Shopping-Samstag

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das das letzte Mal gemacht habe, einfach so shoppen zu gehen, ohne etwas Bestimmtes im Sinn zu haben, nur für sich mal schauen und stöbern. Aber heute habe ich das mit Moni gemacht, nachdem wir ein sehr reiches Frühstück in der BRHVner Engelbrecht-Filiale hatten. Ab ins Columbus-Center und in das Mediterraneo. Natürlich findet man, wenn man auch gar nicht sucht. Ich hab eine neue kleine zierliche Kette, Ohrringe und bereits Kleinkram für Hawaii gefunden, ihr wisst schon: einen passenden Kulturbeutel (ich habe immer noch keine Ahnung, warum das Ding Kulturbeutel heißt!), Sonnenschutzspray, Mini-Zahnpasta … so was halt. Es tat einfach nur gut, ohne Stress und Hektik einfach für sich selbst zu schlendern wie man eben Lust hat. 

Erwähnte ich, dass die Aldi-Blumen nun nach einer Woche Blüte für Blüte aufgegangen sind?

Ich muss jetzt noch den Wochenendeinkauf hinter mich bringen, und dann kann ich ein gemütliches Sofa-Kindle-Wochenende genießen, eines mit Sturm draußen und Tee und Kerzen und Musik drinnen. Ich mag die Zeit einfach. 

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Die fast-3-K’s

Tag der Deutschen Einheit – Kouchtag, mit KINDLE und Kaffee, und ein bisschen Musik. Möglichst ohne Nachrichten von Tragödien und Tod und Dummheiten – aber das lässt sich diese Tage scheinbar nicht vermeiden. 

Ich genieße einfach den geschenkten Sonntag und warte darauf, dass die am Freitag gekauften ALDI-Blumen sich endlich öffnen. Ich fütter sie jeden Tag neu mit Wasser, aber sie sind schüchtern.

Gestern haben wir dann gemeinsam die 3. Folge von Star Trek Discovery geschaut; ich kann immer noch nicht sagen, ob ich es mag. Ich will es mögen, aber es ist immer noch so … anders? Ich mag Michael, aber sie hat es nicht leicht (aber welcher Held hat das schon?) Ist sie überhaupt ein Held? Wird sie ein Anti-Held? Ich weiß es nicht. Michael ist bisher die einzige, die ich wirklich von Anfang an mochte, und vielleicht jetzt auch noch diesen Miranda-Locken-Kopf, die so viel plappert, wenn sie nervös ist, und die Größe besaß, sich und Michael einzugestehen, dass sie sich davon beeinflussen lässt, was andere von ihr denken würden, wenn sie sich mit Personen abgibt, die von den anderen verachtet werden.

Wir werden es wohl erst mal weiter schauen, dieses seltsame Star Trek Discovery, bis entweder der Funke total überspringt bei mir oder ich aus Zeitmangel Folgen verpasse und es nicht mehr wichtig sein wird … was immer auch passieren wird. 

Derweil habe ich gestern zwischendurch ein Cross-Over von NCSI (mit DiNozzo & Gibbs) und (of course) QAF gelesen … und das war Ahhhh! Noch seltsamer. Brian war so out of character, dass es schon komisch wirkte. Zu Gibbs & Tony kann ich nicht viel sagen, die Serie kenne ich nur so am Rande, spontane Folgen, wenn es sich ergab. Aber es gibt ja nichts, was die FanFic-Fandom nicht shippt; und es war zumindest interessant zu lesen, auch wenn ich froh war, dass es eine relativ kurze story war. Nun lese ich mal wieder eine meiner alten und liebsten: Sweet Sacrifice. 

PS: Noch immer rauchfrei!

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Noch immer bewusst langsam

Noch immer übe ich mich an der neu entdeckten Langsamkeit:

Langsam essen, (kauen!) genießen, langsam lesen, genügend Schlaf, die nächste Geschichte wird nicht einfach vom KINDLE verschwinden, wenn ich es jetzt weglege und erst morgen weiter lese, sich Zeit nehmen, für jede einzelne Tätigkeit, die ich gerade mache, sie bewusst machen. 

