Alles auf Anfang

… es geht wieder los: Kalorien zählen bzw. Punkte berechnen. Was darf ich essen, was sollte ich besser bleiben lassen? Den Kühlschrank WW-tauglich machen und – der schwierigste Schritt von allen – die Waage wieder ins Bad und mich auch wirklich einmal die Woche drauf stellen! Was sie anzeigen wird am Montag, meinen Wiegetag? Zu viel! Viel zu viel, wie in alten schweren Zeiten, als hätte ich nie 45 kg irgendwann mal abgenommen.

Aber es muss was passieren! Auf so vielen Ebenen ist das alles gerade nur noch falsch und steif und unbeweglich und tut weh. Laufen schmerzt, Sitzen tut weh … alles ist einfach zu viel.

Seit dem 02.05. mache ich nun Weight Watchers, damit ich nicht alleine bin in meinem erneuten Kampf gegen die Kilos.

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Dem Günther seine Krawatte so nah

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wird keine Fotos geben, denn Handy, Kameras etc. waren strengstens verboten in den Studios, wo Sendungen wie eben Wer Wird Millionär? produziert werden. Wir (in dem Fall Jo und me) hatten ja nur 4 Jahre lang gewartet, bis wir diese Gelegenheit bekamen, und vorgestern war es dann endlich so weit.

Zuerst gab es die Studioführung, interessant, informativ. Wenn ich vorher schon ahnte, dass man beim Fernsehen nach Strich und Faden beschummelt wird, dann hatte ich danach die Gewissheit. Nichts ist so, wie es am TV Bildschirm am Ende scheint. Die Studios sind winzig in Wirklichkeit. Dafür hängen die Himmel dort nicht voller Geigen, sondern Scheinwerfer! Jeder Quadratzentimeter ist vollgepackt mit Scheinwerfern und auch Monitoren und Mikrofonen, aber überwiegend Scheinwerfer in allen Größen. Die tourguid verriet dann auch, dass für eine Stunde Aufnahme, in der immer alle Scheinwerfer an sind, um jeden Winkel optimal auszuleuchten, gut und gerne mal 30.000 € an reinen Stromkosten drauf gehen. Dass das dann auch warm wird, ist der Grund dafür, dass in den Studios keine Heizungen eingebaut sind, die braucht kein Mensch. Eine einzige Kamera, die man, wenn man wöllte mit dem kleinen Finger bewegen könnte, kostet schlappe 350.000 €; dafür werden die Türen zB von Stern-TV, die sich am Anfang einer jeden Sendung für den Moderator öffnen, human-betrieben. Denn niemand will, dass gerade bei deiner Livesendung der Moderator gleich zu Beginn gegen eine geschlossene Tür rennt, weil in dem Augenblick die Technik versagte. (Okay, ich gebe zu, ich fände das sehr lustig).
Tonstudio, MAZ und Regie-Räumen (letzter immer in der Mitte) waren dann wie vermutet vollgestopft mit Monitoren und Technik und es wurde erklärt, worauf alles geachtet werden muss, bevor das endgültige Bild auf den heimischen Fernseher ankommt.

