, dass die AstraZeneca-Erstgeimpften sich noch vor Ablauf der 12-Wochen-Wartezeit mit einem der beiden anderen Impfstoffe pieksen lassen sollten, dann klappe das auch mit den neuen Varianten, die gerade unterwegs sind. Daraufhin habe ich ja versucht, bei meinem erstpieksenden Hausarzt an Infos zu kommen – aber die wussten von noch nichts. Und wer weiß, WANN die dann mal etwas erfahren, und ob die von sich aus dann die AZ-Geimpften wie mich vor August anrufen, um uns etwas anderes zu spritzen! Also nahm ich das besser selbst in die Hand.
Im Impfzentrum waren natürlich – anders als in der Woche zuvor – keine Termine mehr frei, aber da kann man sich ja auf Wartelisten setzen lassen für Moderna oder BionTech. Das habe ich dann auch am Samstag getan. Am Sonntag war die Email da mit dem Termin für Dienstag. Also fuhr ich Dienstagfrüh ins Impfzentrum – und war arg nervös; denn irgendwie kam es mir auch schon wieder wie Schummeln vor. Bei der Online-Terminvergabe konnte man sich nur für einen Erst-Impftermin anmelden und bekommt dann mit diesem auch gleichzeitig den Termin für den 2. Pieks. Nur ich hatte ja den ersten schon. Nun ja … ich würde sehen, was passiert.

So war ich also überpünktlich wie einbestellt da, bekam Fieber gemessen, wurde an das erste Infofenster geschleust; und da stellte man mir die Frage, die ich insgeheim befürchtet hatte: „Das ist Ihre erste Impfung?“
Lügen oder bei der Wahrheit bleiben? Ich entschied mich für die Wahrheit:
„Nein, das ist eigentlich schon meine 2. Ich bin hier, um auch diese Kreuzimpfung zu erhalten. Meine erste war mit AZ.“
Worauf der fast schon albtraumhafte Ablauf startete: Die Empfangskontrolleurin rief in ihr Walkie-Talkie, sie hätte hier ‚wieder so einen Fall‘; und ich wurde zur Seite geschickt und musste in einem gesondertem Bereich ein paar Minuten warten.
Nach einiger Zeit kam dann eine neue Person, setzte sich seufzend mir gegenüber an einen aufgeklappten Laptop und begann ihren Vortrag: Dass nicht vorgesehen ist, dass sich Menschen bei der Erstimpfung anmelden, aber eigentlich nur die 2. haben wollen, weil automatisch für beide Impftermine der entsprechende Impfstoff damit bestellt ist, und nicht mehr abbestellt werden könnte für den eigentlich 2. Termin, den ich ja dann nicht mehr brauchen würde. Der Impfstoff würde dann vergeudet sein und im schlimmsten Fall weggeschüttet werden müssen. Deswegen könnte man mich jetzt nicht impfen, ich müsste das wie vorgesehen bei meinem Hausarzt machen lassen, so leid es ihr auch täte.
ABER: Mitten in diesen Vortrag klingelte ihr Handy, sie ging dran, dann seufzte sie noch tiefer und (wie mir scheinen wollte) erleichterter; und dann begann meine Glückssträhne (an die ich schon gar nicht mehr glauben wollte): Das war gerade der Anruf des Oberarzthäuptlings des Landkreises, die wegen dieses auftretenden Problems bis in die Nacht zusammenhockten und eine Entscheidung treffen mussten. Und die Entscheidung fiel zu meinen Gunsten aus, denn ab sofort dürften 2.-Piekser, die sich wie ich mangels anderer Möglichkeiten bei der Erstimpfungsterminwarteliste eingetragen haben, geimpft werden, und zwar, wenn der Erstpieks zwischen 6 und 9 Wochen zurückliegt. Bis vor einer Stunde hatten sie sämtliche Impfgewillten wie mich deswegen noch wegschicken müssen und es gab nicht selten Theater deswegen, weil: das versteht ja auch niemand wirklich. Nun, ich würde die Erste sein, bei der sie impfen dürfen.
Nächstes Stückchen Glück: Zu meinen 6 Wochen nach der Erstimpfung fehlte noch genau 1 Tag! Ein beschissener Tag fehlte! – und wenn die Schicksalsbitchen richtig fies gewesen wären, hätten sie eben jetzt Ätschibätsch gekichert. Haben sie aber nicht. Kurze Rücksprache mit dem amtierenden Arzt (der mit mir dann auch das Gespräch führte). Ergebnis: Wegen einem Tag, der fehlt, machen wir jetzt nicht auch noch Zirkus, sie darf geimpft werden. HURRA!