Und es funktioniert, meine Tage scheinen plötzlich nicht mehr so hektisch und haben nicht mehr zu wenige Stunden. Ich höre wieder viel mehr Radio und finde auch wieder Zeit, die Canon spazieren zu tragen, wenn das Wetter – wie heute an diesem ersten Oktobertag 2017 – so wunderbar dazu einlädt. 

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Star Trek Discovery

Fast hätte ich die neue Serie verpasst, wäre sie an mir mit Warp-Geschwindigkeit vorbei gerauscht, und ich hätte erst Wochen oder gar Monate später davon erfahren. Aber dieses Schicksal blieb mir erspart, ich bekam rechtzeitig mit, dass ein neues Flagschiff der (frühen) Förderation auf netflix unterwegs sein wird.

Natürlich war ich neugierig! Wer wäre das nicht, der Star Trek über die Jahrzehnte kennen und lieben gelernt hat? Natürlich war ich auch ein wenig skeptisch – würden sie es hinbekommen, dass es eben Star Trek ist; und nicht irgendwas … Non-Star Trek-Mainstream-artiges?

Mit 2 Tagen Verspätung nun (geschuldet dem montäglichen English-Kurs und dem jährlichen Kanzlei-Markttreffen am Roonkarker-Mart-Dienstag) habe ich dann endlich auch den Anfang der Geschichte von Sarek’s Zieh-Sohn (?)-Ne!-Tochter! namens Michael schauen können; und es war … Star Trek, aber auch nicht Star Trek. Ab und an dachte ich, in ein Vampir-Treffen einer Buffy-Folge abgerutscht zu sein, weil die Klingonen nun ja doch … sehr anders sind …

Insgesamt weiß ich nicht so genau, was ich von Star Trek Discovery halten soll, Potential ist da, definitiv, ob sie es nutzen werden, bleibt abzuwarten. Schaue ich eben noch zwei oder 3 Folgen und entscheide dann, ob Michael in meinen Helden-Himmel mit aufgenommen werden kann.

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Die erste wirkliche Herausforderung

Endlich wieder Montag-English-Kurs an der VHS. Wie immer bin ich 90 Minuten eher da, in meinem Lieblingscafe, natürlich das KINDLE dabei und den Milchkaffee vor mir. Draußen geht gerade ein wenig die Welt unter, es stürmt und regnet und war das gerade Blitz und Donner? Es geht mir gut, ich genieße die Stunden für mich.
Und dann kommt Peter, wie jeden Montag, lächelnd auf mich zu, seinen Kaffeebecher in der Hand, auf dem Weg zu seiner 18.15-Hausmeister-Rauchpause. Normalerweise stehen wir immer zusammen draußen bei einer Zigarette, quasseln über das vergangene Wochenende, über die Welt, was man so vor hat, wie es einem geht. Sein Blick sagte wie immer: Kommst du? …

… und ich ging nicht mit! Er schaute verdutzt, gerade zu verwirrt: ‚Hast du schon geraucht? Wieso hast du denn nicht gewartet?‘ Es klang ein bisschen vorwurfsvoll-enttäuscht.

‚Ich rauche nicht mehr!‘

…

‚Wat? Ich meine, ich find das gut, aber … wieso jetzt so plötzlich? Bist du krank?‘

Und ich erzählte ihm meine story der letzten Tage, dass, wenn ich das Rauchen doch nicht in dem Sinne vermisse, ich auch ganz aufhören kann, und genau das jetzt eben mache …

‚Aber kommst du dann trotzdem mit raus, wenn wir unsere Rauchpause machen? Oder ist das zu verführerisch?‘

Wir werden sehen. Momentan ist es wohl besser, wenn ich die Versuchung nicht provoziere, so nett unsere Rauchpausenunterhaltungen auch immer waren …

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Der Tag nach der Wahl + Der 1. Arbeitstag nach dem Anders

… man möchte es nicht glauben, muss es aber wohl zur Kenntnis nehmen und damit umgehen: Die AFD ist mit 12 % ab sofort im Deutschen Bundestag.