WWM ist nicht live, und wir würden bei der TV-Aufzeichnung dabei sein. Ich war aufgeregt. Dem Günther ganz nah. Wir saßen in der 3. Reihe direkt hinter den Kandidaten-Stühlen, ziemlich am Rand. Nachdem wir auf lustige Art und Weise noch ein bisschen gebrieft wurden, wann wir klatschen und wann wir (noch wichtiger) auf keinen Fall klatschen sollten usw. kam Günther Jauch, begrüßte das Publikum und seine Kandidaten, wegen des Spezials zum Muttertag (wird am 13.05.2019 ausgestrahlt) waren es diesmal nur Frauen; und dann ging es auch schon überraschend straight durch die Sendung, ohne großes Brimborium, eine Frage nach der anderen, das Jauch’sche Geplänkel mit den Kandidaten auf dem Stuhl und deren nervösen Anhang auf dem Sofa – wie man eben die Shows kennt. Nur einmal musste Herr Jauch eine Werbung erneut anmoderieren, weil er wohl den Hinweis auf eine Sonder-Mega-Los-Aktion nicht richtig genannt hat. Und am Ende der Aufzeichnung wurde bei der einen Kandidatin noch mal so getan, als würde sie gerade erst bei 4.000 € stehen und sie sollte ihre Maskottchen richtig in die Kamera halten, damit man die ordentlich in Nahaufnahme zeigen konnte. Die andere musste noch mal ihre Handstempelchen in die Kamera schubsen. Aber sonst wurde nichts nachgedreht. In den Werbepausen (die bei der Aufzeichnung nur 2 Minuten dauerten), in denen noch mal Mikros gerichtet wurden und in denen man Gelegenheit hatte, mal kurz aufzustehen, passierte erstaunlich wenig. Ich hatte ja angenommen, dass bei so einer Aufzeichnung ganz viel Brumborium passiert, Abpudern, Krawatte richten, Rücksprache mit dem Regisseur, noch mal Hinweise ans Publikum, Szenen, die erneut gedreht werden müssten … aber nichts von alledem. Und noch während ich hätte schwören können, es ist erst eine Stunde vorbei, war die ganze Aufzeichnung und 2 Stunden vergangen. Noch mal Gruppenfoto der Kandidaten mit dem Günther … und Tschüss.

Günther selbst ist liebenswert normal und locker, höflich, witzig, natürlich, keinerlei Starallüren oder Sonderwünsche. Er machte seinen Job und hatte offensichtlich Spaß dabei. Leider saßen wir in Günthers Rücken, mit Blick auf seinen Monitor ab und an … der ein paar mehr Informationen hatte, als der normale Zuschauer am Fernsehen sieht. Sehr interessant.

Erwähnenswert ist auch die Rückfahrt mit dem Taxi von den Studios in Hürth nach Köln zum Bahnhof! Wir erwischten einen Verrückten, der brauste mit uns durch die vollen Straßen und war sichtlich angenervt, als die Ampel für ihn längst grün zeigte, aber der Fahrradfahrerbulk vor uns kein Ende nahm und immer mehr in die Straße einbogen und mehr und mehr und immer noch welche. Irgendwann schien ihm ohnehin kurze Geduldsfaden komplett in eine Zündschnur zu ploppen, als er losfuhr, auf die Fahrradfahrer zu und ich fürchtete schon in den Schlagzeilen zu landen a la Crazy Taxi-Driver fuhr in Fahrraddemo!, als er dann eben doch abbog .. und sich prompt verfuhr, wir in einem Affenzahn durch Einbahnstraßen durch irgendwelche Arbeitersiedlungen brausten und ich mich nur noch schreckstarr an allem festhielt, was das Taxi innen zu bieten hatte. Wir haben es geschafft, der Rest des Abends verging dann entschleunigt.

Den Samstag haben wir ausgeschlafen, das Staffelfinale von supernatural geschaut und anschließend hab ich dann Jo zum Wonder Waffel geschleppt, wo man dann vor der Herausforderung stand, sich entscheiden zu müssen: Welche der 4 Soßen? Welche Früchte? Welche Süßigkeitentoppings und zum Schluss: Welches Eis? Ich war überfordert und nahm mir vor, es erst mal schlicht anzufangen und später exotischeres auszuprobieren. Zu dem später kam es allerdings nicht mehr, denn nach dieser ersten wunderbaren Waffel war ich schlicht: satt. So was aber auch. 😀 Aber Bremen hat (so verriet mir Google dann) auch ein Wonder Waffel Laden.

