Mitte Oktober schon wieder. Warme Nachmittage, ein freier Mittwoch, ein Fackel- und Laternenumzug durch die Gateteiche. Mit dem BLACKY unterwegs gewesen und neue Lieblingsbänke entdeckt und alte Laufwege besucht. Alles in allem eine gute Woche, mit einer guten Mischung aus Büro und Freizeit und wenig dunklen Gedanken.
Himmel kann die Wahlheimat, und Farben, wenn sie mag, auch. Gestern war ich nur kurz mit dem BLACKY unterwegs, denn ich stand vor der Wahl, noch mehr in dunklen Gedanken zu versinken oder das nächste KI Short Video als Flucht in ein anderes Universum zu beginnen. In eine Welt, wo man liebt, oder sich zumindest die für einander bestimmten jungen Männer trotz aller Widrigkeiten und Missverständnisse finden. Das lenkt davon ab, dass ich mich selbst in letzter Zeit sehr alleine fühle. Selbst, wenn ich das nie wirklich bin. So lange, wie ich etwas zu tun finde, ist alles in Ordnung. Aber wehe, die Gedanken können abschweifen und erforschen, was ich von diesem Leben noch erwarten kann, mit 55 Jahren und mit einem Körper, der sich immer mehr gegen mich stellt. Bewegungen klappen einfach nicht mehr so, wie ich es gewohnt bin. Die schmerzenden fetten Beine, die bald in keine Jeans mehr passen werden. Die grauen dünnen Haare, meistens zu einem dünnen geflochtenen Rattenzopf gebunden; und immer sind es ein paar dünne Stränchen, die mir ins Gesicht fallen und mich wahnsinnig machen. Schweißausbrüche, selbst wenn ich nur Staub wische. Mein Körper mobbt mich, wo er kann, selbst im Liegen. Alles ist schwerfällig und langsam. Und ich bin selbst Schuld. Ich habe sämtliche Disziplin, die vielleicht vor 14 Monaten noch vorhanden war, weggeworfen und dem „Was solls?!“-Gedanken überlassen. Was solls auch? Es interessiert niemanden. Meine Brüder, meine Eltern … sie alle sind längst gegangen, und der Gedanke, selbst bald für immer diese dumme Welt zu verlassen, schreckt mich nicht mehr. Es bliebe nur ein Bedauern, dass ich Jakob nicht zusehen kann, wie er wächst und lernt und zu einem guten Menschen gedeiht. Mein Vater starb, als Moni selbst erst etwas über 2 Jahre alt war; es ist also, wenn man diese Berechnung auf mich überträgt, nicht mehr lange hin, bis ich meinen letzten Sommer erleben werde. Ja, so trübe Gedanken plagen mich. Zu erleben, wie die Tante meiner Kollegin mit 86 Jahren quasi auf ihr Ende wartet, lange Zeit alleine zu Hause, dann im Pflegeheim, im Krankenhaus, zurück ins Pflegeheim und nun soll sie schließlich in ein Hospiz. Und sie weiß, dass das Unvermeidliche bevorsteht, sie wünscht es sich sogar wohl herbei, weil ihr Körper längst zu schwach ist, sich noch einmal aufzubäumen. Ihr bleibt nur das Warten und das Hoffen, dass sie irgendwann einschläft und nicht mehr aufwacht.
Ich bin in der Oberlausitz aufgewachsen. In der DDR, mit all dem, was damals eben zum Leben gehörte: manches war ganz normal, manches ziemlich speziell und manches versteht man wahrscheinlich erst, wenn man es selbst erlebt hat.
Dann kam 1989/90 die Wende – und plötzlich war vieles anders. Neue Möglichkeiten, neue Freiheit, neue Wörter im täglichen Sprachgebrauch und gefühlt ungefähr tausend Dinge, von denen man vorher noch nie gehört hatte. Dass ich einmal so selbstverständlich durch ein Land fahren würde, ohne irgendwo an einer Grenze stehen zu müssen, hätte ich mir als Kind vermutlich auch nicht vorstellen können. Ich bin jedenfalls froh, dass es so gekommen ist. Sehr froh sogar.
Im Jahr 2000 zog es uns dann – Knuffel, Moni und mich – an die Nordsee, genauer in die Wesermarsch. Und wie das manchmal so ist im Leben: Man fährt eigentlich nur wegen der Arbeit irgendwohin und stellt irgendwann fest, dass man dort geblieben ist.
