Verschlafen

Nicht, dass ich irgendwo morgens ganz zeitig gewesen sein müsste. Ich blieb einfach im Bett, denn es war/ist mein freier Freitag, nach einer Woche, die es mal wieder in sich hatte. Wie immer, stehen für Chef + Frau + Hund ein paar Urlaubstage ins Haus, was für uns Tippsen regelmäßig bedeutet, dass er sein Büro „entrümpelt“ und die Diktataktenberge sich stapeln. Ich habe in der letzten Woche getippt, transkribiert, noch mehr getippt, denn alles muss noch raus! Raus! Raus! Die Woche mit ihren langen Bürotagen zehrt an mir und meinen noch immer latent auftretenden Schnupfen; und wenn man dann frei hat, bleibt man einfach liegen und ist endlich erschöpft.

Ich habe bis mittags geschlafen/gedöst, habe gelesen und bin wieder eingeschlafen, bis ich aufwachte und es mir nach Pancakes verlangte. Also habe ich mir eine Protein-Law-Carb-Waffel gemacht, diese mit einer halben Avocado und Tomate-Mozzarella-Aufstrich beschmiert und mit Hähnchenbrustscheibchen hauchdünn belegt. Dazu Kaffee. Passt. Und das WW, die das Design schon wieder geändert haben, so dass man nicht mehr einfach findet, was man sucht; ist halbwegs zufrieden.

Jetzt verbringe ich den Nachmittag mit Kaffee und KINDLE auf dem Sofa und versuche mich mit ausgiebigen Nichts-Tun, bevor wir dann nach Bremen zum Tribute-QUEEN Konzert im Metropol-Theater aufbrechen. Es könnte also ein wundervoller Freitag letztendlich werden. Wenn man es zulässt – und eben nach Tagen endlich mal wieder ausgeschlafen ist.

Und dann war da noch Bruce Springsteens Minneapolis-Protest-Song. Gehört, Gänsehaut bekommen, die Faust geballt und mitgesungen! Zeiten sind das, da ist Gleichgültigkeit und Wegsehen unmoralisch. Aber was kann man tun? Als ältere Frau mit geringem Einkommen, mit einer 35-Stunden-Woche und den geliebten FanFictionStories im Kopf, die sich freut, wenn sie ihr Enkelkind in den Arm nehmen kann? Ich möchte mehr tun, und vor allem in meinem Umfeld. Ich werde das TRUMPel nicht aus dem Amt heben können, so sehr ich auch die Faust balle; und es wird ihn und seine Vasallen auch nicht stören, dass ich eben keinesfalls in nächster Zukunft in diese USA reisen werde, auch wenn es bedeutet, dass ich das vielleicht niemals mehr tun und nicht den Grand Canyon sehen werde oder nie live ein (the real) QUEEN + Adam Lambert-Konzert besuchen kann. Aber einfach nur innerlich schreien und die Faust ballen reicht eben nicht, man muss selbst etwas tun, bei sich, in seiner Umgebung. Aufstehen, wenn man hässlicher Hetze begegnet; etwas dagegen sagen, freundlich und mutig, aber entschlossen. Farbe bekennen, und es ist nicht braune Nazi-Scheiße, auch wenn sie sich in Interviews ständig als die patriotischen unterdrückten Opfer inszenieren. Sie sind es nicht! Sei mutig und freundlich; aber sage laut, wenn jemand hetzt.

Meine Güte, ich beruhige mich jetzt erst mal und koche noch einen Kaffee. Vielleicht höre ich auch noch mal die neu entdeckte Dark Country-Playlist durch, die verschafft mir auch Gänsehaut der guten Art. Und dann lasse ich diesen Freitag auf mich zukommen, mit all seinen Momenten, die er noch bereithalten wird.

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