Der Zug nach Hause hatte auf allen Ebenen Verspätung, den in Bremen durfte ich dann noch kurz berühren, aber seine Türen gingen nicht mehr auf, so dass ich ihn nur noch losfahren sah. Also nahm ich den nächsten bis nach Hude (wegen der Bauarbeiten kommt man von Bremen derzeit nicht mehr mit dem Zug ohne Umsteigen in Hude nach NHam) … und stand dann, 21 Uhr, gestrandet in Hude, der letzte Zug weg, das Bett (und noch viel schlimmer) das heimische WC noch 45 km weit weg und ich den Tränen nah, übermüdet, kopfschmerzig und leicht verzweifelt. Aber Töchterchen kam dann zur Rettung, und während ich noch erzählte und erzählte, vergaß ich Kopfschmerz, Müdigkeit und die dramatischen Versuche meiner Blase, sich in den Mittelpunkt zu drängen.

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urlaubsreif. Und das, obwohl die Woche eine kurze war und Chef-befreit. Allerdings mit so vielen Hinterlassenschaften bestückt, dass man trotzdem das Gefühl hat, wie der blöde antike Käfer seine Mistkugel den Berg hinauf zu rollen, einen endlosen Berg, einen steilen Berg, und die Mistkugel wird größer und größer … ich bin jedenfalls schon wieder urlaubsreif.

Aber morgen ist ja DER Freitag, an dem ich – ausnahmsweise – frei habe, um mit Jo zu Günthers WWM-Krawatte zu pilgern. Das wird aufregend, aber auch anstrengend. Ich freu mich aber auch auf die Zugfahrt, kann ich doch da ungestört von Akten und Diktaten herumKINDLEn und in die vorbeisausende Landschaft starren, ohne dass jemand was von mir wollen sollte. Hach! Das wird schön! Ich weiß es einfach.

Dann wurde heute wieder ein LUCIFER-Trailer durchs Netz geschubst, und HELL YES! Die 4. Season wird garantiert genial! Gebt her! Macht schon! I CAN’T WAIT ANY MORE! Wann ist es endlich 8. Mai? Und wehe, das deutsche Netflix hat LUCI nicht dann schon im Programm! Dann flipp ich!

Ach ja, SPN-Season-Finale ist auch. Ähm … ja.

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Während

es bereits Ostersonntag ist, ich (immerhin bereits geduscht) den ersten Kaffee nippend Criminal Indent schaue und darauf warte, dass irgendwas bei mir auf dem Sofa passiert während ich gleichzeitig eigentlich zu nichts wirklich Lust habe, Twitter nebenher herumplätschert und ich eben nur mal schnell was gucken wollte auf meinen story-Dealer-Seiten, fand ich sie: die vermutlich nächste favorite-writer mit einer Vampir-AU-story, die hoffentlich so gut ist, wie sich Summary und ein paar Test-Absätze, die ich bereits gelesen haben, versprechen. Selbstverständlich hat sie ein HAPPY END (ich hab’s 2 mal vorsichtshalber bereits gecheckt, damit mir nicht wieder so etwas passiert wie vorgestern, aber es sieht gut aus!).
Doch bevor ich mich in Eternal Refrain stürze, muss ich noch ein paar andere (nicht minder gute) stories beenden … Es ist ja noch ein wenig Ostern, und ich hab keine Verpflichtungen, muss nirgends sein, keine Verabredungen, keine Versprechen … nur mein KINDLE and me.

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Da war es gestern passiert!

Karfreitag? Ne, den meine ich nicht, der passiert ja quasi jedes Jahr und ich habe ihn verlesen und verschlafen so gut es ging und meine Kopfschmerzen es erlaubten. Nein, ich meine, nun ist das passiert, was ich eigentlich die ganze Zeit vermeiden wollte:

Fand eine story, war fasziniert von der Zusammenfassung, sie hatte das Happy End am Ende, der Schreibstil war … okay, POV-geschrieben. Mittlerweile kann ich die ja meistenteils lesen, ohne einen innerlichen verwirrten Schreikrampf zu bekommen. Ich schubste sie also auf das KINDLE, und fand kurz danach die Fortsetzung der story; ebenfalls mit Happy End. Ich wurde nachlässig und las nur die letzten 3 Absätze. Justin und Brian treffen sich (wieder) an der Lampe … Where are you heading? – No place special. – I can change that. … Alles schien gut, also auch rauf aufs KINDLE. Sie waren kurz genug, um (beide) an einem Tag durchzulesen, nur …