Die Wesermarsch wurde unsere neue Heimat. Die Farben blieben fast gleich, Blau und Gelb und hier im Norden auch viel Grün. Hier gab es statt der vertrauten Hügel der Oberlausitz plötzlich Salzwiesen, Deiche, Wind und das Wattenmeer. Und natürlich diese norddeutsche Spezialität: Wetter, das innerhalb von zehn Minuten drei verschiedene Jahreszeiten ausprobieren kann. Mit der Zeit haben wir gelernt, dass „Windstärke ordentlich“ hier kein Grund ist, den Spaziergang abzusagen, sondern eher eine Einladung, sich die Frisur zu sparen.
Trotzdem ist die alte Heimat nie verschwunden. Die Oberlausitz bleibt ein Stück von mir. Heimat ist offenbar kein Ort, den man gegen einen anderen austauscht. Man kann eine neue Heimat finden, ohne die alte zu verlieren.
Heute schaue ich auf dieses inzwischen ziemlich verrückte, manchmal wunderbare und manchmal schwer verständliche Deutschland mit einer Mischung aus Dankbarkeit, Verwunderung und gelegentlichem Kopfschütteln.
Und irgendwo zwischen Oberlausitz und Wesermarsch gibt es inzwischen noch einen ganz besonderen Grund, warum mir Frieden wichtig ist: Unser Enkelkind, geboren 2025.
Ich wünsche mir, dass dieses Kind einmal ganz selbstverständlich in einem freien und friedlichen Land aufwachsen kann. Ohne Hass, ohne Grenzen in den Köpfen und hoffentlich mit der Möglichkeit, seine eigene Heimat zu finden – egal, wo die irgendwann sein wird. Vielleicht am Meer. Vielleicht in den Bergen. Vielleicht ganz woanders. Und vielleicht wird es eines Tages fragen, wie das denn damals war – als Deutschland noch geteilt war. Dann werde ich erzählen. Von der Oberlausitz. Von der DDR. Von 1990. Von unserem Umzug im Jahr 2000. Von der Wesermarsch und dem Wattenmeer.
Und vermutlich auch davon, dass man im Norden bei Sonnenschein trotzdem eine Jacke dabeihaben sollte. Man weiß ja nie.
Zum Ende hin hast du es ja noch einmal richtig gut gemeint und dem Sommer mehr oder weniger die Bühne überlassen. Letztes Wochenende zum Beispiel, als die liebe Jo zu Besuch war. Und was haben wir festgestellt, nachdem wir die Lieblingsbank an der Weser besucht haben und am Samstag in Bremerhaven auf dem kleinen Hafenrundfahrtsdampfer Große Pötte geguckt haben? Wir brauchen wieder Kondition, so geht das ja nicht weiter. Also insbesondere das mit dem Gehen. Deswegen haben wir jetzt eine Schritte-Challenge am Laufen. Am Wochenende werden Schrittzahlen verglichen. Und daher war ich gestern zu Fuß durch den Stadtwald NHam unterwegs und bin heute spontan mit dem BLACKY früh ins Büro gefahren, denn morgen – da ist schon Oktober – soll es gleich morgens regnen.
Obwohl, das sage ich ja eigentlich zu jeder: Den Frühling sehne ich regelmäßig herbei, im Sommer kann man so herrlich chillen, der Herbst ist was ganz besonderes und ich glaube, meine Seele und der Herbst sind füreinander geschaffen; und auch der Winter hat seine schönen Seiten und was kuschliges an sich.
Aber nun sind wir im Herbst angekommen, auch wenn die Blätter dieses Jahr und in dieser Gegend offenbar spät dran sind, sich zu verfärben und die ersten Sturmböen sie noch grün von den Ästen reißen.
Das BLACKY war am Freitag zur Inspektion, und heute habe ich es dann auch ausgeführt, durch die letzten Sommervibes, durch aufkommende Sturmböen und Regenplatscher, bevor dann wieder die Sonne herunterschien, als würde sie den Sommer doch noch nicht ganz gehen lassen wollen.
Ich bin durch Regenschauer geradelt, der von allen Seiten zu kommen schien, aber warm war; und der entgegenkommende junge Mann auf seinem Fahrrad nickte mir ein aufmunterndes Hallo zu; zwei einsame Radler, die sich der Natur aussetzen und verstehen.