Wie konnte das nur passieren?
Wie konnte Trump, oder wie konnte ein Brexit passieren? Das Jahrzehnt der entsetzlichen Fehlentscheidungen.

Aber nun haben wir den Salat und müssen damit umgehen, ohne die eigene Menschlichkeit dabei zu verlieren. Es ist nicht die zeit zu schweigen und abzuwarten, was passieren wird; dass schon alles nicht so schlimm sein wird. Sie haben ja nichts gegen Ausländer, aber …

Es ist mal wieder Montag, und normalerweise würde ich mich jetzt einfädeln in die Reihen der Montagsbejammerer auf Twitter. Aber es ist irgendwie nicht alles, wie immer. Es beginnt bereits damit, dass ich seit knapp 2 Wochen nicht geraucht habe. Das war ein seltsames Gefühl heute morgen, bevor ich das Büro aufschloss, oder jetzt, wo ich eigentlich meine 2. Zigarette anzünden würde, bevor ich mit dem Tippen beginne. Es ist nicht so, dass ich darüber nicht nachdenken würde, es fällt mir eben nur auf. Es fühlt sich halt anders an, und ich frage mich, wann das Gefühl wegwehen wird.

Außerdem bin ich mutterseelenallein im Büro, die Kollegin urlaubt vormittags, Chef ist sowieso weg; und ich muss mich erst mal durchfuchsen, was alles während meines unfreiwilligen Wegbleibens liegen geblieben ist. Ein Haufen Buchhaltung auf jeden Fall.

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Wahlsonntag

Natürlich gehe ich wählen, schon allein deshalb, damit das braune Gesocks nicht meine Bequemlichkeit für sich verbuchen kann. 

Aber wen ich wählen soll? … hmm … das schwankt noch immer stark. Ich bin dann wohl eine dieser Spontan-Wähler, die erst in der Wahlkabine entscheiden, wo sie ihre Kreuzchen machen. Dabei weiß ich, was ich NICHT will (das wäre so viel einfacher anzukreuzen). 

Meiner Meinung nach war es nie wichtiger, wählen zu gehen, nicht nur für unser Land, sondern generell. Es ist gerade erschreckend, mit welcher Geschwindigkeit und Skrupellosigkeit jahrzehntelang aufgebaute und erkämpfte Werte mit Füßen getreten werden können und Angst, Neid und Hass gesät werden. Wenn man darüber nachdenkt, bekommt man das Fürchten. Ich bekomme Angst, dass die Egomanen dieser Welt sich einen Teufel darum scheren, was mit der Menschheit passiert …

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Es wird wieder gezählt und notiert

… denn so geht das nicht weiter, dass die Hosen kneifen und ich schon wieder jappse, wenn ich die paar Treppen laufe. Ein paar  lieb gewonnene T-Shirts traue ich mir nicht mehr, anzuziehen, weil sie doch zu arg spannen, und die Lieblingsjacke … naja … schweigen wir.

Es muss also wieder was passieren, und jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und wieder aufzuschreiben, was ich so esse den ganzen Tag. Auf die Waage habe ich mich mal wieder nicht getraut. Ich weiß, dass sie mindestens 15 kg wieder mehr anzeigt, als mir lieb ist. Wenn ich das ein paar Wochen durchhalte, und es kein Ergebnis zeigt, muss ich wohl in meinen Wochenalltag irgendwie doch wieder das Ergometerchen und das Schwimmen wieder einbasteln. Und mehr raus am WE! Es ist verdammt lange her, dass ich die Canon spazieren trug! Viel zu lange. 