um im 2. Teil entsetzt festzustellen, dass Justin dann doch an den Folgen der Verletzungen aus dem ersten Teil ziemlich zu Beginn stirbt; Brian lässt ihn weinend gehen … und lebt ohne ihn, bis er mit 80 dann auch friedlich einschläft, ohne sein Sunshine jemals untreu geworden zu sein, oder ihn auch nur vergessen zu haben. Sie treffen sich im Himmel endlich wieder, beide jung und unverletzt … Where are you heading?

Und ich war – trotz dieses Pseudo-Happy-Ends – am Boden zerstört, weil ich damit nicht gerechnet habe. Bis zum Schluss der story fabrizierte mein Gehirn eine story-line nach der anderen, wie der Tod von Justin nur gefaked sein könnte und alles richtig gut wird am Ende. Traum, Koma, Fake-Tod, um Stockwell zu überführen, Zwilling, Wunder, sogar Wiederauferstehung (es war schließlich Ostern!). Ohne, dass das jemals kam. Justin blieb tot, Brian trauerte … und ich heulte den Rest des Abends.

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Gestern

… brannte Notre Dame. Das wird in die Geschichte eingehen. Die Bilder taten weh, selbst wenn man mit katholischer Kirche und Papst nichts am Hut hat; aber vielleicht gerade weil es ein Bauwerk ist, das ich gerne noch mit eigenen Augen gesehen hätte – und was ich nun nicht mehr kann.

Falls ich überhaupt jemals wieder mehr als 2 Tage am Stück aus dem Büro herauskomme. Immerhin habe ich jetzt die Erlaubnis, mich umzuhören, ob wir irgendwo eine fähige Bürokraft ergattern können, die auf 450-€-Basis auf Zuruf bei uns aushilft und dann auch die Urlaubszeit abdeckt. Ob sich so jemand finden lässt? Ich habe da meine Zweifel.

Überhaupt bin ich momentan ein bisschen arg am Seelenlochabgrund platziert. Alles ist mir zu anstrengend und zu schwer, zu viel Aufwand, zu wenig Energie. Der Körper zickt und kneift und stöhnt und ächzt an allen Ecken und Enden und ich müsste dringend Kilos abspecken, denn ich kann mich kaum noch bewegen und bin mit mir selbst voller Hass, weil: Es sind ja meine Pizzas und mein Birnensaft, die zu gut schmecken und schnell beschafft sind. Also müsste ich Diät … und wieder Fahrrad … ich müsste, ich sollte, ich könnte. Ich wollte nie wieder so fett werden; und bin es doch nun doch wieder. Ich sollte, könnte, müsste also … und dann … fühle ich mich eben nur leer und kraftlos und antriebslos; und wieso das alles noch eigentlich? Für wen? Für was?

Ich brauche dringend ein paar Tage frei! Sehr dringend!

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Zu müde

… um was zu bloggen. Da war supernatural am letzten Freitag, aber; ach, lassen wir das weitere Gejammer darüber. Es hatte ein paar gute Szenen, vor allem die zwischen Dean und Sam (wie immer), aber beim Rest fragte zumindest ich mich ständig: Was zur Hölle soll das alles? Wo ist der Weg? Das Ziel? Um was geht es überhaupt noch?

Und dann ist da noch das andere Thema, das, als ich den Vollzeitjob annahm, versprochen wurde, zu lösen. Aber wie es nun aussieht, ist es schlimmer, als die 16 Jahre zuvor. Wovon ich spreche? Von meiner Urlaubsvertretung natürlich. Nachdem sich bei dem Kurztrip nach Rügen herausstellte, dass diese quasi nicht vorhanden sein wird, wenn es mehr als 3 Tage betrifft. Ganze Wochen, inklusive Freitage? Aber nein! Das geht nicht. Und so haben Chef und A. bereits fleißig ihre Urlaube für 2019 übers Jahr verteilt, nur ich steh ohne einen Hauch von Ahnung herum, konnte nichts planen, nichts eintragen, weil ich keinen habe, der mich vertreten wird. Wie ich darüber fühle? Es kotzt mich an! Und ich zweifel mal wieder meine Entscheidung an.