Die Felder sind schon abgeräumt (jedenfalls zum Teil), doch der Mais steht noch hoch. Bei uns gab es bereits die 2. Kürbissuppe und Kürbisbrot; und Moni, Jakob und ich haben das Kürbisfest besucht. Ich liebe die ruhigen Teeabende, den Tatort online mit Bluesky-Mitguckern, und die Kerzen in der Wohnung. Ich mag den Herbst, auch wenn er stürmisch und regnerisch ist. Ich mag sein Licht und seine Wüstheit, seine Melancholie und seine Farben.
Nordenham, September 2026; der Himmel ist KI generiert und ge-photo-lumina-riert
Der Himmel musste jetzt den innerlichen Aufruhr spiegeln, denn ich hatte gerade die letzten 26 Stunden mehr oder weniger Adrenalin pur.
Es fing Sonntagmorgen an; da bekam ich eine SMS, dass mein OTP von Amazon soundso lautet. Hä? Ich hab doch gar nichts bestellt? Das würde ich mir nachher angucken … und dann schlief ich erst mal noch eine Mütze. Nach dem Frühstück kam dann das Enkelkind, und da war Amazon gleich aus dem Kopf. Aber nachmittags fiel es mir wieder ein, und dann nahm das Drama auch schon Galopp auf: Ich kam nicht mehr in mein AMAZON Konto. Hmm *kopfkratz* Merkwürdig. Also: Auf Passwort vergessen geklickt …. und nach mehreren Versuchen war ich dann doch mal eben kurz drin, um festzustellen, dass eine Email-Adresse verändert und auch eine Telefonnummer hinzugekommen war, die ich im Leben nicht kannte, jedenfalls nicht die angezeigten letzten Ziffern. Kenne ich nicht, nie gesehen, weg damit! Aber das Wegmachen ging nicht, und nach einigem Hin und Her rief ich bzw. mein Knuffel bei AMAZON an. Vermutlich wurde mein Konto gehackt und seltsame Dinge gingen vor sich, jedenfalls war etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Der A-Kundenservice gab mir eine E-Mail-Adresse, an die ich mich wenden sollte, um das Problem zu schildern. Das tat ich, nur um Minuten später automatisch mitgeteilt zu bekommen, dass das eine E-Mail-Adresse ist, die ich nicht verwenden darf und ich mich an den Kundendienst wenden soll. Grmpf! Also wieder versucht einzuloggen, wieder die selben Probleme. Irgendwie reingefummelt nach vielen Fluchen und kleineren Wutausbrüchen, alle verbundenen Geräte gelöscht. Nur das Passwort konnte ich nicht zurücksetzen lassen und überhaupt hatten wir in den letzten 20 Minuten zu viel OTPs-Dingens angefordert und kamen nun erst mal auf die Auszeit-Treppe. Also noch mal beim AMAZON-Kundenservice angerufen. Die gaben sich wieder viel Mühe (ist ja auch Scheiße, wenn man da am Sonntag arbeiten muss und die Leute ja nur und ausschließlich mit Problemen ankommen und bereits endgegnerartig genervt sind). Das Amazon-Konto wurde erst mal für 24 Stunden gesperrt; damit da niemand Unfug treiben kann.
ABER: was ich nicht bedacht hatte: Damit hatte ich auch keine Musik (okay, 1 oder 2 Tage werde ich das überleben, ich höre ja sowieso meistens Radio); aber als ich nach dem Tatort dann im Bett noch gemütlich meine Brian & Justin RUNNING story weiterlesen wollte, kam ich natürlich auch da nicht mehr rein, und wenn das KINDLE keinen Kontakt zum Mutterschiff hat, gibt es mir auch nicht meine ca. 2.000 Dokumente, die da ja irgendwo gelagert sind, weil es einfach nicht andocken konnte! Doppel-GRMPF! Ich konnte nicht lesen! Ich musste also KI-Short-Vids gucken und die verkürzen die Nacht gerne mal eben um gut die Hälfte. Außerdem war ich innerlich total unruhig, ob nicht irgendwelche Halunken gerade auf meine Kosten bei AMAZON einkaufen!