Total erleichtert wurde ich also durch Kabinen geschleust, musste noch mal Zettel unterschreiben, bekam noch einmal das Aufklärungsgespräch und erfuhr dort so nebenbei, dass meine Kombination die Kanzelerin-Impfung ist, denn Frau Merkel hatte auch zuerst AZ und danach Moderna. Ich konnte mich auch noch mal vergewissern, dass ich auch beim ersten Pieks nichts falsch gemacht habe, als ich – auch dort bereits mit Nebenwirkungen kämpfend – irgendwann zu Paracetamol griff! Sofern man sich das nicht bereits prophylaktisch vor den eigentlichen Nebenwirkungen reinpfeift, ist alles gut. Dann bekam ich meinen Pieks und watschelte superhappy ins Büro zurück.

Nun gut, die Nebenwirkungen schlugen dann am nächsten Tag geballt zu: Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen … die nächste Nacht noch schlimmer. Bei knapp 39 °C wollte ich kurzzeitig sterben. Die Nacht zum Donnerstag schlief ich gar nicht mehr, sondern torkelte nur zwischen Fieberthermometer und Wasserhahn, überlegte kurz, nachts um 3 Uhr zu duschen, nassgeschwitzt wie ich war, aber letztendlich war mir doch zu kalt. Die Nacht konntest’e vergessen, aber so komplett. Aber heute, am Freitagmorgen, hatte ich es wohl überstanden! Nur der Arm tut noch ein bisschen weh. Ab ins Büro, damit auch Chef wieder happy sein kann.

EURO2020 Derweil haben sich die Engländer ins Finale geschummelt, und Twitter und die halbe Welt haben sich ohne mich über die arschigen englischen Fans aufgeregt, die bei den Hymnen der anderen Mannschaften pfeifen und buhen, kleine weinende deutsche Mädchenfans im Netz noch verhöhnen, weil Dtl. rausgeflogen ist, und dann den dänischen Keeper mal eben mit Laserpointer ablenken wollen, nachdem sich ihre Mannschaft durch eine Schwalbe einen 11-Meter ergaunert hat, der einfach keiner war. Nun gut, nun sind sie im Finale gegen die Italiener und alle Welt drückt den Azuros die Daumen, schlicht, weil ich die 3-Lions-Fans wie Arschlöcher benehmen.

Aber dann ist die EM ja auch zum Glück vorbei, und bei mir geht es jetzt erst richtig los.

Abnehmen! ist immer noch Thema und nicht vom Tisch; und es hat nichts damit zu tun, dass ich ‚mich annehmen und lieben muss, wie ich bin‘. Hat es nicht! Ich mag mich nicht so annehmen, wie ich jetzt bin, weil ich dann nicht lange so sein werde, wie ich jetzt bin! Dann liege ich irgendwann in nicht wirklich allzu ferner Zukunft in der Kiste und kann damit auch nichts mehr anfangen. Wenn ich in mich hineinhorche, will ich doch noch einiges sehen und erleben von dieser Welt, die eine oder andere Story noch lieben, mich wieder mit den Mädels treffen, erleben, wie Bazillchen ihren Weg geht … Deswegen geht es jetzt – nachdem ich den Kampf mit den Nebenwirkungen absolviert habe – richtig los. Nein, keine strenge Diät; aber bewusster essen; ab und an mal ein oder auch 2 Mahlzeiten in der Woche durch einen Shake ersetzen, mehr Obst und Gemüse, weniger Pizza und Nudeln … wir kennen es ja. Wir wissen, wie es richtig geht. Es ist ein Kampf gegen Bequemlichkeit und Gewohnheitsfuttern, gegen das Zu-Viel-Essen weil es einfach zu gut schmeckt. Mehr trinken, irgendwann dann auch bald wieder mehr Bewegung. Ich bin entschlossen, und das Beste: Knuffel macht auch mit. Na dann … auf ins Wochenende.

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