Und ansonsten bin ich nur müde. Müde, müde, müde! Was nicht nur an der gestohlenen Stunde vom letzten Wochenende liegt. Ich bin gerade wieder von allem so müde. Das einzige, was mich oben hält, ist der tägliche Ausblick, mit dem KINDLE in meine Welt zu flüchten. Dass ich dabei gerade wieder diese Geschichten bevorzuge, in denen das Drama einen das Herz herauszureißen droht, ist bezeichnend. Je mehr Drama und Tränen, um so besser gerade. Dann kann ich all meinen Frust rauslassen, und meine Müdigkeit.

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Höchst dramatische Bilder(Funde)

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Dann war da noch

… die Ankündigung via Videobotschaft auf Twitter von Team Free Will höchst selbst, dass die kommende Staffel 15. die finale Staffel sein wird von #supernatural …

Und alles, was mir spontan durch den Kopf schoss, war: Gut! Bringt es anständig zu Ende! Vielleicht wird die Season 15 dann ja auch so, wie ich meine Lieblingsshow eigentlich in Erinnerung behalten will: Bombastisch, glorious, mit einem Knall zum Abgang, mit emotionalen Achterbahnfahrten und Weinen und Lachen und Flehen und am Ende … Danke für die Reise.

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Das geschriebene Wort zu Rügen

Rügen ist immer toll, auch außerhalb der Saison und bei eher mäßigem Wetter, wobei wir noch Glück hatten. Es war halbwegs zwischendurch trocken, jedenfalls so weit, dass man Fotografieren konnte. Am ersten Abend hatten wir Sturm, und I LOVED IT! Wie der Wind die Wellen peitschte und durch die noch kahlen Bäume im nahen Wald rauschte; es gibt für mich nichts Beruhigendes. Schon auf der Hinfahrt durchfuhren wir eine Sturmwolke, die beides war, Angst einflößend und faszinierend zu gleichen Teilen.

Das Hotel, das wir uns ausgesucht haben, war toll, wenn auch der Flur zum Zimmer etwas weit. Überhaupt war Laufen für mich doch ein wenig schwieriger, als vermutet. Abgesehen davon, dass ich total außer jeglicher Kondition bin, ohne die Krücken wäre ich an dem Wochenende doch nicht weit gekommen. So schlich ich eher mit Jo über die Insel. Wir besuchten Binz und Saßnitz, fuhren – unverschuldet umsonst – mit dem Schiff über stürmische Wellen an den berühmten Kreidefelsen vorbei. Wieso umsonst? Weil ich ständig ohne Bargeld unterwegs bin, was im 21. Jahrhundert eigentlich kein Problem mehr sein sollte. War es im Prinzip auch nicht, nur dass die Schiffticketverkäuferin ihr EC-Gerät nicht verstand. Ich hab ja versucht, sie darauf hinzuweisen, dass da offenbar etwas nicht geklappt hat, wenn auf der ausgedruckten EC-Quittung in fetten Buchstaben steht: Vorgang abgebrochen! Ihre Antwort war darauf nur: Das ist normal, das macht der öfters. Das ist so schon richtig!
Na dann?! Es war natürlich wie vermutet, die pro Nase 15 Euro Schiffssold wurden nie abgebucht, und wir haben trotzdem die Kreidefelsen vom Meer aus gesehen.