Heute am späten Nachmittag war mein Konto wieder da; die Passwörter wurden getauscht, unbekannte E-Mailadressen wurden rausgeschmissen, neues 2F-Autorisierung eingerichtet .. alles war wieder gut. ALLES? Nein, auf dem KINDLE fehl(t)en stories, zum Beispiel auch die, die ich bis vor dem Desaster ja jeden Abend (und nicht zum ersten Mal) gelesen hatte. Weg! Schlicht weg! Nicht mehr auf dem KINDLE, nicht mehr in den Docs direkt auf AMAZON, und der Oberhammer: Auch nicht auf gesichert auf der NAS. Nix! Also musste ich mir die Geschichte wieder suchen, 68 Kapitel einzeln herunterladen, zusammen-mergen und wieder auf das KINDLE zurückschubsen
… und wer weiß, wie viele stories noch verschwunden sind, die ich einfach verloren habe? Himmel!
Hello again. Der Herbst kommt, mal gewaltig, mal eher schleichend. Ohne bunte Blätter bisher, aber mit Wahlbeben, wie letzten Sonntag in Sachsen Anhalt. Der braune Abschaum hat gewonnen, und so führen sie sich auch auf. Unverhohlen menschenverachtend. Heute waren wir in Niedersachsen wählen, nichts weltbewegendes. nur ein bisschen Stadtrat, Kreistag etc. Der Wahlzettel waren es viele, es hat etwas gedauert. Und natürlich hat es auf dem Weg zum Wahllokal auch in Strömen geregnet, jedenfalls dann, als ich gerade mit dem Fahrrad dorthin unterwegs war. Pitschnass angekommen. Und dann war ich zu Hause, mein Mann ist arbeiten (wie fast immer, wenn Wahl ist). Die Kinder haben jetzt ihr eigenes Haus und sind oben auch nur noch am Renovieren. Also bin ich alleine, richtig alleine, und ich hätte so richtig heulen können. Statt dessen habe ich das Wohnzimmer und den Flur gewischt. Und KI Videos geguckt.
Es ist Freitag, technisch gesehen mein letzter Sommerurlaubstag 2026. Wo ist er nur hin? Es war doch gefühlt erst gestern, dass ich abends auf dem Sofa saß, geschafft von der Woche, und den ganzen köstlichen Urlaub noch vor mir hatte. Dieses unfassbar gute Gefühl, alles in den nächsten Tagen tun zu können, worauf man Lust hat. Und nun sitze ich hier und frage mich allen Ernstes, ob es die unzähligen KI Short Vids Wert waren, nicht mehr mit dem BLACKY unterwegs gewesen zu sein. Gut, auf das Enkelchen haben wir auch aufgepasst, während die Kinder umgezogen sind. Und ja, ich gebe offen zu, dass man als Großeltern auch davon erschöpft sein kann. Der Enkel hält uns auf Trapp, und wenn er lacht, kann man nicht anders und lächeln und seinen Schabernack vergessen (er versteht NEIN! durchaus, man sieht es ihm an 😉) Das wird noch besonders lustig, wenn er in wenigen Wochen vermutlich nicht mehr krabbelnd, sondern laufend unsere Wohnung auf den Kopf stellen wird.
Nun ist er also quasi vorbei, mein Urlaub; und ein bisschen bin ich doch auf mich sauer, dass ich ihn grandios faul verbracht habe.
Politisch gebildet habe ich mich aber auch, am Mittwochabend, in der Jahnhalle. Obwohl: bei der Podiumsdiskussion mit den 3 Bürgermeisterkandidaten/in wurde mir nur bestätigt, was ich sowieso vermutete: Einer hat keine Ahnung, verspricht aber, alles irgendwie anders zu machen, sollte er dran kommen, die anderen 2 haben Erfahrung bzw. kommen aus der Verwaltung und wenn der oder die ans Ruder kommen, wird … alles bleiben wie es ist. Was soll man auch groß machen? Gelder werden dann nicht mysteriös plötzlich auftauchen und alles ermöglichen, was man sich wünscht. Also wird auch in Zukunft geflickt und ausgebessert und auf später vertröstet werden. Die Menschen werden weiter meckern und den Verfall der Stadt beklagen, Fotos von Müll machen, aber selbst keinen aufheben. Hauptsache aber, es kommt keine AFD an die Macht. Nirgends! Jedenfalls nicht hier. Schlimm genug, dass die gar nicht mehr verschleiern müssen, wes Geistes Kind sie sind und wohin die Reise mit diesem braunen rassistischen Abschaum hingehen wird; und trotzdem ca. 30 % tatsächlich glauben, die wären die Lösung, oder auch nur eine Alternative!
Wie soll ich je wieder in einen normalen Alltag finden? Ich bin gefangen in einem neuen Universum, und ich fürchte, ich finde den Ausgang nicht mehr. Geschichten über Geschichten, vertraut … und doch anders, neu. Sie sind das erste, an das ich denke, wenn ich die Augen aufmache, und das letzte, was mich in die eigene Traumwelt begleitet.