Morgen ist Wahlsonntag und Gelegenheit, beides zu tun … 

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Nein – ich hab es nicht gänzlichst verdrängt!

Staffel 13 wirft ihre Schatten, und auch wenn es zugegebener Maßen in den letzten Monaten eher den Anschein hier hatte, als wäre diese meine große ewige Liebe zu dieser bestimmten Serie abgeflaut – sie ist es nicht! Ich freue mich auf die 13., habe aber auch ein wenig Angst davor, dass sie es verkacken, die story ähnlich wie in der 12. zu viele ungeklärte Ecken und Kanten hat und nicht richtig in Fahrt kommt; schlicht, dass sie es nicht mehr schaffen, sich auf das zu konzentrieren, was SPN so viele Jahre ausmachte:

Die Geschichte zweier Brüder gegen den Rest der Welt, alle Monster, Dämonen & Engel und Geister, die sich immer und immer wieder und entgegen aller Widrigkeiten füreinander entscheiden und bereit sind, alles für den anderen zu opfern und aufzugeben.
Ja, ich gebe zu: Mittlerweile kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass ein gutes Finale besser ist, als gar kein Ende, nur um meine Serie in alle Ewigkeit künstlich gezerrt am Leben zu halten – auch wenn sie dann gar nicht mehr das ist, was mich vor so vielen Jahren gefangen nahm. Nein, sie darf enden, wenn ihre Zeit gekommen ist. Ich habe meinen Frieden, wenn es ein gutes, krachendes Ende sein wird. 

Aber erst einmal kommt die 13. Staffel …. und ich bin gespannt. iTunes ist poliert, damit ich in wenigen Wochen wieder freitags den neuen Folgen entgegenfiebern kann. Bangend, hoffend, dass sie mich nicht enttäuschen werden. 

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Leonard Cohen

… ist mir in letzter Zeit bei verschiedenen Gelegenheiten in die Ohren gesprungen. Er ist letztes Jahr im November gestorben, Twitter trauerte. Mir sagte der Name damals noch nichts. 
Dann schaute Knuffel eines Tages irgendeinen Film/Serie auf Netflix/Amazon/wasweißdennich … und im Abspann lief ein Song, gesungen von dieser markanten Stimme … und wir warteten und warteten um zu lesen, wer den Song sang … Leonard Cohen!
Wenige Wochen später las ich diese eine QAF-story, die sich an Leonard Cohen lyrics orientierte … und die songtexte selbst waren Poesie und schön und traurig und sanft und so wie ich … 

Also muss ich jetzt Leonard Cohen hören. 

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A new dawn, a new day

Es ist Freitag, und alles ist immer noch ein kleines bisschen anders. Langsam – sehr langsam – versuche ich mich wieder in den normalen Alltag vorzuhangeln. Das beginnt damit, dass ich mir nicht erlaube, bis in den Mittag zu schlafen (was schon deswegen nicht funktioniert, weil ich 3 mal täglich Tabletten schlucken muss). Also stehe ich brav spätestens 7 Uhr auf, Körperwäsche, anziehen, Kaffee und ein kleines Frühstück, Checking Twitter und Emails etc., Musik hörend und fast fühlt es sich so an, als könnte ich das durchaus jeden Tag so machen. 
Überhaupt ist etwas anders mit mir. Ich kann noch nicht genau bezeichnen, was genau. Es fühlt sich an, als hätte man eine Batterie aus mir herausgeschraubt, die mich in Hektik versetzte und mir keine Zeit für anderes ließ. Und plötzlich habe ich wieder Zeit, kann auf meinen Körper hören, fühle mich nicht gehetzt und kalkuliere panisch, wie viele Stunden ich noch für die nächste Geschichte vom Tag abknapsen kann, ohne dass ich (wieder) zu wenig schlafe und dann wie ein Zombie den  nächsten Tag beginnen muss. Die Hektik ist raus. Ich lese, wann ich lesen will und ich lese oft nicht, wissend, dass es nicht weg läuft. Vielleicht liegt das daran, dass während der mehr oder weniger unfreiwilligen Bürolosigkeit ich eben 24 Stunden für mich habe. 