Und dann fuhren wir quer durch Rügen, Alleenstraßen entlang, und je später es wurde, umso größer das Verlangen nach Schnitzel. Hach, was würden wir nicht geben für ein gutes Schnitzel. Das Handy-Navy, das uns bis dahin gute Dienste leistete, zeigte auch einige Restaurants an, die angeblich auch Schnitzel und Co. auf der Speisekarte führen würden. Allein … der Weg dahin führte über einspurige Feldwege, und zwar mitten über selbige, also Feldstraßen. Immer mit dem stillen Gebet, es möge kein Auto entgegenkommen. Wir hatten diesbezüglich Glück – mit dem Verlangen nach Schnitzel eher weniger, denn nachdem wir nach ein paar Kilometer Feldstraße wieder in Zivilisation zurückfanden und das anvisierte Schnitzelrestaurant nah vermuteten, führte uns das Navy straight den selben Feldweg wieder zurück. Mittlerweile war es dunkel und es regnete und ich hatte Hunger und war müde und meine Knie taten weh … und VERDAMMT NOCH MAL ICH WILL JETZT MEIN SCHNITZEL!

Zum Glück gibt es auch auf Rügen, genauer gesagt in Bergen auf Rügen, ein Shoppingcenter, mit einer Heißen Theke; die explizit und für uns als letzte und einzige Kunden noch Schnitzel anpries. Obwohl: Ich musste mir das Schnitzel erst argumentativ verdienen, wollte mir doch die Schnitzelsachbearbeiterin erzählen, es stände nur auf der Mittagskarte. Stand es nicht! Es stand da als TAGESMENÜ. Gebt mir mein Schnitzel! Ich bekam es dann irgendwann auch, nachdem ich dafür doch noch den um die Ecke stehenden ATM plündern musste. Es war nicht das beste Schnitzel, das ich jemals gegessen habe, es war verdaubar und erinnerte nur ganz leise an Pappe. Und als wir dann endlich im Hotelzimmer zurück und im Bett waren, konnte ich selig einschlummern. Kaputt, aber dann doch zufrieden.

Den Sonntag haben wir relaxter begonnen, genossen erneut das reiche Frühstücks-Büffet, danach ein Spaziergang (mit Krücken und gaaaaanz langsam) am Meer entlang und ein bisschen durch den Wald und anschließend durch den Schlosspark, genau in das ehemalige fürstliche Affenrundhaus, das jetzt ein Spielzeugmuseum inklusive Cafe ist. Dort kehrten wir ein und hörten Helene Fischer und Hanne Haller und wurden ansonsten mit unseren Getränken mehr oder weniger in Ruhe gelassen. Im Schlosspark blühte bereits der Bärlauch und zumindest ich konnte ihn riechen. Die Statue des Fürsten Malte, zu dem wir anschließend pilgerten, war noch verhüllt. Hmpf. Das Haus, das auf dem Kopf steht in Putbus, betwitterten wir amüsiert, waren jedoch zu müde, um alles verquer zu erlaufen. Mich zog es zurück ins Bett, ich war fix und alle von dem Samstag davor. 😀 Nix mehr gewohnt die Alte.

Sonntag Abend dann das kleine Restaurant gefunden, das eigentlich nur 10 Gehminuten entfernt sein sollte, von dem uns Google aber sagte, die Straße dahin wäre für Fußgänger gesperrt, weshalb wir dann doch mit dem Mazda hinfuhren LOL. Die Straße war NICHT gesperrt, Google Maps war einfach noch nicht auf dem neuesten Stand, aber wir dann drin, in dem kleinen Restaurant, auf Stühlen, die einfach nicht für mein ausladendes Hinterteil gebaut waren … ich passte kaum rein. Das Essen aber war köstlich, die Strohhalme aus Glas, die Schorlen aus dem eigenen Früchteanbau. Dank der unbequemen Stühle waren wir dann auch pünktlich zum Münsteraner Tatort wieder im Bett.

Und dann war das Wochenende schon wieder vorbei, der Montag war da, und die Rückfahrt stand an. Bis, dass der Mazda dringend tanken sollte und stundenlang keine einzige Tankstelle unseren Weg kreuzte, war es nicht besonders erwähnenswert. Der normale Wahnsinn auf deutschen Straßen an einem Montag. Aber wir kamen gut durch und waren viel zu früh in Bremen, um Jo in den Zug zu setzen. Adios Rügen. Gerne wieder.

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Rügen-Bilder

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