Es sind so viele Plattformen, dass ich nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll. Es sind so viele Stories, die ich sehen will, und jede einzelne hat das Potential, mir das Herz zu zerquetschen.
Es ist eine Sucht, und ich bin ihr gerade hoffnungslos verfallen. Und dann sind da ja auch immer noch Brian & Justin; und irgendwie sind alle stories ihre.
… liegt nun vor mir, die erste Woche ist rum, und wie ich berichtet habe, wurde diese meistenteils auf Bett/Sofa liegend und Drama Short Vids guckend verbracht, bis ich mich selbst nicht mehr ausstehen konnte vor lauter Trägheit und Abhängigkeit. Deswegen war ich gestern am Sonnabend gleich nach dem Wocheneinkauf mit dem BLACKY unterwegs, trotz wechselhaften Wetters, das bereits sehr nach Herbst riecht, und trotz des kräftigen Windes. Ich bin geradelt, richtig geradelt, nach Sehestedt, und ich hatte zum größten Teil Glück und fand immer passenden Unterschlupf, wenn sich wieder eine Wolke unbedingt ihrer Regentropfen kurz entledigen musste.
Es waren wohl am Ende gute 50 km; und ich habe Muskelkater, einen von der guten Art jedenfalls, wo man weiß, wo er herkommt. Die dusche am Abend tat mehr als gut; und nach langer Zeit gab es auch mal wieder Apern mit Quark bzw. mit Matjes. Und müde aber happy sank ich dann ins Bett, laß noch ein bisschen Brian & Justin und ließ mich von Morpheus auffangen, stolz auf mich, an diesem Sonnabend keinen Blick auf KI Videos geworfen zu haben …
um dann gleich heute morgen als erstes nachzuschauen, was ich gestern alles verpasst haben könnte. Nicht viel, zum Glück, jedenfalls keine neue Folgen von MPMaOLC. Und nun weiß ich auch, dass ich mit 6 Stunden Schaf mehr als happy sein kann, und wenn ich dann nicht aufstehe (beispielsweise dann eben um 6 Uhr), sondern liegen bleibe, Podcasts höre/Kindle lese/Radio höre im Bett, dann trifft mich nach ca. 90 Minuten die zweite Bettmüdigkeit, die ich sonst höchst wahrscheinlich nicht haben würde. Den heutigen Sonntag jedenfalls werde ich ohne schlechtes Gewissen auf dem Sofa verbringen, schließlich war ich gestern ja unterwegs, das muss reichen.
Da habe ich so lange den Urlaub herbeigesehnt, bin so ziemlich allen auch auf den Kaktus gestiegen, weil ich die Tage zählte, bis ich 2 Wochen und einen Freitag frei haben werde. Und nun? Es ist bereits Mittwoch, streng genommen also der 2einhalbste Tag meines Sommerurlaubes 2026; wobei der Sommer auch gerade Urlaub macht, es fühl sich herbstlich draußen an. Und das ist die beste aller Ausreden, um nicht (wie vorgehabt) mit dem BLACKY durch die Wesermarsch zu radeln, sondern abwechselnd Bett – Sofa – Bett – Sofa eine KI Boy LOVE Short Drama Serie nach der anderen zu verschlingen, wahlweise Brian und Justin zu lesen, dann nach den nächsten Episoden die Plattformen abzugrasen und zu kalkulieren, wann ich auf welcher weiter Geld ausgeben kann, dass es sich am meisten lohnt. Ich sage es ganz ehrlich: Wenn das nicht Sucht ist, dann weiß ich auch nicht! Die Stunden fliegen einfach so dahin, und wenn ich das nächste mal auf die Uhr schaue: Schwupps, ist es bereits Abendbrotzeit. Dann nur noch die eine Serie, und nur noch schauen, ob die My Panther Mate and our little Cup schon neue Folgen hat; und Moment, auf TikTok gibt’s auch haufenweise Short Dramas und die sind meistens umsonst … und ehe man es sich versieht, ist es bereits kurz vor Mitternacht, und eigentlich wollte ich doch nur. Es ist grausam! Ich verwahrlose, denn wenn ich heute mal nicht die Zähne putze, könnte ich doch 5 Minuten eher im Bett liegen und diese eine Serie mit den Football-Spielern noch schauen, das sind ja nur 45 Minuten … und die Nacht wird durchgelesen oder durchgeschaut, Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Als