Den Strauß oben im Beitrag habe ich gestern von der ARSU via Fleurop bekommen. Er ist wunderschön, ich schaue ihn gern an und denke, in der Wohnung sollten viel öfter Blumen wieder einziehen, ohne, dass damit immer gleich so drastische Maßnahmen verbunden sein sollten, wie Krankenhausaufenthalte, Blutabzapfungen und stundenlanges Ausharren auf der Toilette. 

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Die Kunst des langsamen Essens

Teil meines derzeitigen störrischen Darmproblems ist natürlich selbst gemacht. Ich schlang! Jahre lang! Ich weiß das. Zu viel, in zu kurzer Zeit, und so verputzte ich eben ein belegtes Brötchen in 3 Happen und musste möglichst schnell schlucken, denn das Telefon klingelte bereits wieder. Kein Wunder, dass das irgendwann da endet, wo ich endete; im Krankenhaus, wobei ich noch Glück hatte und nicht sofort auf den OP-Tisch geschmissen wurde, um das zickende Stück Darm abzuschnippeln. 

Und nun lerne ich wieder, langsam zu essen und bewusst zu kauen. Es ist schwer, alte Gewohnheiten abzulegen, aber es geht. So gibt es zum Frühstück 2 Scheiben Toast (noch ungetoastet), für die ich sage und schreibe ca. 40 Minuten brauche, bis der letzte Bissen gegessen ist. Mittags und abends dann das selbe Spielchen. 

Nach 3 Tagen, an denen ich so ziemlich gar nichts gegessen hatte bzw. nur Flüssignahrung zugeführt bekam, dachte ich, dass es die erste vorsichtige Scheibe Weißbrot zum Abendbrot nicht gerade tun wird. In Zeitlupentempo und in winzigen Stückchen hielt ich mich an der Scheibe auf, um deren Ende hinauszuzögern; Minihäppchen, auf denen ich verbissen herumkaute – und hey! Es funktionierte, die erste Scheibe Weißbrot reichte aus und ließ mich nicht halb verhungert zurück. Huch!

Nun setze ich die neue Erkenntnis um, oder zumindest versuche es: Langsam essen, alles kauen! Während ich noch zu hause bin, mag das noch einfach sein; wie es unter normalen Büro-Stress-Umständen ablaufen wird, muss sich noch herausstellen. Wenn ich aber nicht doch noch irgendwann auf dem OP-Tisch landen will, muss ich mir die Zeit einfach nehmen. Wenn als Nebeneffekt wieder ein paar Kilos verschwinden, werde ich darüber bestimmt nicht traurig sein. 

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Wenn du nett bist, musst du eben manchmal leiden

Da wollte ich nett sein! Schließlich habe ich mein KINDLE, ich brauche den TV also gar nicht. Soll die 80-jährige Zimmerteilerin also die Fernbedienung und das Bestimmungsrecht ruhig haben, ich stöpsel mich eben einfach ab und Ohrstöpsel rein und bin dann in meinem Universum, bei dem – wenn sie es jemals auch nur mit dem kleinen Zeh betreten würde – ihr Herzschrittmacher vermutlich selbst Flimmern würde. 