wenn ein Traum wahrgeworden wäre: All die Geschichten mit Drachen, Alphas und Omegas, Mafia Bossen, Prinzen und Agenten, Außerirdischen und Vampiren, Piraten und Soccer-Playern … und immer sind sie soooo in Love und geben sich für den anderen auf, und ich liege und schaue gebannt auf den kleinen Bildschirm. Nehmt all mein Geld, aber gebt mir mehr Geschichten! Die Stories, die ich schon gelesen haben, sind nun auf meinem Handy und bringen mich um den Schlaf, bestimmen meinen Tag. Aber wer sagt denn eigentlich, dass man Urlaub immer vollstopfen muss mit Erlebnissen, Aktivitäten, von denen man dann zurückgekehrt im Büro berichten kann? Ich berichte eben davon, dass der wiedergeborene nubische Prinz am Ende doch von seiner Rache abließ und erkannte, dass der Pharao nur und immer nur ihn geliebt hat. Immer schon! Dabei gehe ich mit jedem neuen Short Drama Risiken ein, das Risiko, dass es mal kein Happy Ending geben wird und ich heulend zurückbleibe, denn bei den meisten Vids kann ich nicht zur letzten Episode vorspulen, um nachzuschauen. Damnit!
Mein Handy wird voller und voller mit verschiedenen Vid-Plattformen. Das ist nur die erste Seite, und auch nur die, auf denen ich regelmäßig schaue, ob bestimmte Serien neue Folgen haben, oder SpinOffs. Und dann könnte ich da ja vielleicht auch einen Wochenpass kaufen? Ach, der kostet dort 40 $? Damnit!
Aber Fahrrad gefahren bin ich letzten Freitag auch, so als Auftakt meines Urlaubes, und der erlebte Sonnenuntergang auf meiner Lieblingsstrecke war wie ein Omen:
Vielleicht schaffe ich es ja heute noch, das BLACKY aus der Garage zu lassen und eine Runde zu radeln, dazu müsste ich ja nur das Handy loslassen … mehr oder weniger. Verdammt … da sind gerade neue Vids ….
Schon war der Juli 2026 auch schon wieder nur ein umgedrehtes Kalendermonatblatt; so schnell geht das. Seit gestern sind die Kinder Hausbesitzer; oder zumindest auf dem Weg dorthin. Noch gehört das kleine Häuschen natürlich der Bank, aber der erste Schritt ist gemacht, Schlüsselübergabe war gestern und auch das erste Familiengrillen. Das Häuschen ist top in Schuss und im Prinzip bezugsfertig; und in den nächsten Tagen ziehen dann also meine Tochter, ihr P. und ihr Söhnchen Jakob ins neue Heim, zunächst Stück für Stück, und dann Mitte August richtig, mit Trubel und Umzugsfirma und Aufregung und Chaos. Aber eben nur ein paar Straßen weiter. Ich freue mich so für sie.
Ich hatte gestern, am letzten Juli-Freitag, frei und einen herrlichen Tag. Lange geschlafen, die Ohrenschmerzen sind auch am abklingen; also habe ich mich zum Frühstück zu meiner Lieblingsbank begeben; eine Stunde auf die Weser geschaut, Musik gehört und meinen Brüdern und den Wolken die neueste Entwicklungen erzählt. Dann hab ich fix im Büro vorbeigeschaut, einfach so, weil ich unterwegs sein wollte mit dem BLACKY; und nachmittags waren wir dann ja bei den Kindern Haus angucken und grillen. Abends dann stories und short vids nur für mich.
Heute war nach dem Frühstück und dem kleinen bisschen Haushalt Balkonzeit angesagt. Ein regelrechter Chill-Samstag, nur für mich. Einkaufen war ich erst nach dem Abendbrot, fix Eier und Brötchen für morgen früh holen. Und nun sitze ich noch ein paar Minuten auf dem Balkon wieder, schreibe diesen Text, lasse die letzten Stunden und Tage Revue passieren und höre dem Schimpfen der Elstern zu.
Die Ohrenschmerzen sind am Abklingen, endlich, die sind wirklich lästig und ich vermute, ich habe sie mir bei einer Heimfahrt eingefangen, als ich – wegen der hitzigen Temperaturen – mit offenen Fenstern im BLITZ nach Hause gefahren bin. Und schwupps, schon muckte das linke Ohr rum, so dass ich am Ende mich doch für Ohrentropfen und Kirschkernkissen entschied.