Das ging einigermaßen gut, wobei mir hätte dämmern sollen, welchen Dämon ich damit Tor und Büchse öffnete, als dann den gesamten Nachmittag Soap after Soap lief, und zwar in einer Lautstärke, dass selbst die Ohrpropfen nicht alles stumm schalten konnten. Aber lass sie, sie ist alt, und hat Angst, und fühlt sich nicht wohl … 

Dann kam der Samstagabend, und das Oktoberfest der Volksmusik mit dem Silbereisen, dem DJ Ötzi und diversen anderen Gestalten, flackernd, laut, gewollt lustig – und ich hatte keine Chance! Atemlos durch den Abend. Erschießt mich bitte! Wäre es total unangebracht, die Fernbedienungsmacht zurückzuverlangen? Ob ich sie wenigstens bitten könnte, ein paar Oktaven leiser zu stellen, damit ich meine eigenen Gedanken verstehen kann? Aber andererseits: wenn es die Lautstärke ist, in der sie das immer schaut, wie könnte ich dann herummotzen und ihr den Spaß verderben? Also Augen zu und durch, irgendwie! Es muss doch irgendwann zu Ende sein, verdammt. Ist sie überhaupt noch wach? Ihr Kopf hat seit 10 Minuten nicht mehr im Takt gewackelt. Aber die Fernbedienung hält sie fest umklammert in ihrer Hand. Ab wann ist es angebracht, aus dem Bett zu schleichen, ihr die Fernbedienung aus den Händen zu biegen und das Monster auszuschalten? Was, wenn sie dabei aufwacht und wie am Spieß brüllt und dabei ihr Herz versagt? Sollte ich einfach auf den eigenen Klingelknopf drücken, so dass nach vielleicht 22 Minuten mal eine Schwester ihren Kopf ins Zimmer steckt und mich aus dieser Zwickmühle befreit? Seit wann singt denn die Ferres? Oh Gott; wenn ich mit solchen Fragen anfange, ist es nicht mehr weit bis zum Fuß-Wippen und von da an geht es straight zum Mitgröhlen, bis ich jeden Samstag vor dem Fernseher hocke, Käsehäppchen mampfe und die Schlager alle auswendig mitsingen kann. 

3 Stunden später hatte ich es geschafft, das letzte Hossa verklang, ich atmete auf und genoss die Stille. 

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Ab sofort ohne

Manchmal braucht’s ja einen Schubs, oder eines gereizten Darmes, der dich völlig unerwartet ins Krankenhaus befördert – und dich (in dem Falle mich) von deinen Rauchgewohnheiten abhängt. 

Und so kam es, dass ich bereits seit mehr als einer Woche nicht mehr geraucht habe. Meine letzte Zigarette rauchte ich am 11.09.2017 kurz nach 22 Uhr auf dem heimischen Balkon. 

Nun war der Ausstieg nicht bewusst oder freiwillig, sondern eher den Umständen geschuldet, aber warum nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen! Ich kann nur sparen und profitieren. Ich hatte auch Zeit, in mich hineinzuhorchen und mich zu wundern, warum ich nicht den Drang verspürte, spätestens am 3. Tag heimlich aus dem Krankenzimmer zu fliehen und in der Raucherecke einen Glimmstengel zu schnorren. Wieso hatte ich so gar kein Verlangen? Wenn es kein Verlangen ist, was ist es dann?

Die Antwort ist: Gewohnheit. Ich habe meine festen Zeiten und Gelegenheiten, wann ich rauche: Morgens bevor ich das Büro betrete, die nächste, wenn ich mit den Wiedervorlagen fertig bin und bevor ich mit dem Diktat-Tippen beginne, eine um 10.30 Uhr, wenn ich meine Unterschriften-Mappe anfangen muss, fertig zu stellen. Die nächste dann 11.30 Uhr, bevor ich nach OL kutsche. 
Dort esse ich Mittag (oder bisher: verschlang ich mein Mittag) und genehmigte mir die Nach-dem-Essen-Ziggi. Dann eine zum Kaffee, wenn ich meine nachmittägliche Briefkasten-Entleerungs-Tour starte und eh draußen bin, dann eventuell noch eine, je nachdem ob ich will, und eine Zigarette, bevor ich nach Hause fahre. 
Zu Hause dann eine nach dem Abendbrot und eine vor dem Zu-Bett-Gehen. Am nächsten Tag geht alles wieder von vorn los. 

Aber der Darm schubste mich ungefragt aus diesem Trott, und ich verspürte auch gar kein Verlangen, rauchen zu wollen. Nicht weiter darüber nachdenken, schon gar nicht wundern sondern einfach mitgehen und das machen, was man will. Moni vernichtete die Zigaretten, die noch zu Hause deponiert waren. Denn ja, ich muss zugeben: Wären sie in Reichweite, würde ich wohl schlicht wieder rauchen gehen. 

Aber ich habe keine, habe keine gekauft und auch nicht vor, welche zu kaufen, und bin jetzt also tatsächlich seit mehr als einer Woche ohne Probleme rauchfrei, und ich krabbel nicht die Wände hoch oder lutsche verzweifelt an Gummibärchen als Ersatz. Ich wundere mich selbst, oder auch nicht. Ich nehme es hin und ziehe meinen Vorteil daraus. 

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Du musst aber den Bastrock tragen!

Während ich so im Krankenhaus herumlag und nichts weiter zu tun hatte, als auf Futter, den nächsten Tropf, die nächste Spritze und überhaupt zu warten, und ich – sollte mann es glauben können? – zu viel KINDLE hatte, oder zumindest erst die eine Geschichte verdauen musste, bevor ich mit einer neuen anfangen konnte; schlicht also, als ich viel Zeit hatte und den Krankenzimmerfernseher ganz für mich alleine, erzappte ich mich in eine Art Doku. Es ging um indigene Natur-Völker in Brasilien, die – wir wissen es ja alle – verdrängt werden. 

Und dann hatte ich plötzlich ein Dilemma. Ein völlig neues. 
Natürlich unterschreibt jeder sofort, dass die Naturvölker in Ruhe gelassen werden sollten, geschützt werden und ihre Art zu leben und ihre Traditionen bewahrt werden müssen. Meistens hörte ich an dieser Stelle auf zu denken. 

Aber ist das wirklich so? 
Wir reden im gleichem Atemzug von Globalisierung und Entwicklung, und während in den modernen Städten eine iPhone-Entwicklung die nächste in den Schatten stellt, laufen auf der anderen Seite der Welt halbnackte Menschen barfuß durch die wenige Urwälder und erlegen Vögel oder Zeugs mit selbst gebastelten Speeren, so wie es die Vorfahren eben schon vor 20.000 Jahen getan haben. 
Fragt jemand mal die indigenen Völker, ob sie weiterhin so leben wollen, wie ihre Vorfahren vor 20.000 Jahren? Und wenn sie es nicht mehr wollen, die Jugend eben auch lernen will, sich anpassen will an den – ja – Luxus ….  lassen wir das dann zu, oder bestehen wir darauf, dass sie gefälligst so zu bleiben haben, wie sie sind, weil wir denken, dass sie das wollen und es so wunderbar in unsere humanistische Weltanschauung passt, wie edel wir sind, dass wir sie beschützen und sie sein lassen, im Schlamm hausend, Bastrock tragend und an Naturgötter glaubend. Doch wenn wir ihnen nicht gestatten, sich zu entwickeln, sind wir dann nicht genau so verantwortlich für ihren Untergang wie jene, die ihre Art zu Leben anderen einfach aufdrängten? Wollen wir, dass es der Welt gleichermaßen gut geht, also allen; auch wenn das bedeutet, dass man eben bestimmte Lebensarten aufgibt? 

Ich kenne keinen einzigen „Ur-Indianer“ oder Regenwaldbewohner persönlich; ich weiß also auch nicht, was sie wollen. Aber ich wundere mich, ob man sie fragt, ob man ihnen Entwicklungshilfe anbietet und sie selbst entscheiden lässt, was sie in welchem Tempo für sich übernehmen wollen, auch wenn es bedeutet, dass eines Tages diese Lebensweise nur noch als Geschichtslektion dient, oder Traditionen nur noch zu bestimmten Gelegenheiten praktiziert und gezeigt werden. 

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