Ich habe eine neue Lieblings-ShortVid Serie! Meine Güte, ich denke, ich bin schockverliebt in MATTHEW und ZACHARYAS. Blöderweise gibt es erst 66 Folgen … und noch lange kein Ende, jedenfalls nicht nach den Teasern zu urteilen, die ich auf Facebook und Instagram hereingespült bekomme. Die 66 Episoden habe ich nun schon 2mal durchgesuchtet, und ich kann nicht genug bekommen. Blöderweise habe ich da aber nur einen teueren Wochenpass kaufen können, und der läuft morgen bereits aus. Es ist aber auch ein Ärgernis, dass gefühlt jeden Tag neue Short Vid Dramen promotet werden, und jede einzelne ist auf einer anderen Plattform.
Und jede verdammte Plattform füttert dich damit an, dass die ersten Folgen umsonst sind, und wenn du dann gehookt bist, darfst du zahlen. So ein Wochen-Pass kostet im Schnitt 20 €, und dauert eben eine Woche. Für ein Jahresabo (ca. 200 € in der Regel) ist der Rest der dort angebotenen Stories für mich uninteressant; das übliche: liebes hübsches armes Mädchen mit dem reinen Herzen findet ihren Alpha/Prinzen/Mafia Boss … Das heißt, ich muss jetzt also darauf warten, dass My Panther Mate & our little cub die nächsten Episoden bekommt – und Warten ist nicht gerade meine starke Seite. In der Zwischenzeit schaue ich dann eben die Hockey-Rivalen weiter, denn auf der Plattform habe ich tatsächlich ein Jahres-Abo gekauft. Und angefangen hat alles mit einer Mermen-Love story; und jetzt schaut mich an … süchtig nach MM Romance Short Vid Dramen; und wenn das so weiter geht, auch bald arm und immer noch süchtig. 😉
Die Tage schreiten voran, Woche um Woche vergeht, es passiert nicht viel, jedenfalls nichts weltbewegendes. Aufstehen – Büro – Heimfahren – Abendbrot – und manchmal ist Jakob da und versüßt den Abend. Die Kinder haben ein Haus gekauft, ganz in der Nähe, und im August ziehen sie um und dann hier natürlich aus. Sie ziehen nur ein paar Straßen weiter, also alles andere als aus der Welt; und trotzdem fühlt es sich schon jetzt ein bisschen so an, als wäre ich dann ganz alleine. Nicht mal eben fix runter kommen, einfach so, weil einem gerade danach ist. Wir werden Jakob nicht mehr hören, wenn er nachts aufwacht und Milch verlangt oder rumquakt, weil er es gar nicht mag, wenn er beim Windelwechsel still liegen soll. Still liegen/sitzen ist sowieso gerade eher unmöglich, der kleine Mann krabbelt mit Begeisterung und am liebsten um die Wette, zieht sich nun mit seinen 9 Monaten auch an allem hoch, was er irgendwie zu fassen bekommt und er hat das süßeste und ansteckendste Lachen der Welt. Und dann ist er eben ein paar Straßen weiter in ein paar Wochen. Wie gesagt, nicht aus der Welt, aber eben auch nicht mehr unter dem selben Dach. Für die Kinder ist es natürlich ideal, ihren eigenen Platz, viel mehr Platz, einen Garten und alles zentral gelegen und eben nicht aus der Welt. Für mich fühlt es sich eben so an, als wenn meine eigene Welt noch ein bisschen stiller werden wird.
Das Foto oben ist heute entstanden, auf der kleinen Fahrradtour, weil das Wetter einfach herrlich war, nicht zu heiß, warm, trocken, und mit Wind. Das ist der Deich in Tettens, und diese Ansammlung hinten eher links waren eine Gruppe von Menschen, die schnurstracks über den Deich dorthin liefen. Ich saß einen Deichaufgang weiter und fragte mich, was die da wohl machen. Ob es eine Trauergemeinschaft war, die die Asche eines Menschen der Nordsee übergaben? Oder vielleicht eine geführte Naturwatt-Wanderung? Konnte man da überhaupt langlaufen? Ich war da noch nie, aber natürlich würde ich jetzt dort nicht hingehen, wenn da gerade so ein Auflauf herrscht; aber vielleicht beim nächsten Mal. Und was würde ich machen, wenn nun vor meinen Augen genau dort ein Ufo landen würde und die Gruppe von Leuten sich schlicht wegbeamten? Oder die wollten nach Langlütjen II, gleich würden vielleicht Boote anlegen.
Ich bin dann weiter gefahren, durch Tettens, Richtung Abbehausen und durch den Friedeburgpark nach Hause, zu Cappuccino und einem neuen Drama-Short Video, diesmal eine Love Story zwischen einem Vampir (der Brian hieß), einem Werwolf (Lucien) und einem Menschen (Yuri) … und am Ende rettete Yuri alle und im Happy End poppten sie sich zu dritt in den Sonnenuntergang … und ich lag in meinem Bett, der Cappuccino war alle und ich heulte vor Glück, und vor Trauer und ein bisschen auch weil ich müde war und wieder einsam (obwohl ich ja nie wirklich irgendwo allein bin). Und das ist eben auch das Gefühl, das seltsame … dieses Gefühl von Einsamkeit, und gleichzeitig zu wissen, dass mir andere Leute auch total auf den Keks gehen würden, wären sie jetzt auch nur in der Nähe. Und wenn ich zu irgendeinem Event MUSS, weil es erwartet wird, dann kann ich meine innere Uhr danach stellen, dass ich nach kleinen Ausreden suche, um nicht hingehen zu müssen. Komisch, oder? Wenn man sich nach etwas sehnt, das man aber gleichzeitig innerlich ablehnt. Ach ich weiß auch nicht. Es ist eben … komisch. Und ja, auch ein bisschen Seelenloch-mäßig erklärbar, jedenfalls für mich.
Gerade saß ich nach dem Frühstück am Sonnabend noch auf dem Bett, der Haushalt war bereits erledigt; und überlegte, ob ich jetzt zum KINDLE ins Bett krieche, oder doch den wundervollen Tag nutze und wie vorgenommen das BLACKY ausführe, das ist schließlich voll geladen. Beides hatte seine Reize, und ein bisschen müde von der Woche war ich auch. Aber dann siegte das BLACKY – das KINDLE läuft ja nicht weg und ist heute Abend auch noch da.
Also radelte ich los, durch die Wahlheimat Wesermarsch, an einem herrlichen Sommertag, mit etwas Wind und viel Sonne, eingecremt und mit Wasser versorgt, den Lieblingssender wie immer auf den Ohren; und ließ die Gedanken schweifen.
Da war dieses Fast-Desaster mit der Postbank-Legitimation, das Fähren-Abenteuer auf dem Weg zur Postbank in BRHV mit dem LKW-Manöver, während der Wind mir mein Fahrradhelm-Capi raubte. Unglaubliche TRUMPel-Faux Pas bei der korrupten FIFA WM. Und natürlich Büro-Geschichten, die ich nicht erzählen darf. Zwischendrin ein Ouzo und das kleine große Kotzen 2,5 Stunden danach (und ich habe seit 20 Jahren nicht mehr gekotzt!), neue Short Stories und alte, liebe gewonnene Brian & Justin Lovestories auf dem KINDLE, dazwischen Sonnenschein Jakob, mein Enkelkindchen, das so schön lachen kann und das um die Wette krabbelt, brabbelt und das bald Laufen wird, mir meine Nachmittage versüßt.
Und nach all den vollgepackten Tagen und Wochen ist der Sommer ins Land gezogen, mit ersten Hitzewellen und schönen Sommergewittern, die ich noch immer liebe.
Fahrradfahren tut der Seele gut, es vertreibt ein wenig das Gefühl der Einsamkeit, und ich nehme meine Brüder in Gedanken mit; und als ich zu Hause unter der belebenden Dusche stand, war ich froh, dass das BLACKY sich durchgesetzt und ich meinen Hintern von Bett/Sofa befreien konnte.
Das ist meine ganz persönliche kleine Austob-Seite. Sie ist lustig, fröhlich – oder auch abgedreht, verzweifelt, nah an der Grenze zum Wahnsinn. So, wie ich mich gerade fühle, wenn ich schreibe. That’s me.
Viele Themen werden sich um Supernatural drehen, weil ich süchtig nach dieser Serie bin.
Das meiste wird direkt aus meinem Leben sein, weil es nun einmal das ist, was mich beschäftigt.
Ich bin jetzt KEINE 49 Jahre mehr, sondern ALT (aber immer noch kaum erwachsen), weiblich, wohne nahe der Nordsee …